"Verzweiflung" oder ... Gedanken an den Tod

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Silvia Kirschner
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"Verzweiflung" oder ... Gedanken an den Tod

von Silvia Kirschner (04.03.2009, 18:55)
VERZWEIFLUNG

Ich sitze an meinem Fenster und fühle mich einsam und verlassen.
Draußen ist es dunkel und alle schlafen zufrieden.
Doch mich plagen die Gedanken.
Die Gedanken an dich.
Ich denke darüber nach, wie es dir wohl gehen mag.
Ob ich dir fehle und ob du manchmal an mich denkst.
Ich möchte nicht, dass es dir so geht wie mir.
Wenn meine Tränen von den letzten Tagen und Wochen gezählt würden,
wäre man lange, lange Zeit beschäftigt.
Ich fühle mich so traurig, so verlassen und allein.
Ich versuche tagein, tagaus, meine Gefühle für dich zu verdrängen
und nicht an meine Sorgen zu denken.
Doch jetzt geht es nicht mehr.
Aus Angst, mein Herz würde zerspringen vor Kummer und Schmerz,
beginne ich hoffnungslos zu weinen.
Ich möchte nicht mehr leben, nur noch sterben!
Es hat alles keinen Sinn ohne dich.
In Gedanken verabschiede ich mich von dem Sternenhimmel über mir,
von der Sonne und dem Mond.
Ich denke an meine Eltern, meinen Bruder,
an Verwandte und Freunde.
Ob sie wohl um mich weinen würden?
Ich weiß es nicht.
Ich hoffe nur, dass sie bald vorbei ist.
Sie – die Zeit des Kummers und die Zeit,
in der ich so viel um dich weine.
Aber dann denke ich,
dass ich mein Leben nicht einfach wegwerfen darf,
wo es mir Gott doch geschenkt hat.
Plötzlich habe ich den Drang, laut in die Nacht hinauszuschreien,
um all die Sorgen loszuwerden.
Aber es hilft nicht.
Während eine Träne einsam meine Wange hinunterrollt,
frage ich mich nach dem Sinn des Lebens.
Es bringt doch nichts, wenn man sich auf nichts mehr freuen kann.
Es hat doch keinen Sinn zu leben, wenn man nur noch darauf hofft,
endlich einzuschlafen um nie mehr zu erwachen!
Da überkommt mich ein kalter Schauer und ich versuche,
meine Gedanken zu ordnen.
Ich beschließe zu schlafen und wenn Gott mein Flehen erhört,
muss ich morgen meine Augen nicht mehr öffnen.
Nie mehr...


Das ist ein "Gedicht" (ist etwas ein Gedicht, wenn es sich auch nicht reimt???) - ein kleiner Auszug aus einem Tagebuchteil von meinem Buch "Die Geschichte eines Mädchens. Wie eine Jugendliche ihre Depressionen überwindet"
Komischerweise war mir grad danach, es jetzt hier einzustellen :o)

Ahhh cool5 heut kam bei uns das erste Mal die Sonne richtig raus. Zwar nur für eine Stunde oder so, aber dafür wars eeeeecht gut!
Hoffe, ihr hattet auch einen schönen Tag,

eure Silvia

Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (07.03.2009, 12:08)
Prosagedicht, wobei dieser Text mich mehr an einen Tagebucheintrag oder besser Reflexion (Selbstbetrachtung, Hin- und Hergerissensein) erinnern würde, Titel "Ich und der Tod".
Hast du mal versucht den Text in einem ganzen Absatz zu kleiden, also als Fließtext?
Er würde dann in sich geschlossener, und eindringlicher wirken, finde ich.
Gruß von
Klaus

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