Veröffentlichung von Briefen als Buch-Idee

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asbezzt
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Veröffentlichung von Briefen als Buch-Idee

von asbezzt (29.04.2019, 12:31)
Wir haben in Deutschland das Recht auf freie Rede und freie Meinungsäußerung. Dennoch darf in Büchern nicht schlecht über Mitmenschen gesprochen werden, da es sonst "üble Nachrede" oder gar "Hetze" sein könnte, was ja in Deutschland verboten ist. Darüber hinaus gibt es das Briefgeheimnis, welches einen davor zurückhalten sollte, bekommene Briefe öffentlich abzudrucken. Oder irre ich mich hier bereits?

Ich würde dennoch gern ein Buch schreiben. Darin sollen kurze Gedichte von mir auftauchen, aber eben auch Briefe, die ich so in meinem Leben abgeschickt habe. Dazu auch die Briefe, die ich diesbezüglich bekommen habe. Viele dieser Briefe sind überaus komisch. Ich habe in meinen Briefen nicht wirklich schlecht über meine Mitmenschen gesprochen, allerdings kommen darin manchmal Unternehmen nicht so richtig gut weg.

Einmal wurde mir bsw von einem Bauhof einer großen Stadt mein Fahrrad geklaut, obwohl es ordnungsgemäß abgeschlossen war. Es war auch eindeutig nicht herrenlos, weil man sehen konnte, dass die Kette frisch geölt war und die Reifen in gutem Zustand voll aufgepumt da standen.

Angeblich ist dieses Fahrrad spontan als "herrenlos" eingestuft worden und wurde von den Bauhofmitarbeitern mitgenommen. Im Fundbüro der Stadt tauchte das Fahrrad dennoch niemals auf. Angeblich wurde es vom Bauhof-Gelände von Dritten geklaut. Gerne hätte ich damals diesen Bauhof dafür an den Pranger gestellt: ich schließe mein Fahrrad sachgemäß ab, sie tun so, als ob es herrenlos wäre und ermöglichen Dritten den Diebstahl.

In diesem Fall habe ich auch dieses Verbrechen in meinen Briefen an den Chef der Stadtwerke und zuletzt an den örtlichen Bürgermeister weiter verarbeitet. Nun soll genau daraus ein unterhaltsames Buch entstehen. Die Story soll darin erklärt werden und die Briefe veröffentlich werden, in welchen ich respektvoll bleibe, aber die man durchaus als "geschäftsschädigend" auslegen könnte.

Was ist Fahrrad-Diebstahl aber auch für ein unehrenhaftes Geschäft?

Nach langem gezetere mit der Versicherung der Stadt teilte mir die Versicherung damals mit, dass ich keine Ersatz-Leistungen zu erwarten hätte. Ich schilderte diesen Fall dann dem Bürgermeister, welcher seine Versicherung anwies, mich zu entschädigen. Und so erhielt ich schließlich den halben Neupreis meines Fahrrades...

Meine eigentliche Frage ist aber: Was darf ich in einem Buch veröffentlichen, ohne dass ich mich angreifbar mache? Kann ich diese Geschichte einfach so abdrucken? muss ich 5 Jahre warten, bis eine Verjährungsfrist abgelaufen ist? Sollte ich derartige Buchbestrebungen lieber nicht tätigen?

Welche Regeln muss ich hier beachten?

Ich habe natürlich keine Lust, zuerst einen riesen Aufwand zu betreiben, ein Buch zu fertigen, dann die Druckkosten zu bezahlen und hernach von einem Anwalt dieser Stadt an der Veröffentlichung gehindert zu werden. Ach ja, ich möchte das alles ohne Verlag bewerkstelligen, insofern gibt es auch kein Lektorat oder ähnliche beratende Stellen für mich.

Vielen Dank vorab!

Einen kleinen Einblick in die Art meiner Schreiben ermöglicht dieser Clip https://youtu.be/yz5RGxE6Nkk
wasdunichtwillstdassmansdirtu dasfügauchkeinemandernzu

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mtg
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Re: Veröffentlichung von Briefen als Buch-Idee

von mtg (29.04.2019, 12:51)
Es gab in den 80ern eine ganze Reihe von Satirebüchern (u.a. sehr empfehlenswert: »Bornemanns Briefmacken«), in denen Korrespondenz abgedruckt wurde, in der allerdings etliche Namen und Zuordnungsmöglichkeiten geschwärzt wurden. Du hast also alle Möglichkeiten, solange Du Dich an die Gepflogenheiten der Rechtsprechung hältst. Wie sagt ein Freund von mir gelegentlich? »Ein Blick ins Gesetz erleichtert zuweilen die Rechtsfindung« :-)

Hier mal ein Beispiel: http://www.klartextsatire.de/papierkrie ... macken.htm

P.S.: In dieser Rubrik werden eigentlich bereits veröffentlichte Bücher präsentiert. Vielleicht kann der Beitrag an eine entsprechende Stelle verschoben werden?

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