Gesammelte Schriften Band 2

Gesammelte Schriften Band 2

Eine Quellenedition zum linkskatholischen Nonkonformismus der Adenauer-Ära

Georg D. Heidingsfelder , Peter Bürger (Hrsg.)

Band 6 von 12 in dieser Reihe

Paperback

428 Seiten

ISBN-13: 9783744821230

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 18.05.2017

Sprache: Deutsch

Farbe: Nein

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Der aus Mittelfranken stammende Georg D. Heidingsfelder (1899-1967) tritt ab 1939 im Sauerland als Regimekritiker in Erscheinung und erhält 1945 das US-Zertifikat eines "Selected Citizien". Während der Adenauer-Ära 1949-1963 verweigert sich dieser Mitstreiter Reinhold Schneiders der katholischen Einheitsfront. Sein Kampf gegen Geschichtsverleugnung, Militarismus, Wiederbewaffnung, Wehrpflicht und Atombombe führt ihn u.a. zum Engagement in der "Heinemann-Partei" (GVP). Der angefeindete und brotlos gewordene Schriftsteller versucht schließlich, als Fabrikarbeiter seine Familie zu ernähren.
Dieser 2. Band der Gesammelten Schriften enthält u.a. Heidingsfelders Publikationen "Wehrmacht und katholische Jugend" (1954) und "Der Kampf zwischen Christentum und Kommunismus" (1956), seine Beiträge zu nonkonformistischen Zeitschriften ab 1954, Autobiographisches und ausgewählte Dichtungen.
Georg D. Heidingsfelder

Georg D. Heidingsfelder

Georg D. Heidingsfelder, geboren am 14. Oktober 1899 in Dinkelsbühl (Mittelfranken), war als lutherischer Christ zum römisch-katholischen Bekenntnis konvertiert. Die früheste publizistische Spur ist ein Dialektbüchlein für den fränkischen Heimatort Ansbach. 1933 Aufgabe der Tätigkeit als Zeitungsredakteur. Nach einer beruflichen Umorientierung ab 1938 Angestellter einer Bauernbank im sauerländischen Meschede. Wegen seines aufklärerischen Engagements in der Pfarrei als Regimegegner bekannt und mit Repressionen belegt (Sperrung des Kindergeldes). Nach 1945 als "Elected Citizien" tätig in der Bildungsarbeit (Soziale Frage, Aufarbeitung des deutschen Faschismus) und Anstellung bei der Katholischen Arbeiterbewegung. In der Adenauer-Ära gehörte Heidingsfelder als Mitstreiter Reinhold Schneiders zu den linkskatholischen Nonkonformisten, die sich der Einheitsfront zugunsten von Restauration, Remilitarisierung und Atombombentheologie widersetzten. Mitgliedschaft in der GVP Gustav Heinemanns, ab 1958 in der SPD. Als Schriftsteller nicht zu Kompromissen bereit und schließlich Broterwerb in zwei Fabriken. Zuletzt Beiträge in der von Heinrich Böll mitbegründeten Zeitschrift "labyrinth". Todesjahr: 1967.

Peter Bürger

Peter Bürger (Hrsg.)

Peter Bürger (geb. 1961 in Eslohe) ist katholischer Theologe, freier Publizist und bekennender Weltbürger mit Liebe zu Heimat-Räumen, die den Sinn weiten. Er hat 1987 das Christine-Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe begründet (www.sauerlandmundart.de), erforscht die Sauerländische Mundartliteraturgeschichte - nebst "Leutekultur" - und erschließt durch umfangreiche Editionen plattdeutsche Werke aus Südwestfalen (u.a. die Reihe: Sauerländische Mundart-Anthologie, bislang sieben Bände; Werkausgaben: Anton Joseph Henke, Franz Nolte, Ferdinand Wagener). Zahlreiche Publikationen zur Regional- und Sozialgeschichte des Sauerlandes, insbesondere auch zur Verdrängung der NS-Vergangenheit. Mehrfache Auszeichnungen für 'Verdienste' um das niederdeutsche Kulturgedächtnis (Förderpreis für Westfälische Landeskunde 2010, Johannes-Saß-Preis 2014, Rottendorf-Preis für niederdeutsche Literatur 2016). Weitere Arbeitsfelder: Theologie / Friedenstheologie, Kriegspropaganda und Massenkultur (Bertha-von-Suttner-Preis 2006), Pazifismus in Geschichte und Gegenwart, Antifaschismus, regionale Kirchengeschichte. Zuletzt erschien von ihm: "Hermann Klostermann - Der populärste Wilddieb Westfalens und sein Fortleben in populären Mythen" (2018).

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