Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

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Andreas@hcedv.com
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Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Andreas@hcedv.com (30.11.2019, 15:18)
Ich bin Andreas Hamann und habe genau ein Buch geschrieben.

Wenn ich dieses Video bereits ganz am Anfang geguckt hätte, dann hätte ich es deutlich leichter gehabt, mich zurechtzufinden :-)

https://youtu.be/Ue66suCXhUQ

Gruß: Andreas

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mtg
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von mtg (30.11.2019, 15:21)
Sehr platt … Eigenwerbung gehört in ein anderes Unterforum.

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Siegfried
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Siegfried (01.12.2019, 01:08)
Hi!

Ich habe mir die 41 Minuten Video auf Youtube angesehen. Der Beitrag hat bei mir mehr negative als positive Eindrücke hinterlassen. Jemand, der völlig neu dabei ist, wird wohl mehr abgeschreckt als angespornt sein, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Das Positive kommt zu kurz - vor allem, je weiter es im Video voran geht. Das Ende ist eindeutig: Macht das nicht! Es lohnt nicht!

Bereits mit dem Schreiben des Buches fangen meine Zweifel an. Einfach drauflos schreiben. Echt? Ein "Tagebuch ist eine Strategie, um ein Buch zu schreiben"? Ehrlich? Und dann: "Immer das gleiche Problem - stundenlang nichts schreiben". Nun ja, wenn man nichts zu sagen hat, dann passiert so etwas schon mal (ich bin eindeutig kein Anhänger der Theorie von der Schreibblockade. Der Begriff "Schreibblockade" ist für mich eine Ausrede, dass die eigenen Ansprüche viel zu hoch gesetzt sind. Aber "Schreibblockade" klingt da einfach besser). Zugegeben: Ich gehöre zur Fraktion, die sich vor dem Schreiben zumindest überlegt, um was es gehen soll. Diese Drauflosschreiben, um das Abenteuer des Entstehungsprozesses zu erleben, um sich zu wundern, wohin einen die eigenen Figuren schleifen, das habe ich auch mal gemacht - und das endete bei mir immer in ganz schwachen Geschichten, wo am Ende nichts mehr zusammenpasste.

Auch der Hinweis, mit dem Ende anzufangen, sich dann einen Anfang zu suchen und irgendwie die Lücke dazwischen zu füllen, ist nicht gerade förderlich für einen Anfänger. Wer unterhaltsam schreiben will, sollte sich ein paar Dinge aneignen. Also (er-)lernen. Dazu gehört etwas Grundwissen aus dem Bereich des Creative Writing und eine Portion Dramaturgie. Beides kann man in entsprechenden Büchern, in Kursen oder in Arbeitsgruppen finden. Geschichten - lesenswerte Geschichten - laufen nicht einfach so ab. Sie haben Struktur. Sie haben eine Steigerung. Sie haben einen Höhepunkt. Ob das ein Tagebuch als Vorlage liefern kann, weiß ich nicht.

Ideen sammeln, Recherche, szenische Auflösung, Spannungsbogen, Figuren- und Dialoggestaltung, nichts davon wird erwähnt. Wie man tatsächlich ein Buch, ein Kapitel, eine Szene, einen Dialog schreibt, wird nicht vorgestellt. Leider. Einfach hinsetzen und schreiben, das wird gerade Anfängern nicht helfen. IMHO.

Als es um die Vor-Produktion der Bücher geht, hat sich bei mir ein leichtes Gruseln eingestellt. Meine Gedanken gingen in diese Richtung: "Da spielt ein Neuling mit dem Gedanken, ein eigenes Buch auf den Markt zu bringen, sieht dieses Video und hört, dass man satte 3.900,- Euro auf den Tisch legen muss. Boah!" - Abschreckender geht es wohl kaum. Als Neuling wäre ich spätestens da sofort weg.

3.900,- Euro - das sind für viele Leute 2 volle Monatsgehälter. Eine Menge Schotter. Dazu für ein Ergebnis - siehe die Leseprobe auf der Webseite -, das mich nicht überzeugt. Der Buchblock ist zwar sauber gesetzt, hat aber den Charme einer Bleiwüste. Die Seiten 8 bis 14 erschlagen mich. Ellenlanger Text ohne optische Unterbrechung. Wo sind die Dialoge, die einem Text eine gewisse Leichtigkeit - und der Optik eine Auflockerung - geben?

Das Cover des Buches hat nichts oder nicht sehr viel gekostet. Glaube ich unbesehen. Denn toll ist das Cover für meinen Geschmack nicht (die Profis mögen mich da korrigieren). Im oberen Teil eine Treppe bei Nacht, ein Keyboardspieler mit Rucksackverstärker (was hat dieses Bild mit dem Thema des Buches gemein?). Dann dieser Bruch mit der blauen Fläche am unteren Ende (passt so gar nicht zum Bild der Treppe) und dem darauf platzierten Auto (Porsche?). Das ist ziemlich einfach und billig zusammengeschraubt. Mich sprich es nicht an. Dieses Titelbild hätte mich beim Durchwandern eines Buchladen nicht gestoppt. Und auch nicht meinen Blick in das Schaufenster gezogen.

Auch der Punkt Marketing ist - für mich - sehr unbefriedigend dargestellt. Eine Webseite aufmachen und das war's? Darüber soll das Buch so bekannt werden, dass man am Ende durch die Verkäufe Millionär wird? Lustiger Ansatz. Bereits in der Preispolitik ist das Marketingkonzept gescheitert. 216 Seiten für 16,99 Euro und das als Softcover? Das ist nicht verkaufsfördernd - das ist abschreckend. Auch wenn die Begründung "On-Demand-Bücher sind etwas teurer in der Produktion" lautet - was übrigens nicht stimmt. Als Vergleich: Fitzeks "Das Paket" mit 368 Seiten kostet im Laden 10,99 Euro. Der Preis lässt sich auch on-demand erzielen - wenn man die Marge auf das reduziert, was ein Verlagsvertrag liefert. Die Marge liegt für Softcover bei 5 bis 8 Prozent des Netto-Laden-Preises (Hardcover liegen bei 6 bis 10 Prozent, wobei die oberen Werte für höhere Auflagen oder bereits bekannte Autoren/Autorinnen gelten).

Lachen musste ich bei der verzweifelten Aussage, 600 Leute hätten die Webseite besucht, aber nur 15 hätten das Buch bestellt. 15 von 600 - das ist doch ein extrem guter Wert. Die Erfolgsquote liegt z. B. bei Flyern weitaus niedriger. Es bleibt die Aussage, dass man im Marketing sehr rührig sein muss, um Erfolg zu haben. Von nüscht kommt nüscht.

Und ja, es ist richtig, dass kaum jemand vom Bücherschreiben leben kann. Im deutschen Sprachraum gibt es vielleicht eine Handvoll Leute, die das geschafft haben. Wer vom Schreiben leben will, muss der Auftragsschreiberei nachgehen. Oder einen Ausstoß an Texten haben, wo nicht der eine Text das Geld bringt, sondern die Masse an Texten. Wer es z. B. schafft, pro Monat vier Groschenheftromane zu schreiben, der hat so viel Einkommen, dass er gerade so eben über die Runden kommt.

Wenn man sich seine Leserschaft erarbeitet hat, dann muss man diese Leute mit neuem Lesestoff versorgen. Blogs oder Youtube-Kanäle arbeiten nach exakt diesem Muster. Ein, zwei Texte schreiben oder ein, zwei Videos veröffentlichen bringt es nicht. Der Markt fordert immerwährenden Nachschub. Klappt es mit dem ersten Versuch nicht, muss sofort der zweite Versuch nachgeschoben werden. Die Leser müssen bei der Stange gehalten werden. Das geht dann aber schon wieder in Richtung Auftragsschreiberei. Plötzlich wird aus dem Hobby harte Arbeit.

Der Schlüssel zum Erfolg ist "Durchhalten und schreiben". Und zwar so schreiben, dass sich das Lesen lohnt.
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Monika K.
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Monika K. (01.12.2019, 11:53)
Äh, ja, ein Tagebuch kann tatsächlich eine Strategie sein, ein Buch zu schreiben. Been there, done that. Allerdings habe ich die Satire anschließend konsequenterweise auch in Tagebuchform veröffentlicht. Alles andere wäre großer Murks geworden. wow3
Meine Empfehlung: Den kompletten Plot gut durchdenken, bevor mal loslegt. Ansonsten gilt: Die einen spielen Autor, und die anderen schreiben Bücher.

Viele Grüße
Monika
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DieNewcomerinTatjana
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von DieNewcomerinTatjana (03.12.2019, 19:52)
Ich werde nun nicht auf alles eingehen, auch nicht auf den Vortrag der mir nicht gefallen hat. Aber ein Punkt muss ich doch ansprechend und zwar:
Siegfried hat geschrieben:
Als es um die Vor-Produktion der Bücher geht, hat sich bei mir ein leichtes Gruseln eingestellt. Meine Gedanken gingen in diese Richtung: "Da spielt ein Neuling mit dem Gedanken, ein eigenes Buch auf den Markt zu bringen, sieht dieses Video und hört, dass man satte 3.900,- Euro auf den Tisch legen muss. Boah!" - Abschreckender geht es wohl kaum. Als Neuling wäre ich spätestens da sofort weg.

Stimmt 3900 Euro sind eine menge Geld und viele winken bei solchen Investitionen ab.

Aber mal ganz ehrlich, ist das wirklich schlimm?

Auf der einen Seite wird doch immer nach einem ordentlichen Lektorat und einem ordentlichen Korrektorat verlangt. Wenn man dieses nicht durchführt kann man ja kein ordentliches Buch schreiben, so heißt es doch immer.

Doch wenn nun jemand die Kosten beziffert ist es auch verkehrt. Mit Verlaub Ihr müsst euch mal einig werden was Ihr wollt.

3900 Euro ist eine menge Geld, doch sind diese 3900 Euro ein durchaus realistischer Wert. Nicht umsonst versuchen die meisten ja auch bei irgendwelchen Verlagen unterzukommen, denn bei einem Verlag muss man nix zahlen. Von den DKZV mal abgesehen.

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Siegfried
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Siegfried (03.12.2019, 21:03)
DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Itimmt 3900 Euro sind eine menge Geld und viele winken bei solchen Investitionen ab.

Aber mal ganz ehrlich, ist das wirklich schlimm?


Ich weiß nicht, was du monatlich verdienst oder was für ein finanzielles Polster du hast, aber ich halte 3.900 Euro für einen ordentlichen Hammer. Wie viele Bücher kann sich jemand mit durchschnittlichem Einkommen leisten, wenn jedes Mal knapp 4.000 Euro hingeblättert werden müssen? Eines? Zwei?

DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Auf der einen Seite wird doch immer nach einem ordentlichen Lektorat und einem ordentlichen Korrektorat verlangt. Wenn man dieses nicht durchführt kann man ja kein ordentliches Buch schreiben, so heißt es doch immer.

Doch wenn nun jemand die Kosten beziffert ist es auch verkehrt. Mit Verlaub Ihr müsst euch mal einig werden was Ihr wollt.


Die Frage ist nicht, ob jeder, der ein Buch veröffentlichen will, so viel Geld ausgeben muss. Die Frage ist, warum so viele Autorinnen und Autoren so viele Rechtschreibfehler in ihren Büchern haben. Ich habe wohl die irrige Vorstellung, dass Menschen, die Bücher schreiben, auch eine gewisse Liebe zur Sprache mitbringen - auch zur Schriftsprache. Und diese Liebe eben dazu führt, die Regeln zu beherrschen. .

Ähnliches gilt - meiner Meinung nach - für die inhaltliche Gestaltung einer Geschichte (dito für die inhaltliche Gestaltung eines Sachbuches). Es gibt Kniffs, Tricks, Hinweise, Anregungen - muss man sich nur mal damit befassen. Das ist ein Prozess des Lernens, Und ein Prozess des gegenseitigen Austauschs. Lernen ist aber etwas, das viele als anstrengend empfinden - oder sogar sogar als schmerzhaft. Wie viele Bücher gibt es, die zwar geschrieben, aber nie überarbeitet werden - vom Autor bzw. der Autorin? Simple Wortfehler ("Sie hatte eine großartige Figur und das wusste sich auch." - jüngst in einem hier vorgestellten Buch gefunden) wandern ins fertige Buch. Solche Fehler wie auch viele Fehler in der Rechtschreibung lassen sich durchaus vermeiden - wenn man die entsprechende Arbeit in das Manuskript steckt.

3.900 Euro für eine Buchproduktion mit einer Marge von 4,- Euro pro Buch bedeutet, dass mindestens 1.000 Exemplare verkauft werden müssen. Das schaffen mitunter nicht einmal Profi-Verlage. Und die haben entsprechende Marketing-Möglichkeiten. Das Buch wird also ein maximaler Verlustbringer. Kein Wunder also, dass am Ende des Videos die Aussage kommt: Einmal und nie wieder!

Autor/Autorin muss also mehr Eigenleistung in das Buch einbringen. Und nur im Notfall, wenn es wirklich nicht anders geht, Fremdleistungen einkaufen.
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DieNewcomerinTatjana
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von DieNewcomerinTatjana (03.12.2019, 21:36)
Moin Sigfried,

Siegfried hat geschrieben:
Ich weiß nicht, was du monatlich verdienst oder was für ein finanzielles Polster du hast, aber ich halte 3.900 Euro für einen ordentlichen Hammer. Wie viele Bücher kann sich jemand mit durchschnittlichem Einkommen leisten, wenn jedes Mal knapp 4.000 Euro hingeblättert werden müssen? Eines? Zwei?

eventuell habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Sollte dieses der Fall bitte ich um Entschuldigung. Ich wiederspreche dir ja nicht und ja, knapp vier riesen für ein Buch sind extrem viel für jemanden der „Nur schnell“ ein eigenes Buch schreiben möchte.

Aber egal auf welchen Seiten oder auch welchen Foren man liest heißt es immer das man ein ordentliches Korrektorat und ebenfalls ein ordentliches Lektorat benötigt. Wenn man dieses nun als Grundlage nimmt sind diese knapp vier Riesen eine Hausnummer mit der man durchaus kalkulieren sollte.

Allerdings bleibt es ja nicht bei diesem Betrag da man ja auch ein wenig Werbung machen muss und dieses verursacht erneut Kosten.

Natürlich benötigt man nicht zwangsweise ein Korrektorat oder ein teures Lektorat aber es wird immer dazu geraten. Die von dir angesprochene Eigenleistung ist wiederum ein wichtiger Punkt im Selfpublishing, ein Punkt der von den meisten jedoch übersehen wird.

Wie gesagt ich widerspreche dir nicht, 3900 Euro sind viel zu viel für ein Buch. Wenn man nun jedoch einen Grafiker oder eben eine Grafikerin für das gestalten eines Covers beauftragt können schnell ein paar hunderter versenkt werden genauso für das Lektorat oder eben auch Korrektorat.

Siegfried hat geschrieben:
Die Frage ist nicht, ob jeder, der ein Buch veröffentlichen will, so viel Geld ausgeben muss. Die Frage ist, warum so viele Autorinnen und Autoren so viele Rechtschreibfehler in ihren Büchern haben.

Das nennt man wohl Betriebsblindheit, als Autor oder Autorin überliest man sehr schnell sehr viel. Es gibt wiederum auch nicht wenig Verlagsveröffentlichungen welche nicht Fehler- oder Logikfrei sind obwohl diese ein Lektorat und auch Korrektorat genossen haben.

Siegfried hat geschrieben:
3.900 Euro für eine Buchproduktion mit einer Marge von 4,- Euro pro Buch bedeutet, dass mindestens 1.000 Exemplare verkauft werden müssen. Das schaffen mitunter nicht einmal Profi-Verlage. Und die haben entsprechende Marketing-Möglichkeiten. Das Buch wird also ein maximaler Verlustbringer. Kein Wunder also, dass am Ende des Videos die Aussage kommt: Einmal und nie wieder!

Die Rechnung geht so nicht auf. Wenn du nun 1000 Bücher verkaufst bei einer Marge von 4 Euro hast du zwar einen Umsatz von 4000 Euro gemacht, diesen allerdings Vorsteuer. Zudem muss man auch immer bedenken das es nicht bei den knapp viertausend Euro bleibt. Man muss auf das Buch aufmerksam machen und entsprechend Werbung schalten, nicht jeder hat einen großen Blog oder einen riesen Youtube Kanal worüber sich ganz leicht und kosteneffizient werben lässt.

Um bei einer Investition von knapp 4000 Euro, zuzüglich der Werbung, nicht draufzuzahlen sollte man schon 2000 bis 3000 Bücher in relativ kurzer Zeit verkaufen. Das ist Problem ist das viele mit solchen verkaufszahlen ein Buchveröffentlichen und dann ganz enttäuscht sind, wenn diese im ersten Jahr wiederum nur 100 Bücher, als Beispiel, verkaufen konnten.

In vielen Köpfen geistert halt noch immer herum das man ja nur einen Bestseller schreiben muss um ein sorgenfreies Leben führen zu können.

Wie du merkst widerspreche ich dir in keiner Weise doch sind die erwähnten knapp 4000 Euro nicht aus der Luft gegriffen. Ob man diese nun wirklich investieren muss sollte ein jeder für sich entscheiden.

Oder wie siehst du das?

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Siegfried
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Siegfried (03.12.2019, 23:55)
DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Das nennt man wohl Betriebsblindheit, als Autor oder Autorin überliest man sehr schnell sehr viel. Es gibt wiederum auch nicht wenig Verlagsveröffentlichungen welche nicht Fehler- oder Logikfrei sind obwohl diese ein Lektorat und auch Korrektorat genossen haben.


Dass Andere in ihren Büchern Fehler machen, ist kein Argument, dass man selbst auch Fehler machen darf. Im Gegenteil - wenn Profi-Verlage Fehler machen, sollte das der Ansporn für sich selbst sein, sich deutlich von diesen Anderen abzuheben.

Betriebsblindheit resultiert daraus, dass der Autor / die Autorin keinen ausreichenden Abstand zum eigenen Manuskript hat. Deshalb rate ich dringendst davon ab, das Manuskript zu schreiben und direkt im Anschluss eine eigene Korrektur durchzuführen. Wenn ein Manuskript veröffentlicht werden soll, gehört es für zwei bis drei Monate (kein Witz!) in die Schublade und darf nicht angefasst werden. Erst dann wird die Korrektur durchgeführt bzw. der zweite Draft, also das inhaltliche Überarbeiten. Leider gibt es eine in meinen Augen gnadenlose Tendenz, Manuskripte bereits unmittelbar nach Fertigstellung in Buchform zu bringen und auf den Markt zu werfen - mit allen Fehlern, die dann vom Leser oder von der Leserin gefunden werden. Meistens wird dann von "Originalität" geredet oder - noch schlimmer - von der "Genialität des ersten Entwurfes". Ungeduld ist so ziemlich die schlechteste Eigenschaft, die ein Autor bzw. eine Autorin mitbringt.



DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Die Rechnung geht so nicht auf. Wenn du nun 1000 Bücher verkaufst bei einer Marge von 4 Euro hast du zwar einen Umsatz von 4000 Euro gemacht, diesen allerdings Vorsteuer.


Seit wann versteuert man den Umsatz? Meines Wissens erhebt das Finanzamt Steuern auf den Gewinn.

Wenn ich 4.000 Euro für Lektorat, Korrektorat, Layout usw. ausgebe, sind das Kosten. Dem gegenüber stehen die Erlöse aus den Verkäufen (hier die Marge, weil der Buchhändler, der Grossist und der Verlag auch Geld haben wollen). Betragen die Erlöse ebenfalls 4.000 Euro, gehe ich mit plus/minus Null aus dem Geschäft heraus, da Kosten und Erlöse gegeneinander verrechnet werden. Zu versteuern ist da gar nichts.



DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Um bei einer Investition von knapp 4000 Euro, zuzüglich der Werbung, nicht draufzuzahlen sollte man schon 2000 bis 3000 Bücher in relativ kurzer Zeit verkaufen.


Das ist - sorry und mit allem gebührenden Respekt - sowohl betriebswirtschaftlicher als auch kalkulatorischer Unsinn!



DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Oder wie siehst du das?


Ich sehe es ganz anders. Ein Buch zu schreiben aus Hobbygründen - okay, aber diese Leute schreiben ein Buch und dann nie wieder. Wenn jemand sein Hobby mit Qualität betreiben will, muss er oder sie entsprechendes Fachwissen aufbauen und nutzen. Soll es gar semiprofessionell sein, also mit der Zielrichtung einmal bei einem richtigen Verlag zu veröffentlichen, dann muss ordentlich Arbeit reingesteckt werden. Je mehr Kenntnisse jemand hat, desto günstiger wird es bei den Kosten im Self-Publishing-Bereich.
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DieNewcomerinTatjana
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von DieNewcomerinTatjana (04.12.2019, 01:27)
Siegfried hat geschrieben:
Dass Andere in ihren Büchern Fehler machen, ist kein Argument, dass man selbst auch Fehler machen darf. Im Gegenteil - wenn Profi-Verlage Fehler machen, sollte das der Ansporn für sich selbst sein, sich deutlich von diesen Anderen abzuheben.

Dürfen tut man einiges und vieles sollte man meiner Meinung nach auch nicht zu verbissen sehen. Fehler sind menschlich und können passieren, die dürfen sogar passieren zumindest, wenn keine Menschenleben dadurch gefährdet wird.

Siegfried hat geschrieben:
Betriebsblindheit resultiert daraus, dass der Autor / die Autorin keinen ausreichenden Abstand zum eigenen Manuskript hat.

Auch da bin ich ehr einer anderen Meinung. Die Betriebsblindheit resultiert einfach daraus, dass man vieles überliest, weil man weiß was dort eigentlich stehen sollte. Auch wenn man nun 3000 oder 4000 Wörter runterschreibt passieren solche Fehler. Allerdings sollte beim Korrekturlesen diese Fehler zum größten Teil ausgebessert werden.

Siegfried hat geschrieben:
Deshalb rate ich dringendst davon ab, das Manuskript zu schreiben und direkt im Anschluss eine eigene Korrektur durchzuführen. Wenn ein Manuskript veröffentlicht werden soll, gehört es für zwei bis drei Monate (kein Witz!) in die Schublade und darf nicht angefasst werden. Erst dann wird die Korrektur durchgeführt bzw. der zweite Draft, also das inhaltliche Überarbeiten. Leider gibt es eine in meinen Augen gnadenlose Tendenz, Manuskripte bereits unmittelbar nach Fertigstellung in Buchform zu bringen und auf den Markt zu werfen - mit allen Fehlern, die dann vom Leser oder von der Leserin gefunden werden. Meistens wird dann von "Originalität" geredet oder - noch schlimmer - von der "Genialität des ersten Entwurfes". Ungeduld ist so ziemlich die schlechteste Eigenschaft, die ein Autor bzw. eine Autorin mitbringt.

Dem kann ich nicht wirklich etwas entgegenbringen. Aber das die meisten auch recht Zeitnah die Werke Publizieren wollen ist durchaus nachvollziehbar wie ich finde.

Siegfried hat geschrieben:
Seit wann versteuert man den Umsatz? Meines Wissens erhebt das Finanzamt Steuern auf den Gewinn.

Du kennst tatsächlich den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?

Hört sich eventuell seltsam an aber es gibt unglaublich viele die diesen Unterschied nicht kennen.

Siegfried hat geschrieben:
Wenn ich 4.000 Euro für Lektorat, Korrektorat, Layout usw. ausgebe, sind das Kosten. Dem gegenüber stehen die Erlöse aus den Verkäufen (hier die Marge, weil der Buchhändler, der Grossist und der Verlag auch Geld haben wollen). Betragen die Erlöse ebenfalls 4.000 Euro, gehe ich mit plus/minus Null aus dem Geschäft heraus, da Kosten und Erlöse gegeneinander verrechnet werden. Zu versteuern ist da gar nichts.

Du hast Recht.

Siegfried hat geschrieben:
Das ist - sorry und mit allem gebührenden Respekt - sowohl betriebswirtschaftlicher als auch kalkulatorischer Unsinn!

Hier sind wir jedoch unterschiedlicher Meinung.

Angenommen du hast eine Marge von 4 Euro und verkaufst die 3000 Bücher in, sagen wir mal sechs Monaten, dann hast du einen Umsatz von 12000 Euro. Abzüglich der Investition von den Beispielhaften 4000 Euro verbleiben noch 8000 Euro. Werbung ist jedoch richtig teuer oder kann richtig teuer werden und 3000 Bücher verkauft man auch nicht mal eben so. Natürlich ist dieses eine reine Milchmädchenrechnung doch kein betriebswirtschaftlicher oder kalkulatorischer Unsinn, mit irgendwelchen Zahlen muss man schließlich kalkulieren.

Ich weiß nicht wie du sowas siehst doch, wenn ich 4000 Euro in ein Projekt investiere und nicht das dreifache der reinen Investition erwirtschafte erachte ich dieses Projekt als Flop oder eben als Lehrgeld. So etwas ist wie das Spekulieren mit Aktien, man muss das Geld welches man investiert überhaben und darf diesem bei einem scheitern nicht zu sehr nachtrauern. Mit anderen Worten, wenn man das Geld nicht hat sucht man sich andere Wege und bei einem Buch sparen die meisten halt am Lektorat oder dem Korrektorat.

Hier in diesem Fall haben wir ja noch überschaubare Kosten da es sich um ein relativ kurzes Buch von Andreas handelt.

Siegfried hat geschrieben:
Ich sehe es ganz anders. Ein Buch zu schreiben aus Hobbygründen - okay, aber diese Leute schreiben ein Buch und dann nie wieder. Wenn jemand sein Hobby mit Qualität betreiben will, muss er oder sie entsprechendes Fachwissen aufbauen und nutzen. Soll es gar semiprofessionell sein, also mit der Zielrichtung einmal bei einem richtigen Verlag zu veröffentlichen, dann muss ordentlich Arbeit reingesteckt werden. Je mehr Kenntnisse jemand hat, desto günstiger wird es bei den Kosten im Self-Publishing-Bereich.

Wir sind zwar anderer Meinung und sehen viele Punkte auch anders, oder ich sehe vieles einfach lockerer. Dennoch sind wir gar nicht so weit auseinander und dass was du zum Schluss geschrieben hast kann man auch auf alles andere im Leben münzen. Wenn man sich mit etwas grundlegend befasst, bereit ist zu lernen und gewisse Dinge auch entsprechend umsetzen kann wird man in allem Besser und kann unter Umständen auch Kosten einsparen.

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Siegfried
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Re: Das erste eigene Buch schreiben... hier der komplette Durchgang für alle Neulinge und Anfänger

von Siegfried (04.12.2019, 20:56)
DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Dürfen tut man einiges und vieles sollte man meiner Meinung nach auch nicht zu verbissen sehen. Fehler sind menschlich und können passieren, die dürfen sogar passieren zumindest, wenn keine Menschenleben dadurch gefährdet wird.


Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen und zukünftig diese Fehler zu vermeiden. Wer einen Fehler macht, sollte daraus lernen. Wer den Fehler ein zweites Mal macht, hat nicht gelernt. Wer den Fehler ein drittes Mal begeht, ist ein ausgemachter Dummkopf (Spruch meines Großvaters, der bei mir hängengeblieben ist).

DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Auch da bin ich ehr einer anderen Meinung. Die Betriebsblindheit resultiert einfach daraus, dass man vieles überliest, weil man weiß was dort eigentlich stehen sollte. Auch wenn man nun 3000 oder 4000 Wörter runterschreibt passieren solche Fehler. Allerdings sollte beim Korrekturlesen diese Fehler zum größten Teil ausgebessert werden.


Wenn man eine Text wieder und wieder liest, stellt sich dieses Phänomen ein. Genau deshalb rate ich zu einem ausreichenden zeitlichen Abstand.

DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Du kennst tatsächlich den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?

Hört sich eventuell seltsam an aber es gibt unglaublich viele die diesen Unterschied nicht kennen.


Ja, ich kenne diesen Unterschied. Es ist mein Brotberuf, den Leute u. a. diesen Unterschied beizubringen - in Betriebswirtschaft, in der Kosten-Leistungs-Rechnung, in der Handels- und Industriekalkulation.

Umsatz ist Summe der in einer bestimmten Periode verkauften Leistungen oder Produkte, gemessen in Euro.
Gewinn ist die positive Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen innerhalb einer bestimmten Periode. Die Differenz zwischen Ertrag und Aufwendung ohne Vorzeichen bezeichnet man im Rechnungswesen übrigens als Erfolg (siehe Erfolgskonten in der Buchführung) - denn der wirtschaftliche Erfolg muss nicht immer Gewinn sein, auch Verluste werden interessanterweise als Erfolg bezeichnet, wenn auch als negativer Erfolg.


DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Angenommen du hast eine Marge von 4 Euro und verkaufst die 3000 Bücher in, sagen wir mal sechs Monaten, dann hast du einen Umsatz von 12000 Euro. Abzüglich der Investition von den Beispielhaften 4000 Euro verbleiben noch 8000 Euro. Werbung ist jedoch richtig teuer oder kann richtig teuer werden und 3000 Bücher verkauft man auch nicht mal eben so. Natürlich ist dieses eine reine Milchmädchenrechnung doch kein betriebswirtschaftlicher oder kalkulatorischer Unsinn, mit irgendwelchen Zahlen muss man schließlich kalkulieren.


Eben. Mit "irgendwelchen Zahlen" zu kalkulieren ist genau das, was ich als Unsinn bezeichne. Warum 3.000 Bücher und nicht 10.000 oder 50.000? Das sind ja auch "irgendwelche Zahlen".

Konkret zu berechnen ist der Breakeven Point. Wie viele Bücher muss ich verkaufen, um kostendeckend zu sein? Ab welchem verkauften Exemplar gelange ich in die Gewinnzone? Dazu brauche ich eine genau Analyse, welche Kosten mengenabhängig sind und welche fix. Das muss betriebwirtschaftlich exakt berechnet sein. Teile ich meine fixen Kosten durch die Differenz aus Verkaufserlös je Stück und den variablen Kosten je Stück, kenne ich meine notwendige Verkaufsmenge. Fahre ich Werbung, steigen meine Fixkosten und damit die Anzahl der zu verkaufenden Bücher. In Abhängigkeit der notwendigen Verkaufszahlen - das kann man über eine entsprechende Funktion berechnen und sich grafisch darstellen lassen - ergibt sich der Aufwand für das Marketing: Was darf ich für Werbung ausgeben und ab wann verbieten sich weitere Ausgaben?


DieNewcomerinTatjana hat geschrieben:
Wenn man sich mit etwas grundlegend befasst, bereit ist zu lernen und gewisse Dinge auch entsprechend umsetzen kann wird man in allem Besser und kann unter Umständen auch Kosten einsparen.


An der Stelle - "bereit ist zu lernen und gewisse Dinge auch entsprechend umsetzen kann" -, da sind wir wirklich kilometerweit auseinander. Meine Erfahrungen hier im Forum zeigen ein gänzlich anderes Bild: Was wurden hier für Angriffe gefahren, wenn ich mal bei einem Text auf die Schwachstellen hingewiesen habe! Weshalb gibt es hier im Forum keinerlei Textbesprechungen? Warum stellen immer wieder Neulinge ihre Texte vor, warten auf Resonanz und bekommen keine? Warum sind sämtliche Versuche, gewisse Dinge des Schreibhandwerks vorzustellen - allein um sich ein klein wenig weiterzuentwickeln -, im Sande verlaufen?
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