Georg Nellius (1891-1952)

Georg Nellius (1891-1952)

Völkisches und nationalsozialistisches Kulturschaffen, antisemitische Musikpolitik, Entnazifizierung - späte Straßennamendebatte

Werner Neuhaus (Hrsg.), Michael Gosmann (Hrsg.), Peter Bürger (Hrsg.)

Band 10 von 12 in dieser Reihe

Paperback

284 Seiten

ISBN-13: 9783746042848

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 19.02.2018

Sprache: Deutsch

Farbe: Nein

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Während der Weimarer Republik war der Komponist Georg Nellius (1891-1952) Leitfigur für den rechten, antidemokratischen Flügel der Heimatbewegung im Sauerland. Nach 1933 vertonte er Hymnen auf den Führer und den deutschen Faschismus, welche er in Herne sogar von den Schulkindern singen ließ. Als Musikpolizist mit NSDAP-Parteibuch fahndete Nellius nach Noten und Versen aus den Werkstätten jüdischen Künstler, um ungehorsame Chorleiter maßregeln zu können. Nach 1945 wollte er dies alles aber vergessen und behauptete, er sei den Nationalsozialisten nur aufgrund von Zwang und Drohungen dienstbar gewesen. In einem dritten Anlauf konnte er im nunmehr in deutscher Eigenregie durchgeführten "Entnazifizierungsverfahren" gleich zwei Kategorien "nach unten" rutschen und galt fortan als "unbelastet".
In der Straßennamendebatte 2013-2014 behauptete eine Bürgerinitiative in Sundern auf dieser Grundlage, Nellius habe mit Judenhass und dem NS-System nichts zu tun gehabt. Die hier neu aufgelegte und ergänzte Dokumentation setzt hingegen auf einen seriösen geschichtswissenschaftlichen Zugang. Sie zeigt, dass der antisemitische NS-Musikfunktionär aus dem Sauerland Adolf Hitler schon vor der Machtergreifung leidenschaftlich verehrt hat. Seine musikalischen Kriegskompositionen - bis hin zum bitteren Ende - zeugen von einem Kult des Todes.

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Werner Neuhaus

Werner Neuhaus (Hrsg.)

Werner Neuhaus, geb. 1947 in Wickede (Ruhr), Studium der Anglistik und Geschichte in Münster und Sheffield, von 1976 bis 2009 Lehrer am Städtischen Gymnasium Sundern. - Mitherausgeber der dreibändigen Chronik "700 Jahre Sundern - Freiheit und Kirche" (2010-2012). In Veröffentlichungen zur Sozial- und Kulturgeschichte des Sauerlandes im 19. und 20. Jahrhundert untersucht er u.a. die Revolution von 1848, die nationalistische Aufladung des katholischen Milieus nach 1900, die sogenannte Heimatfront und das Los der Kriegsgefangenen im Sauerland während des 1. Weltkrieges sowie regionale Erscheinungen der völkischen Bewegung zur Zeit der Weimarer Republik.

Michael Gosmann

Michael Gosmann (Hrsg.)

Michael Gosmann ist Stadtarchivar von Arnsberg und bearbeitet das renommierte regionale Forschungs-Jahrbuch "SüdWestfalenArchiv".

Peter Bürger

Peter Bürger (Hrsg.)

Peter Bürger (geb. 1961 in Eslohe) ist katholischer Theologe, freier Publizist und bekennender Weltbürger mit Liebe zu Heimat-Räumen, die den Sinn weiten. Er hat 1987 das Christine-Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe begründet (www.sauerlandmundart.de), erforscht die Sauerländische Mundartliteraturgeschichte - nebst "Leutekultur" - und erschließt durch umfangreiche Editionen plattdeutsche Werke aus Südwestfalen (u.a. die Reihe: Sauerländische Mundart-Anthologie, bislang sieben Bände; Werkausgaben: Anton Joseph Henke, Franz Nolte, Ferdinand Wagener). Zahlreiche Publikationen zur Regional- und Sozialgeschichte des Sauerlandes, insbesondere auch zur Verdrängung der NS-Vergangenheit. Mehrfache Auszeichnungen für 'Verdienste' um das niederdeutsche Kulturgedächtnis (Förderpreis für Westfälische Landeskunde 2010, Johannes-Saß-Preis 2014, Rottendorf-Preis für niederdeutsche Literatur 2016). Weitere Arbeitsfelder: Theologie / Friedenstheologie, Kriegspropaganda und Massenkultur (Bertha-von-Suttner-Preis 2006), Pazifismus in Geschichte und Gegenwart, Antifaschismus, regionale Kirchengeschichte. Zuletzt erschien von ihm: "Hermann Klostermann - Der populärste Wilddieb Westfalens und sein Fortleben in populären Mythen" (2018).

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