Wie lege ich ein Manuskript überhaupt vor?

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hwg
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Re:

von hwg (07.08.2007, 09:25)
Ungebundene bzw. ungeheftete Romanmanuskripte werden deshalb bevorzugt, weil im Verlag manchmal die Seiten an mehrere "Vorleser" verteilt werden, ehe sie, wenn überhaupt zum Lektor kommen.

Auch aus diesem Grund wollen Verlage Autoren- und Titelangabe auf jeder
mit Seitenzahl versehenen Vorlage. Wichtig ist auch, auf jeder Typo-
skript-Seite rechts oder links genügend Platz für Korrekturen zu
belassen.

Begleitschreiben sind eigentlich unnötig - genaue Anschrift auf der
Titelseite des Typoskripts mit Datum und Unterschrift und einem
freundlichen Grußwort genügen. Schließlich wissen die Empfänger ja,
was mit der Einreichung des Textes erreicht werden will. :lol:

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Judith
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Re:

von Judith (07.08.2007, 13:05)
Hallo Heinz,

es steht oft dort, dass soundsoviele Seite und Exposé gewünscht werden. Bisher habe ich aber auf den Internetseiten noch nie gelesen, ob die Probekapitel gebunden oder als Loseblattsammlung geschickt werden sollen.

Buch-(Arbeits-)titel, Kapitel, Namen und Paginierung auf jeder Seite sind auf jeden Fall wichtig, da sind wir uns sicher alle einig.

Schönen Tag wünscht
Judith

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hawepe
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Re:

von hawepe (07.08.2007, 13:40)
Hallo Judith,

Judith hat geschrieben:
Bisher habe ich aber auf den Internetseiten noch nie gelesen, ob die Probekapitel gebunden oder als Loseblattsammlung geschickt werden sollen.


Ich meine, ich haette hin und wieder etwas dazu gelesen.

Ist aber eigentlich auch unwichtig. Ich wollte nur noch mal darauf verweisen, dass es immer gut ist, erst einmal zu schauen, ob der Verlag selbst ausdruecklich Vorgaben macht.

Buch-(Arbeits-)titel, Kapitel, Namen und Paginierung auf jeder Seite sind auf jeden Fall wichtig, da sind wir uns sicher alle einig.


Auch da kein Widerspruch meinerseits.

Ebenfalls noch einen schoenen Tag,

Heinz.

robertwalden
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Re:

von robertwalden (16.08.2007, 08:26)
Guten Morgen,

Ich möchte da gern eine kleine Korrektur anbringen: Was hier als Expose bezeichnet wird, ist nichts anderes, als eine Inhaltsangabe - und eben kein Expose. In einem Exposé würden auch das Thema und das Anliegen des Autors mit diesem Buch erörtert sowie Fragen der formalen Umsetzung behandelt. Davon steht in der "Erklärung" kein Wort.

Einen Großteil der formalen Vorgaben kann man unter "Lesbarkeit" zusammenfassen.
Ich schreibe meine Manuskripte seit Jahren in Courier 12pt mit 24pt Abstand, ~1800 Zeichen (ink. Leerzeichen) pro Blatt. Verschickt wird meist per Mail - und auch angenommen. Wenn ausdrücklich ein Ausdruck verlangt wird, dann lose Blätter. Name und Titel kommen in die Kopfzeile und gut.

Ich glaube, je kleiner und unwichtiger im Literaturgeschehen ein Verlag ist, umso formeller muß man ihn anschreiben. Ich habe unter meinem "richtigen" Namen (robertwalden ist eine literarische Figur) mehrere Bücher bei Kleinverlagen publiziert und hatte mit meinen bewusst schlicht gehaltenen Formvorgaben nie Probleme.

beste grüße,
robertwalden

hwg
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Re:

von hwg (16.08.2007, 10:12)
Also, ich habe in meiner nun doch schon jahrzehntelangen "Schreiber"-Laufbahn noch kein einziges Exposé verfasst, auch keine Auszüge des
Textes vorab vorgelegt - und bisher noch jedes Typoskript "an den Mann" gebracht. Allerdings arbeite ich mit "meinen" Verlagen schon sehr lange zusammen, so dass die Lektoren (es sind ausschließlich männliche Wesen :) wissen, was "ihnen blüht".

Meine Pseudonyme lüfte ich allerdings nicht! :D Ich werde mit "Einmal"-Honoraren entlohnt, so dass Verkaufszahlen für mich bedeutungslos sind.
Lediglich journalistische Arbeiten oder vereinzelte "literarische" Beiträge in Anthologien (so wie in unserer) oder einschlägigen Heften ("Sackblatt"/Wien, "Kaktus"/Zürich, "Reibeisen"/Kapfenberg u.a.) sind mit meinem bürgerlichen Namen oder dem Kürzel -hwg- versehen.

Dagmar R. Rehberg
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Re:

von Dagmar R. Rehberg (20.08.2007, 11:47)
Puh, da habe ich ja während meines Urlaubs einiges an Diskussionen verpasst! Möchte aber dennoch etwas dazu sagen:

Zum einen zum Exposé: Nicht immer entspricht der Name dem Inhalt. Wie auch in anderen Bereichen werden manchmal Namen vergeben, weil sie einfach eleganter klingen. "Exposé" klingt doch viel professioneller als "Inhaltsangabe", oder? Tatsächich wird jedoch eine Inhaltsangabe verlangt. Alles andere sind Themen für die Gespräche mit dem Verlag!

Zum Thema Anschreiben: Logisch wissen die Jungs und Mädels, was wir wollen. Aber die Höflichkeit muss gewahrt bleiben!!! Wenn sich bei mir einer ohne Anschreiben bewerben würde, würde der Rest komplett im Papierkorb landen. Mit jemanden, der nicht einmal die Grundformen des menschlichen Miteinanders beherrscht, kann ich nicht zusammen arbeiten und andere auch nicht.

Zum Thema Manuskript binden: Um ehrlich zu sein, habe ich nie gehört oder gelesen, dass irgend jemand eine Loseblattsammlung wünscht, im Gegenteil. Das Argument, das Manuskript wird aufgeteilt, klingt im Ansatz logisch. Aber stellt euch mal vor, ihr wäret Lektor. Jeden Tagen langen einige neue Skripte auf eurem Tisch. Und dort liegen sie Monatelang. Ein einziger Windzug (offenens Fenster, offene Tür) könnte ein totales Chaos antrichten. Ebenso ein Stolperer bei einem Gang mit einem Skript in der Hand. Wäre ich Lektor in einem Verlag, würde ich jeden standrechtlich erschießen, der solche Tipps weitergibt.

Aber!!! Alle von mir gemachten Angaben sich allgemeine Richtwerte, keine Verordnungen! Wie bereits von einigen anderen gesagt: die Geschmäcker sind verschieden. Also fragt im Zweifelsfall beim Verlag eurer Wahl nach, wie sie das Skript gern hätten.

Liebe Grüße

Dagmar R. Rehberg
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Re:

von Dagmar R. Rehberg (21.08.2007, 10:27)
Hallo zusammen,

da ich leicht verunsichert wurde, habe ich nochmal nachgeschlagen und folgende Definition für Exposé gefunden:

"Das Exposé soll die Hauptidee und den groben Handlungsgang eines literarischen Werks vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Sachbuchs wieder.

Exposés spielen im Verlagswesen eine große Rolle. Ein Verlag lässt sich von einem Autor das Exposé eines Romans vorlegen, um zu entscheiden, ob der Roman in die Planung aufgenommen werden soll. Ein Exposé beschreibt darum meist Inhalt und Hauptidee eines Werks, das noch nicht existiert."

Auch in anderen Definitionen habe ich gefunden, dass ein Exposé eine reine Inahltsangabe ist!

Liebe Grüße

robertwalden
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Re:

von robertwalden (21.08.2007, 11:37)
Und hier eine andere Definition von der Website: http://www.haus-der-sprache.de/lektor.p ... in_expose/

Was ist eigentlich ein Exposé?

Die Verlagsbranche ist zunächst einmal ein Wirtschaftsbetrieb wie jeder andere auch. Diese Erkenntnis mag auf den ersten Blick ein wenig ernüchternd wirken. Auf den zweiten Blick aber kann sie hilfreich sein.

Ein eingängiges Beispiel kann dies verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Haus erwerben. Sie werfen einen Blick in diverse Tageszeitungen - und finden dort massenweise Kaufobjekte. Nun haben Sie aber nicht unbegrenzt Zeit, jedes Angebot genau unter die Lupe zu nehmen. Die Frage ist: Welches Haus sollen Sie sich genauer ansehen, welches ziehen Sie in die engere Wahl? Zunächst einmal werden Sie nach den Eckkriterien Ausschau halten: Welches Objekt entspricht grob Ihren Anforderungen in Typ, Baujahr, Ausstattung, Preis und anderem? Sie sortieren aus, und noch immer behalten Sie vierzig Angebote übrig. Welche fünf werden Sie sich ansehen? Vermutlich jene, deren Beschreibung Sie inspiriert, zum Träumen anregt, Lust darauf macht, den Hörer in die Hand zu nehmen und genauer nachzufragen.

Ein Exposé erfüllt einen ähnlichen Zweck. Es soll dem Verlag (konkret: dem Lektor, der in einem Verlag dafür zuständig ist, die eingehenden Exposés zu prüfen) ermöglichen, eine erste Auswahl unter den Unmengen von möglichen ‘Kaufobjekten’ zu treffen.

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie die Chance vergrößern möchten, daß die Wahl des Lektors auf eine genauere Inspizierung gerade Ihres Werkes fällt, sollten Sie die größtmögliche Sorgfalt in die Erstellung Ihres Exposés legen. Vergessen Sie nicht: Es ist Ihre Visitenkarte und Ihre einzige Chance - zumindest für dieses Produkt in diesem Verlag und zu diesem Zeitpunkt.

Aus dieser Erkenntnis folgt ein weiterer, wichtiger Punkt: Jedes Exposé sollte individuell erstellt und auf den Verlag zugeschnitten sein, bei dem es eingereicht. wird. Wenn Sie sich selbst für eine Arbeitsstelle bewerben würden, würden Sie schließlich auch nicht auf die Idee verfallen, ein und dieselben Bewerbungsunterlagen (lediglich mit geänderter Anschrift) an McDonalds, die Deutsche Bank und das Kinderhilfswerk zu versenden. Genauso wie diese Firmen hat auch jeder Verlag ein eigenes Profil, das Sie recherchieren und auf das Sie eingehen sollten. Doch noch ehe Sie sich einen Verlag auswählen (und Anschreiben sowie Exposé auf diesen zuschneiden können), müssen Sie sich selbst über einige Dinge im Klaren werden. Denn: Ein Exposé ordnet Ihr Buch nicht nur für den Lektor. Es ordnet Ihr Buch auch für Sie, für den Schreibenden, selbst.

Folgende Schritte helfen auf dem Weg zur Erstellung Ihres Exposés:

Schritt 1

Wählen Sie einen möglichst griffigen Titel für Ihr Werk, schreiben Sie ihn auf, und setzen Sie darunter den Vermerk: (Arbeitstitel)

Schritt 2

Definieren Sie Zielgruppe und Genre
Wer soll Ihre Bücher lesen? Am liebsten natürlich: jeder. Klar. Und trotzdem hat nahezu jede Veröffentlichung eine bevorzugte Zielgruppe. Diese orientiert sich meist an dem Genre, in dem das Buch sich thematisch bewegt. Ein Beispiel: »Kinderbuch« ist kein Genre. »Abenteuergeschichte« oder »Märchen« sind aber sehr wohl eines. Wenn Sie nun Genre und Leserkreis kombinieren, erhalten Sie Ihre Zielgruppe. Zum Beispiel: »Abenteuerroman mit Piratenthematik für Jugendliche und Junggebliebene ab 10 Jahren«.
Eventuell hilft Ihnen diese Einordnung auch bei der Frage weiter, ob Ihr Werk gut in eine Reihe oder bereits bestehende Sparte des Verlagsprogramms Ihres Wunschverlages passen könnte.
Wenn das Thema von hoher Aktualität ist und ein Erscheinen parallel zu einem bestimmten anderen Event die Verkaufszahlen erhöhen könnte, vermerken Sie dies auch kurz und knapp zu Beginn Ihres Exposés.

Schritt 3

Definieren Sie das das in Ihren Augen günstigste Format Ihres Werkes (Taschenbuch/Hardcover?, Reihen - oder Einzeltitel?, grober Umfang in Manuskriptseiten - siehe Kasten ‘Das Wunder der Manuskriptseiten’). Und: Bleiben Sie bei Ihrer Einschätzung realistisch.

Schritt 4

Definieren Sie Ort und Zeit des Geschehens (zum Beispiel: Deutschland März bis August 1943, auf der Insel Wangerooge) sowie Erzählperspektive (zum Beispiel: aus Sicht eines 15-jährigen Jungen, der seinen geliebten Bruder durch den Krieg verliert) und Erzählweise (zum Beispiel: Ich-Erzähler)

Schritt 5

Fassen Sie Ihr Werk in wenigen (idealer Weise einem bis drei) Sätzen zusammen. Orientieren Sie sich an der Aufmachung eines (guten!) Buchrückentextes.

Schritt 6

Präsentieren Sie eine Übersicht Ihrer wichtigsten (!) Figuren. Charakterisieren Sie diese kurz, und skizzieren Sie ihre Entwicklung im Rahmen Ihrer Erzählung (Beispiel: Kurt, 10 Jahre alt, ist Protagonist der Handlung. Er ist überzeugtes Mitglied der Hitlerjugend und begeistert von den Aktivitäten der Gruppe. Sein älterer Bruder Jürgen ist ihm leuchtendes Vorbild. Doch eines Tages kehrt Jürgen aus dem Krieg heim - zutiefst verbittert, Arme und Beine von Minen zerfetzt und mittlerweile überzeugter Gegner des Systems. Kurt ist entsetzt. Ist sein Bruder ein Verräter? Muß er ihn anzeigen? Doch erst, als die Eltern sich offen gegen den Bruder stellen, fällt Kurt eine Entscheidung …)
Für Nebenfiguren reichen Einträge wie: Friederike, Kurts und Jürgens Schwester, Ärztin

Schritt 7

Gestalten Sie eine Übersicht aller Kapitel in kurzen Stichworten.
(Beispiel: Kapitel 1. Kurt sitzt mit seiner HJ-Gruppe am Lagerfeuer; der Reichsfunk läuft, Hitler hält eine Rede an das Volk, die Jungen applaudieren johlend. Die Stimmung steigt, jeder erzählt von Verwandten, die an der Front sind und für das Vaterland kämpfen. Kurt erzählt von Jürgen und liest einen Brief des Bruders in Auszügen vor. Seine Freunde zollen ihm Respekt. Plötzlich ertönt ein Schrei. Völlig aufgelöst und zitternd vor Angst erreicht Samuel, ein Junge aus ihrer Klasse, die Lichtung. Er bittet sie unter Tränen, ihm zu helfen: »Bitte, sie wollen uns abholen!« Hinter ihm ist in der Dunkelheit lautes Rufen zu hören: Soldaten suchen den Jungen.)
Fassen Sie sich kurz, und achten Sie darauf, daß jedes Kapitel mit einem ‘Cliffhanger’ (einem spannenden Moment mit ungewissem Ausgang) endet.

Schritt 8

Präsentieren Sie nun eine Leseprobe Ihres Textes. Das erste Kapitel bietet sich an. Achten Sie auf den ersten Satz - er ist sehr wichtig für Ihren gesamten Text. Auch sollte die Geschichte schnell »Fahrt aufnehmen« und den Leser in seinen Bann schlagen können. Wichtig: Vermeiden Sie passive Erzählkonstruktionen sowie allzu viele Hauptwörter, lange Schachtelsätze und ein Übermaß an Adjektiven. Beschreiben Sie wenig, lassen Sie den Leser Geschehnisse lieber direkt miterleben.

Schritt 9

Nun erzählen Sie in kurzen Worten etwas über sich. Es ist (im Falle unseres Beispielplots) uninteressant, wann Sie Abitur gemacht haben, ob Sie verheiratet sind oder gern Inline-Skates fahren. Interessant aber wäre zum Beispiel, daß Sie Ihre Abschlussarbeit an der Universität über die Hitlerjugend geschrieben haben, daß Sie selbst auf Wangerooge wohnen oder wohnten oder einen Großonkel haben, auf dessen Erzählungen Teile der Geschichte fußen (Ist dies der Fall, würde diese Anmerkung im Übrigen unter Umständen bereits an den Anfang gehören - nämlich dann, wenn es sich um die freie Nacherzählung einer wahren Begebenheit handelt.). Wenn vorhanden, fügen Sie Ihre Veröffentlichungsliste bei. Ist diese sehr lang, wählen Sie für das Projekt sinnvolle Veröffentlichungen aus (Beispiel: Nicht sinnvoll wäre ein Buch über »Kartoffelsoßen, leicht gemacht«, sinnvoll wäre ein Jugendbuch, weil Sie sich in diesem Fall schon einmal in einen jugendlichen Protagonisten hinein versetzt haben).

Checkliste zum Exposé

* Zuoberst (Beispiel): Exposé für einen Abenteuerroman im Ueberreuther-Verlag, Abteilung Kinderbuch, zu Händen Frau Adelheid Amselfeld
* Arbeitstitel des Werkes
* Konzeptionelle Gedanken: Genre, Zielgruppe (Alter und ggf. Status), Programmplatzierung, (unter Umständen: anvisierter Erscheinungstermin), ggf. Produktionszeitraum Ihrerseits (Wann kann das gesamte Werk geliefert werden?; Vergleiche hierzu auch ‘Erst schreiben oder erst anbieten’?)
* Grobbestimmung: Umfang, Reihen- oder Einzeltitel? (Reihe möglich oder Reihe zwingend?), Format (Hardcover/Softcover, anderes?), ggf. Anmerkungen zu notwendigen Illustrationen oder sonstigen Beigaben
* Inhaltliches: Zeit & Ort, Erzählperspektive, Erzählweise sowie …
- ein kurzer Abriss des Inhalts (ähnlich einem guten (!) Klappentext)
- eine Übersicht über die wichtigsten Figuren inklusive Kurzcharakteristik und ihrer ‘Reise’ während des Buches
- einen Abriss aller Kapitel in kurzen (!) Stichpunkten oder Sätzen
- eine Leseprobe (wenn sinnvoll möglichst das erste Kapitel)
* zur Person des Autors: Name und Anschrift (am besten in nicht allzu aufdringlichen einer Kopf- oder Fußzeile auf jeder Seite); am Ende des Exposés: Veröffentlichungsliste (ggf. in auf das vorgestellte Projekt zugeschnittener Auswahl), Kurz(!)vita des Autors (in auf das Projekt zugeschnittener Auswahl)

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Judith
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Re:

von Judith (21.08.2007, 11:58)
Hallo Robert,

diese Zusammenfassung ist toll, habe ich so gut noch nirgends gelesen. Leider musste ich inzwischen feststellen, dass meine Exposés nicht gut waren und vielleicht auch deshalb meine Probekapitel bei den Verlagen gleich im Papierkorb gelandet sind. :(

Gibt es eigentlich irgendwo im www ein wirklich gutes Beispiel-Exposé?

Schönen Tag wünscht
Judith

julia07
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Re:

von julia07 (21.08.2007, 12:04)
Bei BoD gibt es (seit Jahren) ein (kleines) Beispiel-Exposé bei den Downloads (ich glaube, bei den "Gut zu wissen"-Dokumenten). Da steht auch geschrieben, wozu es eigentlich dient.
LG, Julia

Nachtrag:
Ich habe mir gerade eben noch einmal die "GZW"-Info von BoD angesehen (unter Info & Service/Gut zu wissen). Es erklärt sehr gut verständlich, was gemeint ist und das Beispiel ist brauchbar. Das Erscheinungsdatum ist 2003. Offenbar bestand bisher auch kein Grund zu einer Aktualisierung.
Zuletzt geändert von julia07 am 21.08.2007, 12:36, insgesamt 1-mal geändert.

Dagmar R. Rehberg
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Re:

von Dagmar R. Rehberg (21.08.2007, 12:09)
Hallo,

das was hier als "Exposé" aufgeführt ist, steht im beinahe genauen Gegensatz zu dem, was ich gelernt habe. Es ist auch keine "Definition", sondern eine Vorgabe, wie man es angeblich macht. Ehrlich, wäre ich Lektor in einem Verlag und würde solche Exposés bekommen, ich würde kündigen! In dieser Vorlage steht alles mögliche drin, nur nicht, was in eine "Inhaltsangabe" gehört oder wie sie aufgebaut sein soll. Und ein Exposé ist eine Inhaltsangabe. Viele der Angaben gehören in das Anschreiben, wie Angaben zum Autor, Klappentext, Genre etc. Anderes ist viel zu detailliert und wird erst viel später mit dem Verlag geklärt. Der Lektor will sich ja nur einen groben Überblick verschaffen, ob das Werk überhaupt in Frage kommen könnte und da interessiert er sich weder für Nebenfiguren, noch zu detailliert für die Hauptfiguren und schon gar nicht für Leseproben. Die sind schließlich extra beigelegt. Nichts hasst ein Lektor so sehr, wie Leute, die ihn beim ersten Kontakt sinnlos zutexten!
Dass das Exposé für jeden Verlag unterschiedlich sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Schließlich bewerbe ich mich nur bei Verlagen, die für mein spezielles Projekt in Frage kommen, also nicht gleichzeitig bei MC Donald und der Deutschen Bank. Allenfalls bei MC Donald und Burgerking.
Nun behaupten die Leute auf der angegebene Seite, Fachleute zu sein, genau wie ich behaupte, etwas von dem Thema zu verstehen. Und nun? Jeder muss für sich die Entscheidung treffen, welchen Angaben er folgen will. Im Zweifel aber immer beim infragekommenden Verlag nachfragen, was gewünscht wird.

LG

dbs

Re:

von dbs (21.08.2007, 12:50)
Hallo!

Dagmar R. Rehberg hat geschrieben:
das was hier als "Exposé" aufgeführt ist, steht im beinahe genauen Gegensatz zu dem, was ich gelernt habe.


Mir geht es nicht anders.
Zielgruppe und Genre gehören meines Wissens ins Anschreiben.
Dinge wie Taschenbuch oder Hardcover, Einzel- oder Reihentitel dürften wohl eher in der Entscheidungsgewalt des Verlages liegen, und nicht beim Autor.
Eine inhaltliche Darstellung jedes einzelnen Kapitels im Exposé halte ich für sehr gewagt. So weit ich weiß, sollte ein Exposé nicht länger als drei bis fünf Seiten sein und eigentlich nur einen groben Überblick über die Handlung liefern (wenn möglich unter Berücksichtigung des Drei- oder Vier-Akter-Schemas, also mit den Wendepunkten).
Hintergründe zum Autor selbst sind wohl auch weniger wichtig in einem Exposé (wenn, dann im Anschreiben).

Aussage eines Lektors: "Ich habe für ein neues Manuskript vielleicht zehn Minuten Zeit. Anschreiben, Exposé, und dann kurz durch die Leseprobe geblättert. Hier eine halbe Seite lesen, dort eine halbe Seite. Man muss nicht die ganze Suppe auslöffeln, um festzustellen, dass sie versalzen ist."

Ein Exposé von 20 oder mehr Seiten dürfte vermutlich bereits im Verlags-Sekretariat scheitern.

(Ich bin aber gerne bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen)

Grüße
Siegfried

robertwalden
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Re:

von robertwalden (21.08.2007, 13:31)
Ich habe den Beitrag nicht eingestellt, weil er meine Ansichten über Exposes teilt, sondern um zu zeigen, dass es sehr unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was ein Expose nun ist. Vieles in dem von mir herauskopierten Beitrag erscheint mir völlig widersinnig. Was ich von meinem ersten Lektor jedoch weiß ist, dass ein Expose nicht nur eine reine Inhaltsangabe ist, sondern eben auch die Informationen beinhaltet, was der Autor wirklich zum Ausdruck bringen wollte und mit welchen stilistischen Mitteln er versucht, dies umzusetzen.

lg/robertwalden

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PvO
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Re:

von PvO (26.10.2007, 10:02)
Wie muss ein Exposee aussehen? Die Frage aller Fragen. Ich habe 13 Romane geschrieben, acht veröffentlicht und habe eine Menge Verlage komtaktieren müssen. Meine Erfahrung: jeder will es anders! Demzufolge kann es kein allgemeingültiges Rezept geben.
Aber vorher bitte unbedingt auf der Internetseite des Verlages nachschauen,
Richtig oder anrufen und fragen. Das hab ich immer gemacht.
Ich hab mal irgendwo den Schwachsinn gelesen, man sollte keine normalen Briefmarken, sonder Sondermarken nehmen, der Lektor könnte Briefmarken sammeln. Unter dem selben Punkt sehe ich folgendes:
Auch bei der Papierwahl macht es sich uebrigens immer gut, sich vorher ueber den Verlag zu informieren. Einem oekologisch orientiertem Verlag Briefe und Manuksripte auf oekologisch bedenklichem Papier zuzuschicken, kommt selten gut an.
Man kann ein schlechtes Manuskript nach allen Regeln der Kunst, mit Sondermarken und auf ökologischem Papier einreichen, es wird abgelehnt. Ein gutes hingegen wird den Weg finden, auch ohne Sondermarken und oben beschriebenes Papier. Ich hab mal einen Verlag angemail, sie antwoteten: schicken Sie uns das Manuskript als Anhang - was ja völlig unüblich ist. Ich tat das und es entsatnd eine herkömmliche 3.000-der Auflage. Ein Exposee hat es nie gegeben.

hwg
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Re:

von hwg (26.10.2007, 10:41)
Werte Dagmar Rehberg,

da Du so gegen die "Lose-Blatt"-Versendung von Manuskripten wetterst,
will ich doch eine Korrektur anbringen: Damit ist gemeint, das Manuskript soll nicht geheftet oder sonstwie gebunden abgegeben werden. Es genügen Büroklammern oder ein Gummiringerl. Das wird Dir jeder herkömmliche Verlag bestätigen. Wie es dann der Lektor oder die Lektoren, sollten es mehrere sein, mit dem Manuskript handhaben, bleibt ihnen überlassen.

Und noch etwas: Höflichkeit ist eine Zier, gewiss. Deshalb habe ich in meinem Beitrag auch von dem Anbringen eines freundlichen Grußes vor der Unterschrift auf dem Manuskript-Deckblatt geschrieben. Elendslange Selbstbeweihräucherungen des Autors und unterwürfige Floskeln hinterlassen einen eher negativen Eindruck.

Bei Druckkostenzuschussverlagen mag das ja anders sein, von denen wird ohnehin alles veröffentlicht, schließlich bezahlt ja auch der Auftraggeber dafür. Außerdem benötigt man kein Manuskript, in Lose-Blatt-Form, gebunden oder sonstwie, denn die Druckvorlagen müssen ohnehin vom Autor erstellt werden. Und Lektorat gibt's ebenfalls keines.

Mir liegt nichts daran, irgendwen zu belehren. Jedoch mehrere Jahrzehnte Tätigkeit - auch in und mit der "normalen" Verlagsbranche - berechtigen mich doch irgendwie, manche verqueren Meinungen hier etwas zurecht zurücken.

Gruß aus der Steiermark (wo die Verlage nicht viel anders arbeiten dürften als in anderen Ländern :lol: )!

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