Vorsicht bei der Verlagssuche!!!

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M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (14.09.2007, 14:01)
Hallo,
ich weiß nicht, ob es hier schon erwähnt wurde, aber BOD (Norderstedt) ist KEIN Verlag! Es ist ein Druckdienstleister, der ISBNummern mit anbietet. Die Kunden von BOD bekommen die Möglichkeit, mit Hilfe von BOD einen Selbstverlag zu betreiben. Wenn BOD sich als Verlag darstellt, wieso hält er sich dann nicht an die Verlagsgesetze?
Gruß

julia07
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Re:

von julia07 (14.09.2007, 16:33)
Hallo, Mr. Hakket,
willkommen im BOD-Forum!

Da habe ich doch gleich mal eine Frage an Dich:
Welche Verlagsgesetze hält BoD Norderstedt denn nicht ein? Das wäre für mich, als (beinahe) 5-fache BoD-Autorin interessant zu wissen cheezygrin
Übrigens, BoD (Noderstedt) ist gar kein "ER", denn eine GmbH ist doch weiblich, oder irre ich mich da :wink:

LG, Julia

hwg
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Re:

von hwg (14.09.2007, 17:05)
Hallo Julia - und entschuldige, wenn ich mich einmische :? :

BoD Norderstedt ist tatsächlich k e i n herkömmlicher V e r l a g .
Echte Verlage tragen nämlich das Risiko einer Buchherausgabe und
übertragen es nicht dem Autor!

Dieser wird von einem Verlag für seine Arbeit entweder mit Einmalhonorar oder nach der Höhe des Buchabsatzes im regulären Handel entlohnt. Bei BoD trägt der Autor, so wie ein Eigenverleger bei jeder anderen Druckerei, das Risiko völlig allein. Und das macht eben den großen Unterschied aus - man kann es drehen und wenden wie man will.

Die Entscheidung, wie wer mit seinem Typoskript umgeht, muss ohnehin jeder Autor selber treffen.

Lieben Gruß!

julia07
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Re:

von julia07 (14.09.2007, 17:17)
Sorry, aber das habe ich doch gar nicht behauptet :wink:

Mein Vorredner hatte (provokativ) auf irgendwelche nicht eingehaltene Verlagsgesetze verweisen und ich wollte nur wissen, worum es da geht!!

Das mit der GmbH war ein Witzle, ich hoffe, Mr. Kakket hat das so verstanden :D

LG, Julia

hwg
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Re:

von hwg (14.09.2007, 17:26)
Der Anlass war die Frage bezüglich Verlagsgesetze.
Ein Unternehmen, das k e i n Verlag ist, muss auch
die entsprechenden Gesetze nicht beachten.

Ich wollte Dich auch nicht belehren. Und das wegen
dem richtigen Artikel wird Hakket wohl richtig zu deuten
wissen, denke ich. :lol: Auf dem Bild schaut er nämlich
gar nicht zwider drein. :wink:

Einen angenehmen Abend!

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (14.09.2007, 18:58)
Hallo Julia07!

Bod ist weiblich? :shock::
Liegt wohl daran, dass Männer immer alles vermännlichen ...

Aaaalso, so weit mich meine grauen Zellen nicht im Stich lassen, ist es eigentlich so, dass ein Verlag zB grundsätzlich den Versand der Pflichtexemplare übernimmt. Kostenfrei. Zwar weiß ich im Moment nicht, ob Bod das mittlerweile macht, meine letzte Info war, dass sie sich das bezahlen lassen.
Dann ist ein Verlag eigentlich dazu verpflichtet, gemessen an der Auflage dem Autor eine Mindestanzahl von Freiexemplaren zur Verfügung zu stellen - was Bod meines Wissens nach nicht macht.
Das nur mal auf Anhieb.

Außerdem sagt Bod (also, ähm, die jetzt nicht direkt, weil eine GmbH ja nichts sagen kann, egal ob Männlein oder Weiblein): Verlegen Sie Ihr Buch.
Daraus muss ich schließen, dass Bod kein Verlag ist, sondern ein Druckdienstleister.

Aber ich will Bod nicht schlecht machen. Darum ging es mir nicht. An sich sind sie ganz okay und preiswert. Schleißlich haben sie auch das Book on Demand Verfahren losgetreten, und das muss man ihnen hoch anrechnen.

Aber nochmal: Ich bin mir zu 99,999% sicher, dass Bod KEIN Verlag ist.

Gruß

julia07
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Re:

von julia07 (14.09.2007, 19:32)
Hakket, ich verstehe da offenbar etwas nicht so recht.
Wer hat denn behauptet, dass BoD ein (echter) Verlag ist?
Mir war nie etwas klarer, als diese Tatsache!!! Genau genommen ist BoD eine Art Zwitter, denn die eine oder andere Aufgabe übernehmen sie ja tatsächlich. Dazu gehört z. B. der Versand der Pflichtexemplare, denn der ist bei den 39 Euro ja enthalten. Sicher lassen sie sich das auch bezahlen, aber auch eine Heyne-Verlag schenkt das nicht her! Auch die rechnen das irgendwie in ihre Kalkulation mit rein.

Also, ich denke, hier liegt ein kleines Missverständnis vor, was VERLAGE angeht. Vielleicht sagen wir ja manchmal einfach nur "Verlag", wenn wir BOD meinen, weil das Wort "Druckdienstleister" zu lang ist cheezygrin

LG, Julia

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (14.09.2007, 20:19)
Hallo julia07

Ok, ich habe dich da missverstanden. Ich dachte, du gehst davon aus, dass Bod ein Verlag ist - ob männlich, weiblich oder sächlich cheezygrin

Lieben Gruß

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hawepe
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Re:

von hawepe (14.09.2007, 21:34)
Hallo Hakket,

Hakket hat geschrieben:
Aaaalso, so weit mich meine grauen Zellen nicht im Stich lassen, ist es eigentlich so, dass ein Verlag zB grundsätzlich den Versand der Pflichtexemplare übernimmt.


Das mag die Regel sein, aber vorgeschrieben ist es nirgendwo.

Kostenfrei. Zwar weiß ich im Moment nicht, ob Bod das mittlerweile macht, meine letzte Info war, dass sie sich das bezahlen lassen.[/quote]

BoD macht es, bei anderen Anbietern sieht es verschieden aus. Ob extra bezahlt werden muss oder eine Mischkalkulation vorgenommen wird, ist dabei eigentlich egal. Okay, wer selbst abliefern will, wird vermutlich etwas gegen eine Mischkalkulation haben.

Dann ist ein Verlag eigentlich dazu verpflichtet, gemessen an der Auflage dem Autor eine Mindestanzahl von Freiexemplaren zur Verfügung zu stellen.


Je 100 gedruckter Buecher ein Freiexemplare, sagt das Verlagsgesetz. Die durchschnittliche Auflage bei BoD liegt im zweistelligen Bereich :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (14.09.2007, 21:46)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Dieser wird von einem Verlag für seine Arbeit entweder mit Einmalhonorar oder nach der Höhe des Buchabsatzes im regulären Handel entlohnt.


Das Verlagsgesetz sieht aber ausdruecklich vor, dass auch eine "Vergütung nach dem Absatze" zusaetzlich ist. Wird nichts verkauft, gibt es auch kein Geld.

Bei BoD trägt der Autor, so wie ein Eigenverleger bei jeder anderen Druckerei, das Risiko völlig allein.


Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich aus 39 Euro die Herstellung eines Buches finanzieren laesst? Oder aus 99 Euro einschliesslich Covergestaltung bei Engelsdorf? Erst wenn hinterher auch Buecher verkauft werden, geht die Rechnung auf.

Damit will ich keineswegs Unterschiede zwischen BoD und klassischen Verlagen leugnen, aber die Uebergaenge verschwimmen immer mehr. Kuerzlich erzaehlte mir ein Kollege, dass er in den siebziger Jahren fuer einen Reisefuehrer 40 000 DM Honorar bekommen hat, jetzt sollte er sich mit 1000 Euro bescheiden. Das mag ein Extrembeispiel sein, aber es zeigt die Tendenz.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (15.09.2007, 06:28)
Guten Morgen Heinz!

Gegen BoD-Produkte habe ich überhaupt nichts, es liegt mir nur daran, den Unterschied zwischen einem richtigen Verlag und einem Produktions-Dienstleister zu verdeutlichen.

Hinsichtlich der Honorierung von Autoren kommt es natürlich auf den jeweiligen Verlagsvertrag an. Diesen vor der Unterschrift genau zu "studieren" ist ohnehin notwendig.

Bei mir ist kein Vertrag im strengen Sinn erforderlich. Ich bekomme für jeden veröffentlichten Band ein Einmalhonorar. Somit ist für mich die Anzahl der verkauften Bücher (es sind ausschließlich TB) nebensächlich. Je mehr Käufer ein Band findet, desto besser steigt der Verleger aus.
Deswegen hat er mit mir ja auch seine Freude :wink: - und ich bin mit dieser Regelung einverstanden, denn sie ermöglicht mir einen relativ konstanten Teil meines Einkommens.

Dass inzwischen auch so mancher "ordentliche" Verlag vom Autor eine gewisse finanzielle Beteiligung verlangt, habe ich auch schon gehört.
Auf Nachfrage wird das aber vehement bestritten - auch von den Autoren.

Einen angenehmen Tag wünscht Dir Hans.

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Judith
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Re:

von Judith (15.09.2007, 11:58)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Dass inzwischen auch so mancher "ordentliche" Verlag vom Autor eine gewisse finanzielle Beteiligung verlangt, habe ich auch schon gehört.
Auf Nachfrage wird das aber vehement bestritten - auch von den Autoren.


Ja, ich hatte auch bei einem neueren Kleinverlag angefragt, und die verlangen 900 Euro. Anscheinend finden sie dafür aber meist Sponsoren. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich bei diesem Betrag und den Leistungen, die angegeben wurden, noch nicht abgezockt fühlen würde. Das sind wohl eher reale Kosten für Lektorat, Herstellung, Werbung etc.

Bei einem anderen Verlag, der gegen Zuschussverlage wettert, sollte ich beinahe 2.500 Euro für mein Vorlesebuch zahlen, es wurden 60 Seiten veranschlagt. :twisted:

Grüßle,
Judith
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Re:

von hwg (15.09.2007, 14:18)
Guten Tag Judith!

Interessant. Ich kenne jedenfalls keinen "ordentlichen" Verlag, der von seinen Autoren Geld verlangt.

Dass besonders Kleinverlage auf Förderungen angewiesen sind, ist klar. Diese bekommen sie bei uns jedoch von Bund und Land sowie von im Impressum zumeist angeführten Sponsoren wie Großunternehmen, Geldinstituten oder Vereinen.

Für die "Großverlage" (bei österreichischen Verlagen, die noch nicht in deutscher, englischer oder US-amerikanischer Hand sind, ein etwas übertriebene Bezeichnung) gibt es ebenfalls staatliche Förderungen und finanziell ertragreiche Preise für "das schönste Buch" et cetera. Deshalb verstehe ich nicht, weshalb sie die Autorenhonorare - außer bei "Stars" - regelmäßig nach unten drücken.

Etliche unserer literarischen Organisationen geben im Eigenverlag ebenfalls Bücher heraus, verlangen von ihren Mitgliedern jedoch - insofern die Auskünfte stimmen - ebenfalls keinen Druckkostenzuschuss. Dass dann die Mitglieder das Buch zum regulären Preis (gegebenfalls mit geringem Rabatt) erwerben, versteht sich von selbst.

Der "lterarische Acker" ist eben sehr vielfältig, manchmal karg, manchmal üppig bestückt.

Gruß Hans

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.09.2007, 14:32)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Gegen BoD-Produkte habe ich überhaupt nichts, es liegt mir nur daran, den Unterschied zwischen einem richtigen Verlag und einem Produktions-Dienstleister zu verdeutlichen.


Ich wollte dich auch gar nicht in diese Ecke draengen, nur scheinen mir die Grenzen zwischen klassischen Verlagen und Book-on-Demand-Dienstleistern immer fliessender zu werden.

Ich weiss von verschiedenen Kleinverlagen, dass sie laengst zum Digitaldruck auf Bestellung uebergegangen sind. Andererseits drucken keineswegs alle Book-on-Demand-Dienstleister erst nach Eingang einer Bestellung. Vom Engelsdorfer Verlag weiss ich, dass sie eine kleine Lagerhaltung betreiben, weil das trotz Lagerkosten sinnvoller ist.

Sieht man von den erfolgreichen Grossverlagen ab, naehern sich auch die Honorare an. Bei manchen Kleinverlagen kann man kaum noch ernsthaft von einer Honorierung sprechen.

Aehnlich sieht es beim Vertrieb aus. Nicht nur BoD und Engelsdorf stehen vor dem Problem, nicht in den klassischen Buchhandel zu kommen, sondern ebenso die grosse Mehrheit der Kleinverlage. Gerade die Kleinverlage arbeiten deshalb gerne auf Erfolgsbasis - entweder der Autor uebernimmt selbst das Marketing oder sein Buch wird ein Ladenhueter und er geht honorarmaessig weitgehend leer aus :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (15.09.2007, 14:49)
Guten Tag Heinz!

Jeder, auch ein "klassischer" Verlag, kann sich der BoD-Produktion bedienen. Und wenn nach abgeschlossenem üblichen Verlagsvertrag
es sich herausstellt, dass das Buch keine Käufer findet, da können die
Honorarbedingungen noch so gut sein, dann der Autor eben leer aus - logisch.

Doch das ganze Prozedere der Buchherstellung übernimmt der "klassische" Verlag ohne dafür einen Druckkostenbeteilung vom Autor zu fordern und trägt eben, wie gesagt, das volle Herstellungsrisiko.

Dieses wiederum hängt ja von der geplanten Auflage und den vom Verlag angestellten Werbemaßnahmen ab - bei BoD kann er eben durch die Produktionsbedingungen das Risiko relativ gering ansetzen.

Trotzdem wird ein angesehener "klassischer" Kleinverlag eher auf die Qualität des Buchinhaltes achten, als ein Druckkostenzuschuss-Unternehmen, das im Grunde nur von der Geldausgabebereitschaft der Autoren profitiert.

Deshalb bin ich noch immer nicht von der Sinnhaftigkeit einer DKZV-Veröffentlichung überzeugt.

Gruß Hans

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