Textfeedback

Stellt euren Text vor und holt euch Feedback der BoD Community.


BridgetArO
Beiträge: 3
Registriert: 16.06.2020, 22:22

Textfeedback

von BridgetArO (17.06.2020, 10:14)
Liebe Community

Vor einem Jahr habe ich das Schreiben für mich entdeckt. Seit dem schreibe ich jeden Tag an meinem Buch, auch wenn ich mir die Zeit dafür manchmal stehlen muss. Aber es macht mir wirklich unglaublich viel Spass. Nun wüsste ich gerne, ob es anderen auch Spass machen könnte, mein Geschriebenes zu lesen. Ich habe einen kurzen Auszug angehängt.

Es ist ein vornehmlich ein Liebesroman, aber es spielen auch viele andere Themen mit rein, wie Kreativität, andere Kulturen, Probleme von Jugendlichecn in ihrer Familie und ihre Auswirkungen.

Vielen Dank für jede Art von Feedback.
Dateianhänge
Your skin and bones.Test.pdf
(247.43 KiB) 114-mal heruntergeladen

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5792
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Textfeedback

von Siegfried (17.06.2020, 13:22)
Hi!

Bevor ich irgendetwas zu dem Text sage und mich möglicherweise in die Nesseln setze, eine kurze Frage: Kommst du aus der Schweiz?

Fröhliche Grüße

Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

BridgetArO
Beiträge: 3
Registriert: 16.06.2020, 22:22

Re: Textfeedback

von BridgetArO (17.06.2020, 13:47)
Hallo,
Schön, dass mir so schnell jemand schreibt.

Ich kann es wohl nicht verleugnen. Ich komme aus der Schweiz...

Benutzeravatar
DuaneHanson
Beiträge: 83
Registriert: 13.04.2020, 18:59
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Textfeedback

von DuaneHanson (26.06.2020, 00:28)
Englischer Titel? Finde ich schon mal blöd. In der zweiten Zeile steht ein und? Fehler oder Absicht. Welche?

Auf der kurzen Strecke vom Garten zur Strasse wechseln sich Licht und Schatten, denn der Weg ist
teils durch überhängende Zweige von Birken- und Ahornbäumen abgedeckt

Lass mal alle Adjektive weg. DIe Strecke vom Garten zur Straße ist immer kurz. Abgedeckt ist unglücklich. Abgeschattet oder was anderes.

reflektieren die Helligkeit grell

sind hell würde völlig reichen. Dein Stil ist zu kompliziert, ohne Nutzen davon zu haben.

glänzen kleine Schweissperlen auf seinem Rücken wie kostbare Diamanten

... glänzen Schweissperlen auf seinem Rücken wie Diamanten. Schweißperlen sind immer klein und Diamanten sind immer wertvoll. Lass alle Adjektive weg. Bitte.

Aber die langen Muskelstränge zeichnen sich unter der Haut ab.

Du schreibst nicht erfrischend, man hat das Gefühl, die Sätze schon mal gelesen zu haben. Muskeln unter der Haut. Ja, wo sonst? Du hast zu viele Passivkonstruktionen, die das Lesen mühsam machen. Beispiel: Ein leises Klopfen lässt mich aufblicken. Er klopft und ich blicke auf. Oder es klopft, aber mein Gott, wer soll es sonst sein? Es wirkt leicht gestelzt.
Dass es eine Ich-Erzählerin ist, kommt zu spät. Hätte jeder andere auch erzählen können. Schreibst du aus ihrer Perspektive, muss da mehr Drive rein. Oder ist sie so langweilig und etwas dröge?
Dass sie sich als Stalkerin empfindet, weil sie ihm beim Arbeiten zusieht, ist so etwas. Reichlich übertrieben, finde ich.

Also sei mir nicht bös, es ist eine Fingerübung, mehr nicht. Bevor du schreibst, solltest du mehr lesen und daraus lernen. Lass alle Adjektive weg. Das wäre schon mal ein Anfang. Erst wenn durch das Weglassen der Sinn entstellt ist, kannst du eins wieder einfügen. Oder zwei. cheezygrin

P.S.: Mutieren kann man nur zu etwas anderem, nicht an etwas anderes.

P.P.S.: Interessant, dass sein Part nicht aus der Ich-Persepektive geschrieben ist. Ist das Absicht?


Frau H. aus F. wird gleich wieder hervorkommen und sagen, dass du auf mich nicht hören sollst, weil ich ein Troll bin. Wenn sie das so sieht, bitte. Mein primäres Ziel ist auch nicht, dich zu entmutigen, aber wenn du willst, dass es mehr lesen als nur ein paar Freunde und die Familie, musst du noch viel investieren. Nur weil man Sätze aneinandereihen kann, die einen Sinn ergeben und am Ende eine Geschichte erzählen, heißt das nichts.
Ich erwarte von einem Text nicht weniger, als dass er mich dermaßen in seinen Bann zieht, dass ich ihn lesen muss! Das macht deiner nicht, er plätschert so vor sich hin. Wenn du den Inhalt auf zwei Seiten unterbringst und die Charaktere trotzdem noch besser rausarbeitest, kann man vom Anfang einer Geschichte sprechen.
Meine Geschichten sind besser befriedigend als gut.

Andreas Knopf
Beiträge: 18
Registriert: 16.05.2020, 12:06

Re: Textfeedback

von Andreas Knopf (30.06.2020, 00:42)
Gut. Plot fehlt aber.

- Die erste Seite liest sich tatsächlich etwas mühselig wegen den Adjektiven. Man kommt also schwer rein in die Story. Aber genau das Problem haben viele Autoren auf der ersten Seite. Danach gings aber und der Text liest sich flüssig. Die Adjektive hatten auf mich dann eher eine unterstützende Wirkung um im Rhythmus zu bleiben.

- Die Romantik ist mir zu seicht und die Welt zu perfekt. Schließlich hat jeder mal irgendjemanden bei der Arbeit beobachtet und dabei wohl interessantere Gedanken gehabt. Die Protagonisten haben keine Sprachschwierigkeiten, es gibt keine Heimtücke, keine Gewalt, nur wenig körperliches. Es gibt aber einen Unfall und eine unerklärliche Tat.

- Der plötzliche Perspektivwechsel in den Osaka und wieder zurück war schon eine coole Idee. Aber als wir Osakas Gedanken hörten, waren die 1:1 im gleichen Stil formuliert wie die Gedanken der Frau. Also kann da irgendwas nicht stimmen. Da müsste sich auf jeden Fall eine vollkommen andere Gedankenwelt auftun.

- Der Unfall bewirkt keinen Twist in der Geschichte. Denn der Osaka war ja eh gerade fertig mit der Arbeit. Der Garten ist jetzt schön, Mama und Papa sind jetzt zuhause. Alle sind zufrieden und alle Aufgaben sind erledigt. Schlafenszeit und morgen kann der Alltag wieder einkehren. Also was ich damit sagen will: Es fehlt der Plot: Daher empfehle ich dir dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=cRhXPkd8_3A

BridgetArO
Beiträge: 3
Registriert: 16.06.2020, 22:22

Re: Textfeedback

von BridgetArO (30.06.2020, 09:37)
Vielen, vielen Dank für die Antworten bis jetzt.
Das ist ja der erste längere Text, den ich je in meinem Leben geschrieben habe, meine eigenen Schwächen und Logikfehler zu erkennen fällt mir noch sehr schwer.

Es ist natürlich nur der Anfang des Textes, die Geschichte geht dann noch ewig weiter.

Ich finde die Inputs extrem nützlich, der fehlende Perspektivenwechsel, der übermässige Gebrauch von Adjektiven und so weiter. Das werde ich mir zu Herzen nehmen, wenn ich nochmals über die Bücher gehe.

Benutzeravatar
H.Radmann
Beiträge: 27
Registriert: 10.10.2018, 01:52
Wohnort: Offenbach Germany / Dumarao Philippinen

Re: Textfeedback

von H.Radmann (05.07.2020, 22:42)
Hallo,

Mein Feedback wäre folgendes:

Auch mir fiel es nicht leicht, den Anfang durchzustehen, bis später recht flüssige Handlungen zu lesen waren, z. B. als OSARO den Unfall hat. Ich kann das ein wenig verstehen. Den Anfang auszudenken ist schwierig, beim Niederschreiben erster Sätze, die jedoch gerade stimmig, von unnötig vielen Adjektiven frei und interessant sein müssen, kommt man, wenn das eigene Kopfkino der Handlung läuft, schneller in den Fluss. Ich erlebe es beim Schreiben jedenfalls so.

Als Tipp für einen guten Anfang kann ich raten, im Geist die Handlung bewusst wie einen Film abspulen zu lassen, Stichwortnotizen zu kritzeln und bewusst die Namen der Protas dabei zu benutzen.

Die Adjektivfrage sehe ich so und so: Bei der Beschreibung einer Frau, die am Strand entlanggeht, und die der Leser zum ersten Mal bewusst vorgestellt bekommt, sind Adjektive unumgänglich, wenn sie logisch, feinfühlig und nicht doppelt in kurzer Folge eingesetzt werden. Geht es um eine sich bewegende Handlung (Abläufe eines Unfalls meinetwegen), müssen sie weggelassen, oder sehr sparsam mal als Pünktchen-Highlight eingesetzt werden.

Ich habe mit Vergleichen einer Männerstimme mit Felsen in Lanzarote, die dunkel sind, meine Probleme. Es stellt keine Verbindung zu Eigenschaft einer lebenden Figur dar, die sie positiv beschreibt. Man vergleicht lebendige Eigenschaften wie eine Stimme, eine Bewegung, Anmutigkeit von Körperdetails eines Menschen lieber mit beweglichen Dingen, wie eine Pflanze, ein schönes Tier oder Naturbewegungen, wie Wellen. Ich selbst verwende solche Vergleiche aber sehr sparsam, denn wir sind, anders als im Orient alter Zeit, es als moderne Leser nicht mehr so gewohnt. (Wie z. B. die Sulamitin in der Bibel einmal mit einer anmutigen Gemse verglichen wird). Lass die Felsen besser weg. Hier kämen wieder mal Adjektive zu Osaros Stimme besser zur Geltung, aber bitte gezielt und nicht damit drauflos ballern.

Wenn die weibliche Figur Interesse an Osara hat, nach dem Ausfragen ebenso lapidar feststellt, das nach seiner lapidaren Antwort es sie eigentlich nichts angeht, kommt bei mir keine Idee auf, das sich eine Liebesbeziehung anbahnen könnte. Es fehlen die "Treppenstufen" eines Spannungsbogens. Am Anfang wird die Beobachtung des Mannes vom Fenster aus zu lahm beschrieben, irgendwann heißt es plötzlich:...immer noch hochsommerlich heiss, aber diese berauschende Intimität die ich am ersten Tag gespürt habe ist verschwunden.. Jetzt ist es irgendwann "berauschend", so unverhofft. Das ergibt für mich eher eine Verwunderung, warum die Handlung so völlig abdriftet. Das muss vorher prickelnder beschrieben werden, Step by Step. Das Essen und der Nudelsalat reichen nicht für diese "Intimität" die es doch gegeben haben soll.

Gut gemacht ist die Passage mit dem überwuchernden Garten der Großmutter.

Das Schwierige bei Deinem Text aber sind die Dialoge. Sie stehen nicht untereinander als Gespräch, werden flüssig in die Textzeilen eingebaut und meist mit Sprecherverben und Satzbausteinen dazu versehen. So bekomme ich kein Kopfkino für Deine Handlung hin. Als Leser kann ich das nicht als so toll empfinden. Einen gesprochenen Satz dann mit... "sagte er daraufhin." oder ähnlich zu versehen empfinde ich mehr wie ein Lehrbuch für Schüler, nicht als einen Belletristiktext. Zudem sind es zu wenige, so dass ich nicht von einem DIALOG sprechen kann.

Ich schreibe selbst wesentlich dialogbetonter, um die Handlung fürs geistige Auge lebendig zu halten. Wenn Du das selbst nicht möchtest, ist das ein persönlicher Stil, der nicht generell zu kritisieren ist. Aber für mich ist der Text so nicht weiter interessant genug.

Ich kann Dir eine paar kurze PDF Leseproben von mir als PN schicken. Meine Kontaktdaten kannst Du auf meiner Webseite finden. Zumindest beim Thema Dialoge könnte es vielleicht hilfreich sein. Einer meiner Vorredner bemerkte richtigerweise, dass Du selbst mehr lesen solltest, was andere schreiben.

Ich möchte Dich aber ermuntern, das Schreiben weiter zu machen. Hier werden keine "Dämpfer" verteilt, die abschrecken sollen. Hilfe und konstruktive Kritik zeugen vom Ernst nehmen eines Beitrags hier. Vielen Dank für Deinen Post hier im Forum.

Hans

Zurück zu „Textfeedback“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.