Wie geht ihr mit negativer Kritik um?

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Pamuk
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Wie geht ihr mit negativer Kritik um?

von Pamuk (21.09.2013, 22:06)
Liebe Mitglieder,

da mein gerade veröffentlichtes Buch "Phönix - Mein neues Leben" offenbar sehr zu polarisieren scheint (es geht um das Thema Trennung aus Frauenperspektive und nimmt die Herren der Schöpfung an so mancher Stelle auf die Schippe), habe ich gleich zu Beginn der Veröffentlichung nicht nur positives Feedback bekommen.

Meine erste Reaktion war, dass ich gekränkt war, da ich naiver Weise erwartet hatte, dass sich ohnehin nur solche Menschen das Buch kaufen, die das Thema interessiert und die den Humor auf dem Klappentext verstehen und mögen.

Stattdessen aber wurde das Buch aber beispielsweise auch von einem Mann gekauft, der mich aus früheren Zeiten kannte und sich überhaupt nicht den Klappentext bei amazon angesehen oder durchgelesen hat, offenbar nicht einmal das Cover und der mich verbal - halb-öffentlich (Facebook) - dafür angegriffen hat, nachdem ihm das Buch dann geliefert wurde.

Hat schon jemand von euch die Erfahrung gemacht, dass er für eine Veröffentlichung scharf kritisiert wurde? Z. B. insbesondere bei polarisierenden Veröffentlichungen? Wie geht ihr damit um?

Danke für eure Antworten.

Sandra
Phönix - Mein neues Leben
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Stoff
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Re:

von Stoff (21.09.2013, 22:37)
Also ich setz mich dann immer in eine Ecke und heule leise vor mich hin. thumbbup
Mehr Stoff vom Stoff gibts auf http://www.stoffworks.com
"Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bilde etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf." (Hermann Hesse: Demian)

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Siegfried
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Re: Wie geht ihr mit negativer Kritik um?

von Siegfried (22.09.2013, 00:26)
Pamuk hat geschrieben:
Hat schon jemand von euch die Erfahrung gemacht, dass er für eine Veröffentlichung scharf kritisiert wurde? Z. B. insbesondere bei polarisierenden Veröffentlichungen? Wie geht ihr damit um?

Danke für eure Antworten.

Sandra


Selbstverständlich habe ich schon die Erfahrung gemacht, für eine Veröffentlichung scharf kritisiert zu werden. Mein Text war damals auch stark polarisierend (es ging damals in einem Text von mir um einen Vergleich von bösartigen Arbeitgebermethoden, z. B. die Entlassung von Mitarbeitern nach 30 Jahren Betriebszugehörigekt, und der Bekämpfung des HI-Virus' - hey, war da Stimmung im Karton! cheezygrin ) .

Aber wo ist das Problem?

Wer einen Text - gleich welcher Art - in die Öffentlichkeit stellt, muss immer damit rechnen (und damit leben), dass irgendjemandem dieser Text nicht gefällt. Na und? Ist das schlimm?

Wenn der Text dann auch noch stark polarisierend ist, erzwingt das geradezu bösartige bis gehässige Reaktionen. Das ist der Kern der Polarisierung. Wer polarisierende Texte veröffentlich und meint, es gibt nur Streicheleinheiten, läuft zutiefst naiv durch die Weltgeschichte. Sich nach solchen Reaktionen beklagen, jammern oder heulend in der Ecke sitzen, ist so ziemlich das Dämlichste, was man machen kann. Wer polarisierende Texte schreibt, will doch nichts anderes als bösartige Reaktionen. Worüber beklagst du dich also?
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Angel_M_Weiss
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Re:

von Angel_M_Weiss (22.09.2013, 02:13)
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mtg
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Re:

von mtg (22.09.2013, 10:33)
Schauen wir uns das Wort »polarisierend« doch einmal näher an: Weiter entfernt als die beiden Pole kann man wohl nicht sein. Wer also »polarisierend« schreibt, weiß im Voraus, dass die eine Seite Beifall zollen wird und die andere Seite stinkig ist.

Aber sind es nicht gerade die polarisierenden Dinge, die die Diskussionen befruchten? Diese weichgespülte »Dutzi-Dutzi«-Haltung, die manchen Kommentaren hier im Forum zu entnehmen ist, führt überall hin, aber nicht nach vorne.

Es gib das schöne Sprichwort »Wer austeilt, muss auch einstecken können«. Natürlich ist es im ersten Moment nicht schön, wenn irgendwelche Hanseln am eigenen Baby, an dem man so lange gearbeitet und gefeilt hat, Kritik üben. Aber man kann der Form der Kritik fast immer entnehmen, ob sich jemand mit dem Buch überhaupt befasst bzw. es gelesen hat. In dem Moment basiert auch negative Kritik auf Wissen. Alles andere ist dummes Gewäsch.

Mir wurde mal in eine Forum von einem ebenfalls Betroffenen vorgehalten: »Naja, wer der Welt für € 9,95 erklären will, dass man mit HIV leben kann, der hat ja wohl nicht viel zu sagen.« Leider hatte der Betreffende in seinen Beiträgen in diesem Forum außer Polemik überhaupt nichts beizutragen, daher wusste ich, wie diese Äußerung einzustufen ist - auch wenn ich mich anfänglich darüber geärgert hatte.

Hätte er keine Sprache, meine Rechtschreibung, meinen Satzbau, meine Bezüge oder was auch immer an handwerklichen Fehlern in Büchern auftauchen kann, kritisiert - ich hätte mich auch geärgert, aber nichts daran machen kann - denn Kritik an handwerklichen Fehlern ist sachlich gesehen objektiv ... und wer als Anfänger gleich die Sprache revolutionieren möchte, sollte sie zunächst einmal beherrschaen, damit er überhaupt weiß, was er da tut.

Kritik - im besten Sinne - ist die Reflektion der Umgebung auf das eigene Werk - und vielleicht sogar auf das eigene Ich. Man muss mit Kritik umgehen können, man muss sie einsortieren können, man muss sie zur Weiterentwicklung nutzen können - aber man muss sie auch aushalten.

Wer mit einem Buch oder dergl. an die Öffentlichkeit geht, stellt sich damit bereits proaktiv der Kritik. Nun zu erwarten, dass es keine Reaktion gäbe bzw. nur die erwartete, halte ich für naiv. Denn erstens kommt es immer anders, als man zweitens denkt. Warum sollte es hier anders sein?

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chiquitita
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es kommt auf den Ton an

von chiquitita (22.09.2013, 11:35)
Die erste Kritik an meinem Buch kam von einer Kollegin hier aus dem Forum. Für Judith war ich zu „deutsch“, um in Spanien zu leben. Vielleicht hatte sie damit auch Recht. Dass sie Kommafehler bemängelte, dafür bin ich ihr dankbar. Das war und ist meine Schwäche. Im Großen und Ganzen war ihre Kritik allerdings freundlich geschrieben. Danke dafür, Judith. Deshalb habe ich mich darüber auch nicht geärgert. Ich glaube, das ist der Knackpunkt. Der Ton macht die Musik. Eine andere 2-Sterne Rezension beschreibt das Buch, bzw. mich als „misantrop (sic!) und oberflächlich“. Hätte sie mich wegen Rechtschreibfehlern kritisiert, hätte ich wegen des „misanthrop“ dagegen schießen können. Ich habe das Glück, dass die meisten Rezensionen 5-Sterne haben – und das sind keine Gefälligkeitsrezis sondern von Leuten, die ich gar nicht kenne. Und auf die bin ich stolz, also stört mich auch eine weniger gute Aussage nicht, wenn das Gesamtbild stimmt.
Gruß Uschi

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Thomas Becks
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Re: Wie geht ihr mit negativer Kritik um?

von Thomas Becks (22.09.2013, 13:03)
Pamuk hat geschrieben:
Stattdessen aber wurde das Buch aber beispielsweise auch von einem Mann gekauft, der mich aus früheren Zeiten kannte und sich überhaupt nicht den Klappentext bei amazon angesehen oder durchgelesen hat, offenbar nicht einmal das Cover und der mich verbal - halb-öffentlich (Facebook) - dafür angegriffen hat, nachdem ihm das Buch dann geliefert wurde. [...]

Wenn ich dieser Mann wäre, würde ich mich schon über diese Behauptung aufregen, dass ich weder Cover noch Klappentext kannte, ehe ich dieses Buch gekauft habe. Das scheint ja auch eine Privatsache zu sein und hat rein gar nichts mit öffentlicher Kritik zu tun. Dein Bekannter missbraucht die Öffentlichkeit von Facebook für seinen Ärger, was natürlich weißgott nicht nett ist.
[...] Häntsch-Marx

Ich vermute mal, dass Du diesen Doppelnamen von Geburt an hattest, sonst wäre das Buch, ohne dass ich Cover und Klappentext kenne, unglaubwürdig.

Angel_M_Weiss
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Re:

von Angel_M_Weiss (22.09.2013, 14:30)
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.09.2013, 19:24)
Angel_M_Weiss hat geschrieben:
Weißt du, Siegfried, meine Texte sind meist auch sehr polarisierend, deshalb bin ich es gewohnt, mit bösartigen Reaktionen umzugehen. Und ich habe nicht das geringste Problem damit, scheinbar kluge Worte als dummes Geschwätz zu enttarnen, wenn ich es für angebracht halte. Aber will ich bösartige Reaktionen deswegen auch? Ich würde eher sagen, dass man sie mit inkauf nehmen muss, wenn man etwas Bestimmtes erreichen will ...


Ich behaupte einfach mal: Wer polarisierende Texte schreibt, der will auch bösartige Reaktionen. Polarisierende Texte sollen aufschrecken, soll Leute aus dem Gebüsch treiben. Wäre die Reaktion der Gegner nicht bösartig, hätte der polarisierende Text seinen Zweck nicht erfüllt.

Ich kenne eine Menge Bücher, die stark polarisierend sind. Eines stammt von Hamed Abdel-Samad, "Der Untergang der islamischen Welt", der ein Jahr von dem "arabischen Frühling" diese Umwälzungen angekündigt hat. Ein sehr provokantes Buch, das ihm letztlich eine Todes-Fatwah eingebracht hat. Er hat dieses Buch in der Erwartung geschrieben, dass ihm so etwas zustoßen könnte.

Ein anderer provokanter (polarisierender) Autor ist Henryk M. Broder, der ganz bewusst Thesen vertritt, die wehtun - und weiß, dass er damit entsprechende Reaktionen auslöst.

Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky, Ibn Warraq - alles Autoren der Gegenwart, die von Beginn an wussten, was für Reaktionen sie mit ihren Büchern erzeugen würden. Und sie haben ihre Bücher ganz bewusst mit dieser Erwartung geschrieben.

Es gibt in der Geschichte eine Vielzahl von philosophischen Schriften, die polarsierenden Charakter haben und für die die Verfasser ins Gefängnis oder sogar in den Tod gegangen sind. Eine der bekanntesten Schriften ist der Text der "95 Thesen" von Martin Luther. Der Mann hat diesen Text veröffentlicht in dem Bewusstsein, dass er damit den Hass der Katholischen Kirche und des Kaisers auf sich zieht. Also ganz bewusst provoziert.

Wer polarisierende Texte veröffentlicht, der nimmt bewusst und billigend extreme Reaktionen in Kauf - und will solche Reaktionen ja auch. Weil er dann sagen kann: "Seht ihr, ich habe es euch ja gesagt!" cheezygrin
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Angel_M_Weiss
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Re:

von Angel_M_Weiss (22.09.2013, 20:01)
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Pamuk
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Re:

von Pamuk (22.09.2013, 20:11)
Hi Leute,

mmh... ich freue mich, dass ich hier so viele Reaktionen bekommen habe. Danke schon mal dafür.

1. zu "Wer polarisierende Texte veröffentlicht, der nimmt bewusst und billigend extreme Reaktionen in Kauf - und will solche Reaktionen ja auch.":

Nein, ich gehöre zu der Kategorie von Menschen, die überhaupt gar keine Lust auf negative Kritik haben, aber es noch schlimmer fänden, sich davon in ihrem Tun einschüchtern oder beirren zu lassen. Es ist also eine doofe Nebenwirkung, die gerechtfertigt ist, wenn die Hauptwirkung eintritt, aber immer noch doof.
Ich finde auch nicht, dass nur solche Menschen an die Öffentlichkeit treten dürfen, die grundsätzlich kein Problem mit negativer Kritik haben oder es schon gewohnt sind oder besonders tough oder mutig oder was auch immer sind. Im Gegenteil. Ich finde, JEDER hat das Recht, seine Meinung zu äußern.

Und in meinem Fall lerne ich eben gerade, mit öffentlicher Kritik umzugehen. Ich sehe es als Übung, von der ich in Zukunft sicher irgendwie profitieren werde. Aber da es meine erste Buchveröffentlichung ist, muss ich es eben tatsächlich erst lernen. Ich denke nicht, dass man immer schon alles gleich können sollte oder immer nur das tun sollte, was man schon immer konnte. Dann würde man nie dazu lernen.

2. Zu meinem Doppel-Namen: Das ist interessant, dass das jemand als unglaubwürdig einstuft. Allerdings geht es in dem BUch um Trennung nach langjähriger Ehe, insofern glaube ich weniger, dass die Glaubwürdigkeit darunter leidet. Ich habe übrigens kein fieses Buch über Männer geschrieben, nur ein paar "Spitzen" als Zutrittshürde zum Buch aufgeführt, da die Zielgruppe eher Frauen sind.

3. Ja, tatsächlich mache ich mir auch über die negative kritik ernsthaft Gedanken und versuche mir aus allen kritiken einen Eindruck zu machen, ob z. B. die Zielgruppe von mir falsch eingeschätzt wurde oder ich sonst etwas in der nächsten Auflage ändern würde.

Und im Rahmen all dieser Gedanken hat mir euer Feedback sehr geholfen :D Danke nochmals
Phönix - Mein neues Leben

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Angel_M_Weiss
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Re:

von Angel_M_Weiss (22.09.2013, 20:20)
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MW
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Re:

von MW (23.09.2013, 10:51)
Hi, mir das Problem der "Kritik" sehr wohl bekannt. Gerade bei Fachbüchern – und erst recht, wenn es um das Thema "Geld und Stundensatz" geht – gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Was dem einen viel zu teuer ist, ist dem anderen viel zu preiswert – und umgekehrt.

Ich denke es gehört einfach zum Geschäft, dass man immer wieder Kritik einstecken muss. Wichtiger ist, dass man daraus lernt. Was wird bemängelt? Wie kann man sein Buch dahingehend optimieren und die kommenden Auflagen immer mehr den Bedürfnissen des Marktes anpassen?

Immerhin sollte einem klar sein, dass man mit der Veröffentlichung eines Buchs nicht länger für sich, sondern für die Leser schreibt, die an der eigenen Geschichte/Erfahrung teilhaben wollen. Und da ist Kritik ein wichtiger Baustein, um sein Werk mehr und mehr zu verbessern.

Bedauerlich sind allerdings üble Rezensionen von Lesern, die entweder a) das Buch nicht gelesen oder b) nicht verstanden haben. Und überdies löscht Amazon solche "dummen" Bewertungen nicht.

Solche Bewertungen haben mich anfangs sehr aufgeregt, da sie einfach ungerecht(fertigt) in meinen Augen sind. Aber auch mit diesen Kommentaren muss man leben. Am besten ist es wohl diese einfach zu ignorieren. Ich nehme meist kurz, knapp und höflich Stellung (damit Dritte eine professionelle Gegenmeinung bekommen), lasse mich aber auf keine Diskussionen ein.

Mit einer Diskussion mit einem Querulanten erreicht man nämlich genau das Gegenteil, was "marketingtechnisch" sinnvoll ist: man bauscht ein schlechtes Thema zu einer riesen Disukussion auf, während all die schönen Bewertungen an Wertigkeit verlieren, da nun der längste Text die blöde Diskussion ist.

Fazit: Bei schlechter Kritik gehe ich wie folgt vor:

a) Prüfen, ob sie berechtigt ist. Wenn ja, das Buch überprüfen und ggf. nachbessern.

b) Wenn die Kritik unberechtigt ist, stelle ich den Sachverhalt kurz, knapp und höflich richtig und beende damit meinen Diskussionsbeitrag, um das Thema nicht künstlich aufzbauschen.

c) Zwei Minuten still über den Döskopf ärgern und sich dann über das gute Feedback freuen :wink:
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
www.designkalkulieren.de

artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (23.09.2013, 13:24)
MW hat geschrieben:
Fazit: Bei schlechter Kritik gehe ich wie folgt vor:

a) Prüfen, ob sie berechtigt ist. Wenn ja, das Buch überprüfen und ggf. nachbessern.

b) Wenn die Kritik unberechtigt ist, stelle ich den Sachverhalt kurz, knapp und höflich richtig und beende damit meinen Diskussionsbeitrag, um das Thema nicht künstlich aufzbauschen.

c) Zwei Minuten still über den Döskopf ärgern und sich dann über das gute Feedback freuen :wink:


Eine Buchkritik:

"Bereits der Titel ist skandalös, deshalb verrate ich ihn nicht ... [Der Autor] hat noch nie so ein erbärmliches Buch geschrieben ... leicht erkennbare Personen werden lächerlich gemacht und teilweise denunziert ... Ich habe viele Bücher von ihm gelobt und Jahrzehnte lang an sein Talent und seine Redlichkeit geglaubt ... [Er] stellt sich wieder einmal als Opfer dar ... Ich halte nichts davon, dass ein Autor mir sein Werk erklärt. Der Text muss für sich selbst stehen ... Besprechen will ich das Buch nicht, weil das literarische Niveau aus meiner Sicht zu niedrig ist ... Es ist miserable Literatur, es ist wirklich ungeheuerlich ..."

Wie gesagt: Kritik zu einem einzigen Buch. Welche Variante wählt der Buchautor - a, b oder c?

Vom gleichen Buchkritiker übrigens dieses Bonmot: "Wer schreibt, provoziert!"
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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (23.09.2013, 14:05)
Ich finde, es kommt immer darauf an, was einem "negative Kritik" bedeutet.

Es gibt Menschen, die sind blind und taub für negative Kritik.
"Ihr seid ja nur neidisch" ist dann oft in abgewandelter Form zu hören.
Ich gehöre hingegen zu einer anderen Sorte Mensch.
Es gab eine Zeit, da hätte ich wie folgt geantwortet:

"Negative Kritik bedeutet, ich habe Scheiße gebaut! Also, korrigieren, und hoffen, dass es beim zweiten Mal besser ist. Wenn es dann immernoch Kritik hagelt, kann ich es einfach nicht, dann lasse ich es."

Aber ich bin "gereift". Solche Aussagen hört man von mir nur noch äußerst selten. Deshalb hier ein etwas ausführlicheres, distanziertes Fazit meiner Erfahrung

Vielfach wurde es hier ja bereits dargestellt.
Ist die Kritik konstruktiv? Kann ich damit etwas anfangen, wenn mir jemand schreibt, meine Sätze seien zu lang?

Wenn meine Sätze im Schnitt nach fünf Wörtern enden, dann scheint derjenige ein anderes Buch gelesen zu haben als meins.
Wenn man jedoch die Punkte im gesamten Buch an zwei Händen abzählen kann, sollte ich vielleicht nochmal überprüfen, ob ich nicht öfter benutzen sollte.

Inhaltlich ist sich (bei Sachbüchern) die Frage zu stellen: Gibt es gesicherte Quellen für diese Aussagen? Oder ziehe ich etwas an den Haaren herbei? Kann ich belegen, dass die Schweinegrippe ein von Menschenhand geschaffener Erreger ist, oder ist es nur meine Meinung, die ich aber nicht beweisen kann?

Wenn jemand mir ungerechtfertigt, Kritik an den Kopf wirft, vielleicht der Tonfall und die Wortwahl eher destruktiv sind, dann bedanke ich mich höflich und verspreche, es mir nochmal anzuschauen.

Um mal im Sachbuchbereich zu bleiben.

Auch destruktive Kritik wie "Du willst ja nur einen auf Michael Moore zu machen" beinhaltet ja verwertbare Informationen. Ist es wirklich meine Motivation, jemandem "nachzueifern"? Falls nein, dann kann man diese Kritik getrost beiseite schieben. Die Schwierigkeit ist aber in jedem Fall, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Kritik, "gegen die man nichts machen kann" gibt es natürlich auch.
Das ist dann meistens bei Aussagen wie "Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen."

Das sind Momente (und da bin ich ehrlich), da denke ich mir nur "Joa, das ist schade, aber pech. Es gibt sicherlich Leute, denen es gefällt".

In jedem Fall sollte man negative Kritik immer als Ansporn sehen, sich zu verbessern. Nicht zu vergessen, dass negative Kritik immer auch ein wenig "Publicity" bringt, gemäß "Fluch der Karibik", "Aber ihr HABT von mir gehört".

Anders lässt sich sicherlich der Erfolg von Frau Roche auch nicht erklären. Ihre Bücher polarisieren, trotzdem verkaufen sie sich wie Bolle.

Also: Kritik annehmen, reflektieren, ggf. nachbessern, aber nicht unterkriegen lassen.

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