Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

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Jerichorose
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Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Jerichorose (30.05.2020, 17:44)
Hallo liebe Selfpublisher- und Buchblocktüftlergemeinde,

ich habe den Buchblock (Word Vorlage von der BoD-Seite) so gut wie fertig, sogar das Ausblenden der Seiten hat irgendwie geklappt...
Nach einigen Korrekturen musste ich aber nun feststellen, dass die Zeilenzahl pro Seite nicht einheitlich ist.

Hier einige Beobachtungen, die das Troubleshooting vielleicht etwas einfacher machen..
1) Wenn Seiten jeweils am Seitenanfang eine Überschrift haben, ist alles gut, auch wenn es mehrere Absätze gibt
2) es passiert nicht immer, aber meistens, wenn sich die Überschrift in der Mitte der Seite befindet
3) es passiert auch manchmal, wenn keine Überschrift da ist

Aufgefallen ist mir das Ganze nach mehreren Arbeitsschritten, erinnern kann ich mich daran, dass ich die Größe der Überschriften geändert habe. Gibt es da einen Zusammenhang? Auch habe ich manuell Silben getrennt, ich meine aber, danach war noch alles ok.

Was kann ich tun?
Verzweifelte Grüße

Jerichorose

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Siegfried
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Siegfried (30.05.2020, 20:31)
Jerichorose hat geschrieben:
Nach einigen Korrekturen musste ich aber nun feststellen, dass die Zeilenzahl pro Seite nicht einheitlich ist.


Das kann viele Gründe haben. In vielen Textverarbeitungen gibt es eine Absatzkontrolle, die dafür sorgt, dass es keine "Witwen" (ehemals "Hurenkinder") und keine "Waisen" (ehemals "Schusterjungen") gibt. Damit bezeichnet man in der Typographie Zeilen eines mehrzeiligen Absatzes, die allein am Ende einer Seite stehen ("Waisen" oder "Schusterjunge") oder als letzte Zeile eines Absatzes am Anfang einer Seite stehen ("Witwe" oder "Hurenkind"). Die Textverarbeitung sorgt automatisch für einen korrekten Seitenumbruch, d.h. es werden von einem Absatz die letzten beiden Zeilen auf die neue Seite gezogen bzw. die erste Zeile eines Absatzes auf die nächste Seite gezogen. Das ergibt zwingend abweichende Zeeilenzahlen auf den Seiten.

Wenn Überschriften in der Mitte der Seite stehen, sollte eigentlich kein Zeilenunterschied zu einer Buchseite mit einer Überschrift am Anfang der Seite bestehen. Überprüf bitte, ob die Abstände vor und nach einer Zeile immer gleich sind. Der Platzverbrauch von Überschriftzeilen sollte zudem exakt zum Platzverbrauch von regulären Zeilen passen.

Beispiel: Die Schrift ist 11pt groß. Hinter einem Absatz kommt eine Leerzeile in 11pt. Dann kommt die Überschriftenzeile in 22pt, dann wieder eine Leerzeile von 11pt, danach der nächste Absatz in der regulären Schrift (auch 11pt). Die Abstände und Positionen der Zeilen kann man mit einem grafischen Objekt, wie etwa einer Linie, prüfen, indem man die Linie direkt unterhalb einer Textzeile setzt. Zu jedem grafischen Objekt kann man sich die exakte Position (vertikaler Abstand zum oberen Rand) auf einen Zehntel Millimeter anzeigen lassen.

Alternativ: Teure Profi-Software einsetzen. cheezygrin

Fröhliche Grüße

Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Hannelore Goos
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Hannelore Goos (31.05.2020, 06:41)
Siegfried hat geschrieben:
Alternativ: Teure Profi-Software einsetzen. cheezygrin


Es gibt auch das kostenlose Scribus und da kann man für kleines Geld sogar einen betreuten Einführungskurs in Bedienung und Buchsatz bekommen. Ein gutes Fachbuch zur Typografie wäre auch zu empfehlen.

Gruß
Hannelore
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Franz Hose
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Franz Hose (02.06.2020, 20:08)
Hannelore Goos hat geschrieben:
Ein gutes Fachbuch zur Typografie wäre auch zu empfehlen.


Hast du einen Titel parat?

Gruß
Franz

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Hannelore Goos
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Hannelore Goos (02.06.2020, 22:27)
Franz Hose hat geschrieben:
Hannelore Goos hat geschrieben:
Ein gutes Fachbuch zur Typografie wäre auch zu empfehlen.


Hast du einen Titel parat?

Gruß
Franz


Ich komme mit diesem Buch gut zurecht:
https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/J ... fXHnk01ZZH

"Mut zur Typografie" - allerdings weiß ich nicht, wie die aktuellen Ausgaben sind.

Gruß
Hannelore
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Jerichorose
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Jerichorose (03.06.2020, 15:06)
Vielen Dank euch Allen. Nach längerem Gefrickel ist es vollbracht....

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Hannelore Goos
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Hannelore Goos (05.06.2020, 22:11)
Ganz wichtig sind auch die vielen kleinen Fehler. Hier hilft:

Franz W. Kuck, Christian Stang
Das Tüpfelchen auf dem i - Gebrauchsanweisung für Mikrotypografie: Zeilen- und Wortabstände, Nummern, Hilfs- und Wortzeichen, Akzente, Trennregeln, Aufzählungen, Zahlen, Korrekturzeichen etc.

Gerade habe ich wieder einmal versucht, ein Buch eines BoD-Autoren zu lesen. Es juckt mich in den Fingern, so viele Rechtschreib-, Zeichensetzungs-, Grammatik- und Stilfehler nach alter Lehrerinnen-Manier rot anzustreichen, von den typografischen Fehlern will ich gar nicht reden. Mein Mann hat das Buch nach zwei Seiten weggelegt: "So schlecht gesetzt, macht keinen Spaß zu lesen."

Es ist einfach nicht zu verstehen. Jeder vernünftige Heimwerker, der sich an eine Arbeit macht, die normalerweise Handwerkersache ist, versucht sich vorher gründlich zu informieren; aber viele Selfpublisher-Bücher werden zusammengeschreibselt und verbreiten den Charme eines zusammengeklebten Schülerreferats.

Als ich seinerzeit anfing, Bücher zu setzen, habe ich bei einem Schriftsetzer Stunden genommen und mir entsprechende Fachliteratur besorgt. So, wie viele BoD-Bücher aussehen, hat es noch nicht einmal für das Studium entsprechender Wikipedia-Einträge gereicht. Kein Wunder, dass Bücher, die bei BoD herausgegeben werden, allgemein für zweitklassig gehalten werden.

Sorry, aber ich habe mich wirklich geärgert, wieder einmal Geld für so ein Machwerk ausgegeben zu haben. Das musste einfach mal gesagt werden. Jeder, der mag, kann sich den Schuh anziehen oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Hannelore Goos
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Monika K.
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Monika K. (06.06.2020, 10:33)
Hannelore Goos hat geschrieben:
Kein Wunder, dass Bücher, die bei BoD herausgegeben werden, allgemein für zweitklassig gehalten werden.


Ich verstehe einige Punkte, die du aufführst. Doch ich verstehe nicht, warum du deine Aussage ausschließlich auf BoD-Bücher beschränkst. Es gibt noch andere Dienstleistungsverlage, die ebenfalls alles drucken, was hochgeladen wird. Zudem gibt es normale Verlage, die regelmäßig qualitativ schlechte Bücher auf den Markt werfen. Ich nenne absichtlich keine Namen, weil ich es für wenig zielführend halte, deren Rechtsabteilung in dieser Diskussion auf den Plan zu rufen.

Die äußere Form ist wichtig bei einem Buch. Keine Frage. Doch der Inhalt ist ebenso wichtig, wenn nicht gar noch wichtiger. Und der miese Ruf der Selfpublisher, wenn es ihn überhaupt gibt, basiert nicht nur auf Rechtschreibung und Buchsatz, sondern auch auf Covergestaltung und vor allem den Inhalten. Und da wäre ich an deiner Stelle doch sehr zurückhaltend mit Kritik an Kollegen. Du beziehst dich in Diskussionen wahnsinnig gern (alles andere als emanzipiert) auf die Sachbücher deines Mannes, die in meinen Augen inhaltlich nicht gerade über jeden Zweifel erhaben sind, aber das, was du selbst veröffentlichst, trägt inhaltlich garantiert nicht zum guten Ruf der Selfpublisher bei, weil es jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Deshalb geht mir das ständige Buchsatz-Bashing von deiner Seite tierisch auf den Geist. Kehre erst einmal vor deiner eigenen Tür, bevor du Kollegen runtermachst, die sich - genau wie du - den Traum vom eigenen Buch erfüllt haben, jedoch weder Zeit noch Geld haben, bei einem Setzer in die Lehre zu gehen. Echt jetzt? Das soll der Maßstab sein? In meinen Augen wäre in deinem Fall die Zeit in Recherche und wissenschaftlichem Arbeiten besser angelegt gewesen. Die beste Verpackung bringt nichts, wenn der Inhalt nicht in Ordnung ist. Und wer wild irgendwelche Maßstäbe für Qualität setzt, sollte sich selbst an den allgemein üblichen messen lassen.

Entschuldige bitte, dass ich in diesem Beitrag so persönlich wurde, aber mir platzt bei so viel Selbstgefälligkeit der Kragen. Ich will deinen Büchern keinesfalls die Daseinsberechtigung absprechen. Im Gegenteil: Ich finde Selfpublishing eine wunderbare Möglichkeit, Bücher zu veröffentlichen, für die man aus verschiedenen Gründen keinen Verlag findet. (Davon nehme ich lediglich Bücher aus, die der Volksverhetzung oder der Volksverdummung dienen. Den Schuh kann sich jetzt ebenfalls anziehen, wer will.) Aber wer sich darauf einlässt, darf nicht nur ständig selbst Toleranz einfordern, sondern sollte sie den BoD-Kollegen ebenfalls entgegenbringen. Wir sitzen alle im selben Boot, ob es dir passt oder nicht. Wenn sich ein Buch schlecht verkauft, liegt es nicht am angeblich so schlechten Ruf von BoD-Büchern, sondern an etwas anderem, das man herausfinden und in Zukunft besser machen muss, sofern einem die Einnahmen wichtig sind. Es gibt nämlich zahlreiche Bücher von Selfpublishern mit hohen fünfstelligen Verkaufszahlen, wo es den Lesern schlichtweg wurscht ist, wo die Werke veröffentlicht wurden. Daher ist er wichtiger, die eigenen Fehler zu analysieren, als anderen Autoren vorzuwerfen, den Ruf von BoD zu ruinieren. Letzteres ist lediglich bequemer, weil man sich nicht mit den eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen muss.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Hannelore Goos
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Hannelore Goos (06.06.2020, 11:09)
Wenn die Argumente nicht ausreichen, wird man persönlich . . .

Das ist nicht mein Diskussionsstil.

P.S. Es handelte sich nicht um das Buch eines Neulings.
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Monika K.
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von Monika K. (06.06.2020, 13:00)
In meinen Augen handelt es sich bei dem "schlechten Ruf von BoD-Büchern" um ein Hirngespinst unzufriedener Autoren. Daher ist der Vorwurf gegenüber Autorenkollegen, für ihn verantwortlich zu sein, ein überflüssiges Ablenkungsmanöver, über das sich die Autoren, die ihre Dissertation bei BoD veröffentlichen, köstlich amüsieren könnten. Die haben jedenfalls nicht das Problem, nicht ernst genommen zu werden, obwohl sie sicherlich auch keine Experten für Buchsatz sind und bei der Verwendung von EasyCover das BoD-Logo sogar groß und breit unter dem Klappentext prangt.

Unabhängig davon sollte sich natürlich trotzdem jeder Autor im Rahmen seiner Möglichkeiten bemühen, ein ordentliches Ergebnis abzuliefern und sich im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln. Aber dazu trägt neben der Verpackung erheblich der Inhalt bei, und da ist bei einigen BoD-Sachbüchern durchaus noch Luft nach oben in Bezug auf wissenschaftliches Arbeiten und korrektes Zitieren. Doch daran ändern Jammern und Wehklagen nichts, sondern konkrete Hilfestellung bei entsprechenden Fragen. Dasselbe gilt auch für Buchsatz, Covergestaltung oder knifflige Fragen zur Rechtschreibung oder Zeichensetzung.

Viele Grüße
Monika
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DuaneHanson
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Re: Buchblick - Zeilenzahl unterschiedlich

von DuaneHanson (06.06.2020, 13:16)
Hannelore Goos hat geschrieben:
Es ist einfach nicht zu verstehen. Jeder vernünftige Heimwerker, der sich an eine Arbeit macht, die normalerweise Handwerkersache ist, versucht sich vorher gründlich zu informieren; aber viele Selfpublisher-Bücher werden zusammengeschreibselt und verbreiten den Charme eines zusammengeklebten Schülerreferats.


Denselben Gedanken in etwas verschärfter Form hatte ich, als ich mir deine Webseiten ansah. Jeder Designfail aus den Neunzigerjahren ist dagegen eine Augenweide. Unglaublich, dass ich mit dir über Comic Sans diskutiert habe. Wer solche eine Seite gestaltet, der schreckt vor nichts zurück.
Meine Geschichten sind besser befriedigend als gut.

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