Cover #12025

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Siegfried
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Cover #12025

von Siegfried (11.05.2017, 18:25)
Ein neues Buchcover - ausgelöst durch die Diskussion "Self Publishing vs. DKZV".
selbstverlegen-durch-druckkostenzuschuss-t18286.html

Dort heißt es u.a., ein Buchcover muss mit 299,- Euro bezahlt werden. Wirklich? Das hier präsentierte Buchcover ist für 30,- Euro (also 90 % günstiger) zu haben ...
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12025.jpg
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Monika K.
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Re: Cover #12025

von Monika K. (12.05.2017, 19:27)
Hallo Siegfried,

da wir in der Rubrik "Coverfeedback" sind, sage ich zuerst etwas zum Cover. Ich betrachtete die drei kürzlich vorgestellten Entwürfe aus Sicht einer Leserin, weil sie nicht zu meinen Büchern passen würden. Da ich mich für die anderen beiden Themenbereiche nicht interessiere, kann ich daher nichts dazu sagen. Dieses hier finde ich ansprechend. Würde mein Blick in einem Shop oder auf Facebook zufällig darauf fallen, würde ich ihm einen zweiten Blick gönnen. Hast du das Bild selbst "gebastelt" oder fix und fertig gekauft? Welche Software verwendest du? Ich habe Photoshop Elements 15.

Die Diskussion über Preise finde ich sehr komplex. Da gibt es nämlich sehr viele Aspekte, die man berücksichtigen muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Preis und Qualität getrennt betrachten muss. Es gibt sehr viele ansprechende Entwürfe, deren Preise ich schon fast als "unanständig günstig" bezeichnen würde. Aus Sicht der Autoren mit kleinem Geldbeutel ist es schön, dass sie die Möglichkeit haben, günstig an individuelle Cover zu kommen. Ich habe aber den starken Verdacht, dass zwischen den Coverdesignern fast schon ein mörderischer Preiskampf stattfindet. Vielleicht bin ich naiv, und so ein Cover ist wesentlich schneller angefertigt, als ich mir vorstelle, aber ich befürchte, dass die Stundenlöhne nicht sehr hoch sind, wenn man die Einnahmen nach Abzug der Kosten für Bildmaterial und Software auf sämtliche Stunden verteilt, die man mit dem Erstellen der Cover und mit der Kundenakquise verbringt. Ich vermute, dass man einfach mehr verlangen muss, wenn man das hauptberuflich macht. Deshalb würde ich nicht sofort "Wucher" brüllen, wenn jemand für ein Cover 300 Euro möchte, sondern mir erst einmal ansehen, was man dafür bekommt. Aber ganz ehrlich: Ich würde so viel Geld nicht für meine Bücher ausgeben und bastle daher stillvergnügt selbst, obwohl die Ergebnisse sicherlich nicht sehr überzeugend sind, aber sie passen dadurch zu mir und zum Inhalt. :wink: Falls meine Aussage jetzt endgültig verwirrend herüberkommt, verweise ich auf meinen ersten Satz: Die Diskussion über Preise finde ich sehr komplex.

Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, aber ich möchte dir einen Rat geben, den du natürlich nicht befolgen musst: Ändere deine Signatur. Neulinge können das unsägliche Zitat überhaupt nicht einordnen, und Stammgäste wissen auch so Bescheid. Nutz die Fläche innerhalb der Klammern für ein Preisbeispiel oder ähnliches und schau nach vorn.

Gruß,
Monika
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Siegfried
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Re: Cover #12025

von Siegfried (12.05.2017, 22:45)
Monika_K hat geschrieben:
Hast du das Bild selbst "gebastelt" oder fix und fertig gekauft? Welche Software verwendest du? Ich habe Photoshop Elements 15.


Das Titelbild ist rechtefrei bzw. unterliegt den Creative Commons Regeln, die eine kommerzielle Nutzung ohne Nennung der Quelle erlauben.

Ich benutze für die Erstellung der Cover die Software Corel Draw für das Layout und PhotoShop (eine Portable-Version auf einem USB-Stick - läuft also hochvariabel auf jedem Rechner! Total irre!) für die Feinheiten.

Ein Cover zu erstellen ist damit in 10 bis 15 Minuten erledigt. Das beruht vor allem darauf, dass ich ein fertiges Grundraster in Corel Draw benutze.

Monika_K hat geschrieben:
Vielleicht bin ich naiv, und so ein Cover ist wesentlich schneller angefertigt, als ich mir vorstelle, aber ich befürchte, dass die Stundenlöhne nicht sehr hoch sind, wenn man die Einnahmen nach Abzug der Kosten für Bildmaterial und Software auf sämtliche Stunden verteilt, die man mit dem Erstellen der Cover und mit der Kundenakquise verbringt. Ich vermute, dass man einfach mehr verlangen muss, wenn man das hauptberuflich macht.


Vollkommen einverstanden. Vor allem der Punkt mit der hauptberuflichen Tätigkeit. Es muss aber auch die Frage erlaubt sein, wer sich solche Kosten leisten kann. Nehmen wir nur mal die zwei Basics: Buchcover und Korrektorat. Das sind 1.000 bis 1.500 Euro. Für ein Buch, das bislang 19,- Euro (BoD Classic) gekostet hat. Irgendwie erinnert mich die Situation an einen Wochenmarkt, wo Niedriglohnbezieher einkaufen und sich ein Schmuckhändler wundert, warum ihm niemand die Rolex-Uhren abkauft.

Monika_K hat geschrieben:
ganz ehrlich: Ich würde so viel Geld nicht für meine Bücher ausgeben und bastle daher stillvergnügt selbst, obwohl die Ergebnisse sicherlich nicht sehr überzeugend sind, aber sie passen dadurch zu mir und zum Inhalt. :wink:


Ist doch bestens! Und ich wette: Mit jedem erstellten Cover wirst du besser.

Monika_K hat geschrieben:
Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, aber ich möchte dir einen Rat geben, den du natürlich nicht befolgen musst: Ändere deine Signatur. Neulinge können das unsägliche Zitat überhaupt nicht einordnen, und Stammgäste wissen auch so Bescheid. Nutz die Fläche innerhalb der Klammern für ein Preisbeispiel oder ähnliches und schau nach vorn.


Michael Heinen-Anders spricht mir mit seinem Satz jegliches Recht ab, anderen Menschen etwas beizubringen, damit sie aus der Langzeitarbeitslosigkeit herauskommen oder dass ausländische Zuwanderer in den Arbeitsmarkt hinein kommen. So eine Haltung muss einfach lebendig gehalten werden.
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hugo-wolff
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Re: Cover #12025

von hugo-wolff (12.05.2017, 23:40)
Siegfried schrieb:

Michael Heinen-Anders spricht mir mit seinem Satz jegliches Recht ab, anderen Menschen etwas beizubringen ...


Das hast Du irgendwie falsch verstanden. Das gilt NUR in anthroposophischen Zusammenhängen! Solche kann ich jedoch nicht feststellen!

Ich stimme daher Monika zu.
Hugo

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Monika K.
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Re: Cover #12025

von Monika K. (13.05.2017, 09:32)
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Siegfried.
Die Machart des Covers spielt bei der Preisgestaltung natürlich auch eine Rolle, obwohl sie keinen großen Einfluss darauf hat, ob mir ein Cover gefällt. Mir gefallen schlichte Cover mit dem gewissen Etwas meist besser als üppig (und dementsprechend aufwendig) gestaltete. Aber das ist wiederum Geschmackssache und kein objektives Kriterium in der Diskussion über das Preis-Leistungsverhältnis.

Gruß,
Monika
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Siegfried
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Re: Cover #12025

von Siegfried (13.05.2017, 10:08)
hugo-wolff hat geschrieben:
Das hast Du irgendwie falsch verstanden. Das gilt NUR in anthroposophischen Zusammenhängen!


In anthroposophischen Zusammenhängen? cheezygrin

Der gute Mann hat mir schlicht das Recht abgesprochen, meinem Brotberuf nachzugehen. Das ist weder menschlich (anthro) noch weise (sophia). :roll:
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MichaelHA
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Re: Cover #12025

von MichaelHA (20.05.2017, 00:52)
Siegfried hat geschrieben:
Der gute Mann hat mir schlicht das Recht abgesprochen, meinem Brotberuf nachzugehen. Das ist weder menschlich (anthro) noch weise (sophia).


Da hast Du etwas mißverstanden. Es geht mir weniger um Deine Lehrtätigkeit im Sinne der Beherrschung von Wort und Schrift und "kleinem Einmaleins", sondern vielmehr um die Art und Weise, in der Du die Leute sozialpolitisch zu indoktrinieren zu scheinst. Somit gilt das gesagte vor allem für politische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge, insoweit diese von Deiner "Lehre" berührt werden.

Du darfst den Leuten natürlich alles mögliche beibringen, aber deren weltanschauliche, politische, soziale Haltung, die dürfte von Dir nicht beeinflusst werden, da Du - wie Du es hier im Forum bereits vielfach unter Beweis gestellt hast - dich dazu suggestiver Mittel und sprachlicher Bilder bedienst, die einem Jesuiten oder einem Zeugen Jehovas alle Ehre machen würden. Letztlich geht es eben darum, die Menschen zur Denkfreiheit anzuregen und sie nicht weltanschaulich zu präformieren, wie Du das eben zu tun scheinst.

Nur darauf bezog sich meine Bemerkung, dass dazu ein Studium notwendig sei.

Beste Grüße

MichaelHA

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mtg
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Re: Cover #12025

von mtg (20.05.2017, 08:41)
Nur zur Information: Diese Rubrik heißt »Dienstleistungen« und nicht »Hahnenkampf«.

MichaelHA – Du machst es nicht besser (und erweist Dir selbst auch keinen Dienst), wenn Du eine Beleidigung mit einer anderen Beleidigung zu erklären suchst. Vielleicht lässt Du Deine Selbstgerechtigkeit wenigstens einmal im Schrank und beendest ein Thema, ohne immer noch einen draufzusetzen … und immer noch einen … und immer noch einen …

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Monika K.
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Re: Cover #12025

von Monika K. (20.05.2017, 10:36)
Ich bitte um Entschuldigung, dass ich das Nebenthema gestartet habe. Ich wollte keinen Streit provozieren, sondern Siegfried helfen, seriöser auf potenzielle Kunden zu wirken. Es tut mir sehr leid. :(

Viele Grüße,
Monika
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Siegfried
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Re: Cover #12025

von Siegfried (20.05.2017, 11:43)
Monika K. hat geschrieben:
Ich bitte um Entschuldigung, dass ich das Nebenthema gestartet habe. Ich wollte keinen Streit provozieren, sondern Siegfried helfen, seriöser auf potenzielle Kunden zu wirken. Es tut mir sehr leid. :(


Du musst nicht um Entschuldigung bitten. Dein Einwand war berechtigt und er ist inhaltlich auch forenkonform. Du hast damit auch keinen Streit provoziert. Daher muss es dir auch nicht leidtun. Es ist alles in Ordnung!

@MichaelHA:
Die von Ihnen getätigte Aussage lautet (um zwei Wörter leicht gekürzt):

Und übrigens: nicht studiert haben, aber dann Leute unterrichten das geht m.E. gar nicht)


Ich nehme mir das Recht heraus, bei der Auffassung zu bleiben, dass mir damit das Recht abgesprochen wird, andere Menschen zu unterrichten, um sie dadurch wieder in das Arbeitsleben einzugliedern.

Im Übrigen warte ich noch immer auf die Gegendarstellung Ihrerseits, wie die von Ihnen kritisierte Themendarstellung aus Ihrer Feder aussieht, um es Leuten mit Hauptschulabschluss (oder ohne jeden Schulabschluss) verständlich zu machen.
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MichaelHA
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Re: Cover #12025

von MichaelHA (20.05.2017, 14:47)
Siegfried hat geschrieben:
.... um es Leuten mit Hauptschulabschluss (oder ohne jeden Schulabschluss) verständlich zu machen.


Sie scheinen wohl zu meinen, je niedriger der Bildungsstand der Schüler, je geringer der erforderliche Bildungsstand des/der Dozenten.

Doch umgekehrt wird ein Schuh daraus. Während noch zu Weimarer Zeiten der Hilfsschullehrer selbst oft nur über einen mittleren Bildungsabschluß verfügte (d.h. nicht studieren mußte), um seinen Job zu machen (denn wesentlich mehr als militärischer Drill wurde damals von solchen Lehrern nicht erwartet), sind wir mittlerweile sind wir aber einige Generationen weiter. Und gerade die NS-Zeit hat gezeigt, dass man mit solcherart "qualifizierten" Menschen zwar vielleicht Kriege führen kann, doch speziell der Holocaust hat uns gezeigt, dass die Ausführenden in den KZ's und den Internierungslagern für Gefangene i.d.R. bar jeder Kultur waren. Neuere pädagogische Studien, z.B. Th.W. Adorno "Erziehung nach Ausschwitz" und Jost Schieren "Handbuch Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft" zeigen, dass nur mit wirklicher akademischer Menschenbildung auch Bildungswerte bei den Probanden vermittelt werden können. Gerade ein bildungsschwaches Publikum erfordert eben besondere sonderpädagogische Kenntnisse. Doch die haben sie nicht und werden diese wohl auch in diesem Leben nicht mehr erwerben.

Daher bleibe ich dabei. Aus meiner Warte sind sie insbesondere in den (weltanschaulichen) Fächern, wie Politik, Wirtschaft und Kulturelles, in keinster Weise für den Job den sie da ausüben qualifiziert.

Es wird übrigens nicht besser dadurch, dass sie mich nun auffordern ihre Hausaufgaben gleich mit zu erledigen.

Beste Grüße

MichaelHA

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Hannelore Goos
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Re: Cover #12025

von Hannelore Goos (20.05.2017, 15:13)
MichaelHA hat geschrieben:
Sie scheinen wohl zu meinen, je niedriger der Bildungsstand der Schüler, je geringer der erforderliche Bildungsstand des/der Dozenten.


Diese Unterstellung kann ich an keiner Stelle aus Siegfrieds Argumentation herauslesen.

MichaelHA hat geschrieben:
Neuere pädagogische Studien, z.B. Th.W. Adorno "Erziehung nach Ausschwitz" und Jost Schieren "Handbuch Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft" zeigen, dass nur mit wirklicher akademischer Menschenbildung auch Bildungswerte bei den Probanden vermittelt werden können. Gerade ein bildungsschwaches Publikum erfordert eben besondere sonderpädagogische Kenntnisse. Doch die haben sie nicht und werden diese wohl auch in diesem Leben nicht mehr erwerben.

Adorno in allen Ehren - aber ich habe es anders erlebt. In Wirklichkeit haben in den 70er Jahren seine "Jünger" in den Gesamtschulen mit sozialem Engagement besonders den Unterricht in den Hauptschulzweigen übernommen - und sind kläglich gescheitert! Sie konnten sich diesen Schülern nicht einmal sprachlich verständlich machen, geschweige denn unterrichtlich mehr ausrichten als "die Blumen von den Ketten pflücken", wie Karl Marx das auszudrücken pflegte. In meinen 41 Jahren Hauptschulerfahrung habe ich häufig genug bei Praktikanten und Referendaren erlebt, dass die akademische Bildung oftmals eher ein Hindernis ist, Hauptschülern etwas beizubringen.
Im übrigen finde ich Ihren Ausdruck "bildungsschwach" inhuman und in Bezug auf die Hauptschule einfach falsch. Es ist erwiesen, dass Hochbegabte im deutschen Schulsystem durchaus in der Hauptschule oder sogar in der Schule für Lernhilfe landen können - in einer Hauptschulklasse gibt es das gesamte Spektrum der Begabungen.
In Ihrem System hätte Einstein niemals als Physiker arbeiten dürfen - was für eine Hybris gegenüber den unendlichen Möglichkeiten menschlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten.

MfG
Hannelore Goos
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

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Siegfried
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Re: Cover #12025

von Siegfried (20.05.2017, 16:04)
Sie verwechseln Lehrer - insbesondere Schullehrer - und Dozent. Ich bin Dozent, kein Schullehrer. Zudem Dozent im quartären Bildungsbereich (Weiterbildung als Fortsetzung oder Wiederaufnahme des organisierten Lernens). Es geht um die formale Schulung, etwa im Bereich der beruflichen Weiterbildung. Daher bezeichne ich mich auch niemals als Lehrer.

Ich unterrichte Menschen auf dem Weg zurück ins Berufsleben in den Fächern

- Bewerbung (Stellensuche, Analyse von Stellenanzeigen, Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch)

- Deutsch (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, neue Rechtschreibung laut "Amtliche Regeln Stand 2011")

- EDV (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware, Kommunikationssoftware),

- Kommunikation (verbale und nonverbale Kommunikation, 4-Ohren-Prinzip nach Schulz von Thun, Kommunikationsgrundlagen nach Watzlawick, Körpersprache, gehirngerechte Kommunikation nach Birkenbihl)

- Lagerverwaltung (Lagersysteme, Lagerkennzahlen, optimale Bestellmengen, Jahresbedarfsplanung)

- Mathematik (Grundrechenarten, Bruchrechnen, Dreisatz, Prozentrechnen, Zinsrechnen, angewandte Geometrie im Handwerk)

- Rechnungswesen (Inventur, Bilanzierung, Buchungen, Jahresabschluss, kaufmännische und industrielle Kalkulation, Kosten-Leistungsrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Break Even)
- Recht (Rechtssysteme, Gerichtsbarkeiten, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Arbeitszeugnisse und -codes)

- Wirtschaft & Soziales (Bedürfnis/Bedarf/Nachfrage, Markt, Wirtschaftssysteme, ökonomisches Prinzip, Wert und Geld, Wirtschaftskreislauf, Gewerbe, Kaufmann, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Rechtsformen von Unternehmen, Sozialversicherungen, Gehaltsabrechnung, Betriebsorganisation, Rechtszustände eines Vertrages, Vertragsarten)

Was darf ich denn nach Ihrer Meinung nicht unterrichten?

Ich stelle Ihnen gerne mein Unterrichtsmaterial zur Verfügung, damit Sie eine qualifizierte Aussage treffen können. Ich vermute, dass Sie als Studierter besser als ich in der Lage sind, Kursteilnehmern die Fakten zum Thema "Wirtschaftskreislauf" oder "Betriebsorganisation" zu erläutern. Ganz besonders, wenn Kursteilnehmer Begriffe wie "Kostenstelle" oder "Güterstrom" vorher noch nie gehört haben.

Als Dozent muss ich in der Lage sein, Kursteilnehmern beizubringen, wie man solche Aufgaben löst:

Wir mischen einen bestimmten Kunststoff an, der aus drei Komponenten besteht. Bei einer Mischung von 2 Anteilen a, 8 Anteilen b und 14 Anteilen c ergibt sich ein Gesamtgewicht von 178 kg. Mischen wir 7 Anteile a, 1 Anteil b und 4 Anteile c, kommen wir auf ein Gesamtgewicht von 74 kg. Besteht das Gemisch aus 4 Anteilen a, 7 Anteilen b und 1 Anteil c, wiegt die Mischung 77 kg.
Frage: Wie schwer sind die einzelnen Komponenten in kg?


Einfache Geschichte, nicht wahr?

oder:

Händler A verkauft Ware an Händler B unter Eigentumsvorbehalt mit Zahlungsziel 30 Tage. Händler B verkauft die Ware weiter an den Endverbraucher C. Der Endverbraucher C bezahlt die Ware bei Lieferung. Handler B lässt die 30 Tage ergebnislos verstreichen. Nach Mahnung und erfolgloser Fristsetzung durch Händler A nimmt dieser sein Recht in Anspruch, vom Kaufvertrag zurückzutreten und fordert seine Ware vom Händler B zurück. Die Ware ist aber beim Endverbraucher C. Darf Händler A vom Endverbraucher C die Ware zurückfordern, da sie unter Eigentumsvorbehalt verkauft wurde? Begründen Sie Ihre Entscheidung!


Das ist für Sie als Studierten doch sofort und ganz einfach dem Kursteilnehmer zu erläutern. Oder?
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Re: Cover #12025

von mtg (20.05.2017, 16:06)
Ach Siegfried – das ist vergebene Liebesmüh. Michael HA beweist uns doch täglich aufs Neue, dass auch Akademiker nicht vor Hartz IV gefeit sind …

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Re: Cover #12025

von MichaelHA (20.05.2017, 16:15)
Hannelore Goos hat geschrieben:
In meinen 41 Jahren Hauptschulerfahrung habe ich häufig genug bei Praktikanten und Referendaren erlebt, dass die akademische Bildung oftmals eher ein Hindernis ist, Hauptschülern etwas beizubringen.


Ich persönlich habe es genau anders herum erlebt. Ich hatte als 1960er Jahrgang auf einer katholischen Grundschule das "Vergnügen" erleben können, in den berühmt-berüchtigten Kurzschuljahren von kolossal unfähigen schlagenden Pädagogen auf Hauptschulniveau gedrillt zu werden. Diese Leute waren noch fast sämtlich Restbestände aus dem 3. Reich. Ich landete so tatsächlich auf einer Hauptschule. Dort war ich durch die Klassenstärke von über 40 Schülern (ich selbst saß i.d.R. ganz hinten) auf Sonderschulniveau zurückgefallen. Hätte nicht der Musik- und Kunstlehrer Sester (der Mann hieß wirklich so) in seiner einfühlenden Art, mit mir einen IQ-Test gemacht, bei dem zu aller Erstaunen ein überragender IQ gemessen wurde, so wäre ich wohl in die Sonderschule verfrachtet worden.
In den darauf folgenden Jahren habe ich Bildung auf der Realschule genossen (obwohl ich eine Gymnasialempfehlung hatte, entschied ich mich damals für diese Schulform). Und ich fand unter den dort lehrenden Pädagogen so manchen Alt-68er bzw. revoltierenden Linken, der mir tatsächlich etwas beibringen konnte. Mein musisches und literarisches Empfinden ist erst so richtig auf dieser Schule geweckt worden - und wenn ich heute zur schreibenden Zunft gehöre, so habe ich das vor allem meinem Deutsch- und Erdkundelehrer Tornow zu verdanken, sowie noch der Geschichtslehrerin Guhl und der Sozialkundelehrerin Nasse.
Auch wenn ich dann - nach zwischenzeitlicher kaufmännischer Lehre - erst auf dem 2. Bildungsweg die Hochschulreife erwarb (dort traf ich übrigens sowohl Alt-68er, die mich gut bewerteten, als auch verspätete Faschisten, die mich fast von der Schule geschmissen hätten, da ich ein recht aufmüpfiger Stufensprecher war) -, so nahm ich doch so einiges an humaner Bildung aus dem Schulsystem mit, was im Anschluß meine Studierneigung dann erst so recht entfachte....

Man sieht so anders kann die Welt aussehen, wenn man nicht gleich im Anschluß an das 3. Reich als Lehrkraft an die Hauptschule verschlagen wurde (vermutlich ohne sonderpädagogische Kenntnisse, Frau Goos?).

Beste Grüße

MichaelHA

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