Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

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Hannelore Goos
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Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von Hannelore Goos (08.08.2017, 17:13)
Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?
Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille. ISBN 9783743167827 BOD-Verlag

Kollaterale Wachstumsschäden in der Beschleunigungsgesellschaft: Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille ist ein philosophisch-soziologisches Essay mit Denkanstößen, einem Augenzwinkern und einer Hand voll Sand fürs Beschleunigungsgetriebe. Der Text macht verständlich, war - um Sie in Zeitnot geraten und ihr Wohlgefühl, unbemerkt wie einen Schlüsselbund verloren haben. Sie finden im Text Einblicke in die Auslösemechanismen und Ursachen für Zeitnot. Sie finden Antworten auf die Frage wie Sie Zeitwohlstände und Wohlgefühl erreichen können. Sie bekommen im Text Bauhinweise für eine Brücke zu neuen Ufern. Brücken bauen müssen Sie allerdings schon selbst.
Neben der Freude beim Schreiben sind in Diskussionen mit Freunden und Kollegen viele neue Fragen entstanden. Die alte philosophische Frage nach dem guten Leben haben wir in der Industriegesellschaft nur unzureichend beantwortet. Nur materiellen Wohlstand und Wirtschaftswachstum anzuhäufen, erscheint wenig heilsam. Viele haben in kleinen sozialen Nischen ihr eigenes Ding gewagt, mit weniger Gepäck nachhaltig errungen, - und das ist viel und ein Anfang."

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort…………...………………..………….…..7
2. Prolog Niederrheinstille………………...…….....9
3. Metropole Ruhr: Still ist nur die Ruhr………....10
4. Der Beschleunigungsimperativ……...……......11
5. Vom Stillesein und fliegenden Rossen…….....14
6. Chinesische Weisheiten: Laotse & Konfuzius.16
7. Die schwere Kost des Martin Heidegger.….…18
8. Wandlungsfähigkeit & Stillesein bei H. Hesse........20
9. Kunst des Liebens &Haben oder Sein E. Fromm...26
10. Keine Zeit für Stille: Praktische Philosophie……...30
11. Meine Meditation über Meister Eckart & Co……..33
12. Und immer wieder Rosa und Resonanz………….33
13. Wohlstand ohne Wohlgefühl: müde und leer…....34
14. Die Dinge Singen höre ich so gern………….36
15. Kollaterale Wachstumsschäden……….........37
16. Kunst & Kino……………………….…………..38
17. Dem Gehirn bei der Arbeit zusehen………...40
18. Verblüffende Statistik………………………....49
19. Gut gemeint,- nicht gut gemacht………..…...50
20. Stille Worte & Worte der Stille……………..…52
21. Literaturverzeichnis……………………….…...53
22. Abschluss &. Ausblick………………………....57
23. Epilog: Untergang der Sonne……………...…61
24. DANK…………………………………...............64

Beipackzettel: Alle auftretenden Risiken und Nebenwirkungen die durch Lesen im Text entstehen sind beabsichtigt. Fragen sie nicht ihren Arzt oder Apotheker, sondern sich selbst. Wir Menschen in der postmodernen Beschleunigungsgesellschaft sind zu optimierten Präzisionsmaschinen geworden, die im materiellen Wohlstand müde und gestresst ihr verdientes Wohlgefühl nicht wirklich finden. Selbst in der sog. Freizeit, rennen und rasen wir weiter. Diesem Schnellzug zu entkommen ist eine hohe Kunst. Unser Gehirn hat schnell gelernt, nach bekannten Mustern weiter zurasen! Es erschien alles so eindeutig mit dem noch Höher, noch Schneller und noch Weiter. Nun sind wir mit Karacho an der Zielmarke des guten Lebens vorbeigerast, und, fragen uns, was nun?

Lassen Sie zu, dass dieser Text ihre alten Grundüberzeugungen und Verhaltensmuster ankratzt und in Frage stellt. Es nervt erst einmal und braucht Zeit, ihren Schnellzugantrieb zu verstehen. Erst danach entstehen Skizzen der Umstrukturierung, wie der neue Weg aussehen könnte. Es liegt etwas
„klassisches“ im alten faustischen Erkenntniskampf um des Pudels Kern sich selbst zu erkennen, zu erneuern und zu ändern. Dabei kann es zeitweise schon teuflisch zugehen. Aber nur so kann ein vibrierender Draht der Liebe zwischen Ihnen und der Welt entstehen23. Unzugänglichkeiten im Text sind keine verschlossene Türen: Manche Türen öffnen sich erst beim zweiten durchlesen. Vergessen Sie Heilsrezepte! Es gab schon immer mehr Gefühle, als es Worte gab: Wie oft sitzen Sie im Urlaub am Meer und vermögen nicht ein Bruchteil ihrer Gefühle wiederzugeben.

Leseprobe:

Prolog Niederrheinstille
An diesem Tag sank die Sonne in prächtigen orange-gelben Aquarellfarben wie ein glühender Komet hinter die Deichkrone ins Altrheinflussbett. Meine Mutter und ich saßen an einem kleinen Klapptisch, auf einer Anhöhe hinten am Hof. Mutter hatte noch schnell die alte hellbraune Tischdecke mit weißen Häkelrand aufgelegt, um die grünen Farbflecken vom Anstrich der alten Stalltür zu verdecken. Wortlos schauten wir über das alte Weideland zum Deich zur Sonne: Es begann der letzte Akt des Sonnenuntergangs, - nicht weniger spektakulär - wie großes Kino. " Jetzt kannst Du die Stille hören ", sagte meine Mutter, mit einer leisen fast erlösenden Stimme, - und, einer spürbaren Erleichterung im Ausatmen. Wie auf ein unausgesprochenes Zeichen hin, sprachen wir beide kein Wort und saßen wie andächtig da, um die absolute Unfassbarkeit des Augenblicks der sich ständig wechselnden Himmelsfarben tief in uns aufzunehmen (…)


Der Beschleunigungsimperativ
Prof. Dr. Hartmut Rosa5 2005, 2016, Soziologe an der Friedrich Schiller Universität Jena, hat als „soziologischer Deutschlandversteher“ die Illusionen der modernen Konkurrenz- und Beschleunigungsgesellschaft analysiert. Im Mittelpunkt seiner Zeitforschung stehen Menschen in Zeitnotständen. Rosas Hauptthese ist, dass der Beschleunigungs- und Wachstumsimperativ der digitalen Hochgeschwindigkeitsgesellschaft die Zeitstruktur der Menschen bis zur Entfremdung bestimmt. Menschen durch Maschinen zu entlasten, gesunde Stille- und Ruhephasen in freier Selbstbestimmung zu ermöglichen, galt als die einstige Grundidee der industriellen Gesellschaft. Die Zielsetzung Menschen zu entlasten, ihnen freie Zeit (-wohlstände) zu verschaffen, entlarvt die Moderne als Zeitnotstandsgesellschaft, mitten im materiellen Wohlstand. Die Lebensqualität steigt trotz rasender Bemühungen nicht weiter an, sie tritt quasi rasend auf der Stelle. Rosa nennt dies treffend einen rasenden Stillstand5. Haben wir einen Wohlstand ohne ein Wohlgefühl an gelingendem gutem Leben? Nicht erfüllbare To-Do-Liste sind wie rutschende Hänge der Überlastung: Die Menschen bemühen sich den Aufgabenberg z. B. an Email abzubauen, aber kaum bleiben sie einen Moment stehen, rutschen noch mehr Aufgaben als zuvor nach. Nachder Reizüberflutung gibt es keine Zeit mehr für erholsame Stille oder eine kritische Rückschau mehr. Erholungsphasen oder ein kreatives stehen bleiben, werden aus vermeintlicher Zeitnot vermieden. Die Beschleunigung regiert die Menschen in Freizeit und Beruf, insbesondere aber durch moderne Medien (…) vom Update bis zur Email, WhatsApp, Facebook, Twitter bis zur blinkenden Smartwatch am Handgelenk, die der selbst gewählten Totalüberwachung dient. Die Beschleunigung der Gesellschaftsprozesse überfordert seit geraumer Zeit die Menschen und zwar Tag für Tag. Die Arbeitsgeschwindigkeit des Einzelnen reicht am Ende des Tages nicht aus, um die beschleunigten Aufgabeneingänge zu übersteigen (Heinrich Obberg 11, WAZ 2014).
Zudem haben wir immer mehr Dinge, die uns umgeben. So hatte ein durchschnittlicher Haushalt in der vorindustriellen Gesellschaft ca. 400 Einzelgegenstände; heute sind es ca. 10.000 zeitraubende Gegenstände geworden. Es herrscht quasi eine Verwahrlosung der Vielfalt, an Möglichkeiten und Handlungsoptionen. Eine regelrechte Angst etwas zu verpassen verdirbt uns ein gelingendes Leben.
Das Grundproblem der Beschleunigungsgesellschaft liegt im imperativen Wirtschaftswachstum. Ohne ein ständiges Wachsen unserer Wirtschaft droht uns ein Zusammenbruch. Daraus ergibt sich ein Teufelskreis der aggressiven Konkurrenz, jeder gegen jeden. Wir stehen in einem ökonomischen Dilemma der einmal in Gang gesetzten Wachstumsorientierung.
Einwände, dass es schon zur Zeit der Erfindung der Eisenbahn Kritiker der Beschleunigung gab, sind wenig überzeugend. Die Befürchtungen der Kritiker bezogen sich auf negative Veränderungen des Gehirns, wenn die Bahngeschwindigkeit die Reisegeschwindigkeit einer Pferdekutsche um ein mehrfaches übersteigt. Wie wir alle wissen, fallen die messbaren Krankheitsfolgen der Beschleunigungsgesellschaft (s. Pkt. 17 u.) leider nicht so unbedenklich aus.
So diagnostiziert H. Rosa5 die Folgen der Beschleunigung zunächst in einer gestörten
Weltbeziehung der Menschen: Es misslingt den Menschen die vertraute Weltaneignung. Sie hören nicht mehr die (stillen) Schwingungen ihrer Welt.
Wäre der Mensch eine Stimmgabel, hätte er seine Resonanz und Schwingungsfähigkeit verloren. In seinem gerade erschienenen Buch zur Resonanz präzisiert Rosa die Probleme der modernen Beschleunigungsgesellschaft. Insbesondere die Beschleunigung bewirke eine zunehmende Entfremdung der Menschen von ihrer zuvor (an-) vertrauten Umgebung. Es misslingt die Aneignung der Weltbeziehung. Das diese Aneignung der Weltbeziehung bereits ein biblisches Problem war, wird schon bei den Propheten und Weisen deutlich.
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

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Haifischfrau
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Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von Haifischfrau (08.08.2017, 17:15)
welcome: und viel Erfolg.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Hannelore Goos
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Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von Hannelore Goos (08.08.2017, 17:33)
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Wohlstand ohne Wohlgefühl?
Kollaterale Wachstumsschäden in der Beschleunigungsgesellschaft: Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille ist ein philosophisch-soziologisches Essay mit Denkanstößen, einem Augenzwinkern und einer Hand voll Sand fürs Beschleunigungsgetriebe.
Dieser Satz ist grammatikalisch falsch, das Prädikat hat kein Subjekt.

Heinrich Obberg hat geschrieben:
Der Text macht verständlich, war - um Sie in Zeitnot geraten und ihr Wohlgefühl, unbemerkt wie einen Schlüsselbund verloren haben.
warum nicht zusammengeschrieben, Komma hinter Schlüsselbund fehlt.

Heinrich Obberg hat geschrieben:
Sie finden im Text Einblicke in die Auslösemechanismen und Ursachen für Zeitnot. Sie finden Antworten auf die Frage wie Sie Zeitwohlstände und Wohlgefühl erreichen können. Sie bekommen im Text Bauhinweise für eine Brücke zu neuen Ufern. Brücken bauen müssen Sie allerdings schon selbst.
Sie finden ... Sie finden .../ im Text ... im Text - Wortwiederholungen ohne Grund; ob man den Leser in einem Sachbuch direkt adressiert, ist eine Frage. Zu meiner Zeit galt es als schlechter Stil. Heutzutage scheint es üblich zu sein, obwohl es mir oft so scheint, dass es sich um eine unrichtige Übernahme des englischen "you" im Sinn von "man" handelt.
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Neben der Freude beim Schreiben sind in Diskussionen mit Freunden und Kollegen viele neue Fragen entstanden.
Wenn die Fragen nicht genannt werden ist dieser Satz ein leerer Lückenfüller.
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Die alte philosophische Frage nach dem guten Leben haben wir in der Industriegesellschaft nur unzureichend beantwortet. Nur materiellen Wohlstand und Wirtschaftswachstum anzuhäufen, erscheint wenig heilsam.
Und?
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Viele haben in kleinen sozialen Nischen ihr eigenes Ding gewagt, mit weniger Gepäck nachhaltig errungen, - und das ist viel und ein Anfang."
errungen erfordert ein Akkussativobjekt (was errungen wurde), das fehlt.
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Beipackzettel: Alle auftretenden Risiken und Nebenwirkungen die durch Lesen im Text entstehen sind beabsichtigt.
Der Relativsatz gehört in Kommata.

Du wolltest Kritik, bitte sehr.
Hannelore
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
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mtg
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Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von mtg (08.08.2017, 17:36)
Hannelore Goos hat geschrieben:
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Wohlstand ohne Wohlgefühl?
Kollaterale Wachstumsschäden in der Beschleunigungsgesellschaft: Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille ist ein philosophisch-soziologisches Essay mit Denkanstößen, einem Augenzwinkern und einer Hand voll Sand fürs Beschleunigungsgetriebe.
Dieser Satz ist grammatikalisch falsch, das Prädikat hat kein Subjekt.


»Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille« ist der Untertitel des Buches und damit das Subjekt.

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Hannelore Goos
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Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von Hannelore Goos (08.08.2017, 18:06)
mtg hat geschrieben:
Hannelore Goos hat geschrieben:
Heinrich Obberg hat geschrieben:
Wohlstand ohne Wohlgefühl?
Kollaterale Wachstumsschäden in der Beschleunigungsgesellschaft: Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille ist ein philosophisch-soziologisches Essay mit Denkanstößen, einem Augenzwinkern und einer Hand voll Sand fürs Beschleunigungsgetriebe.
Dieser Satz ist grammatikalisch falsch, das Prädikat hat kein Subjekt.


»Über Menschen in Zeitnot und über den Verlust von Stille« ist der Untertitel des Buches und damit das Subjekt.


Dann sollte es - wie du richtig korrigiert hast - in Anführungszeichen.

Gruß
Hannelore
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Haifischfrau
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Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von Haifischfrau (09.08.2017, 22:42)
Wie dem auch sei "Der Verlust der Stille" ok, mag sein, aber der Verlust der Geräusch wiegt unsäglich viel mehr. Ist nur eine andere Perspektive
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

hugo-wolff
Beiträge: 303
Registriert: 20.11.2012, 15:30

Re: Heinrich Obberg: Wohlstand ohne Wohlgefühl?

von hugo-wolff (10.08.2017, 00:03)
Ich wollte erst widersprechen, denn wenn nachts die Geräusche der Straße verstummen, fühle ich erst richtig wohl.

Aber Du hast recht, Haifischfrau:
Ohne den Wind in den Blättern unserer Bäume, wäre es eine triviale Stille.

Hugo

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