9 Fragen an Monika Pfundmeier

9 Fragen an Monika Pfundmeier

Monika Pfundmeier, die Gewinnerin des Deutschen Selfpublishing-Preises 2018, verrät uns, warum Schreibwettbewerbe so wichtig sind und wie man sich auf die aktuelle Ausschreibung vorbereiten kann.

Aktuelles, Autoren, Self-Publishing, Tipps, Wissen | Jessica Halermöller

Monika Pfundmeier sagt über sich selbst: „Ich bin Autorin, Septemberkind, süchtig nach Schokolade, nach Kaffee, nach gutem Essen und spannenden Stories. Mit drei jüngeren Geschwistern bin ich aufgewachsen in einem Dorf – mit lustigem Namen und Bayerns schönstem Weihnachtsmarkt. Im Sommer vor meinem vierzehnten Geburtstag verbrachte ich ein paar Tage bei einer Tante in München. Ich verliebte mich in die Stadt.“

Nachdem sie im letzten Jahr den Deutschen Selfpublishing-Preis gewonnen und bereits drei Romane veröffentlicht hat, haben wir es uns nicht nehmen lassen, sie um ein Interview zu bitten. Sie verrät uns, welche spannenden Begegnungen es seit dem Gewinn gab, welche Tipps sie anderen Autorinnen und Autoren geben kann und an welchen Buchprojekten sie selbst gerade arbeitet.

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Du hast im letzten Jahr den Deutschen Selfpublishing-Preis gewonnen. Gab es dadurch neue Kontakte und spannende Momente?

Löwenblut, mein Gewinnertitel, hat durch den Preis deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Mein drittes Buch Glück dich! startete kurz nach dem Gewinn des Deutschen Selfpublishing-Preises mit vollem Schwung und kam auch gleich sehr positiv bei Lesern und Buchhändlern an – obwohl ich mich in ein anderes Genre gewagt habe und das Buch viele kritische Themen anspricht.

Der Bericht über mich in der Süddeutschen Zeitung war definitiv eines meiner Highlights. Insgesamt ist die Medienpräsenz angestiegen (und die Verkäufe). Ich sehe auch eine gewisse Veränderung darin, wie Selfpublisher wahrgenommen werden. Die Öffnung des VS – Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller für Selfpublisherinnen und Selfpublisher ist hier ein wichtiger Schritt. Aber auch, dass meine Titel und auch die Titel anderer Selfpublisher deutlich öfter in Buchhandlungen zu finden sind, die bei ihren Kundinnen und Kunden durch eine breitere und individuellere Auswahl und ihre Leidenschaft für Titel abseits des Mainstream punkten.

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Warum sind Wettbewerbe und Ausschreibungen deiner Meinung nach für Autorinnen und Autoren so wichtig?

Wichtig finde ich Wettbewerbe und Ausschreibungen, um die Außenwahrnehmung zu stärken – die der einzelnen Autorin und des einzelnen Autors, aber auch insgesamt für Selfpublisherinnen und Selfpublisher. Wettbewerbe sind ein gutes und wichtiges Signal zu zeigen, dass und wo Qualität existiert, und zwar in gleichem Maße als würde die Autorin oder der Autor mit einem klassischen Verlag veröffentlichen. Der Deutsche Selfpublishing-Preis baut eine Brücke zwischen Buchhandel, Leserinnen und Lesern und Selfpublisherinnen und Selfpublishern. Ich finde, das stärkt letztlich alle Autorinnen und Autoren und auch die Vielfalt auf dem Buchmarkt. Und das kommt jedem von uns zugute, der selbst gerne liest und in einer aufgeschlossenen, phantasievollen Gesellschaft leben möchte.

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Der Deutsche Selfpublishing-Preis wird dieses Jahr auch für den Bereich „Sachbuch & Ratgeber“ vergeben. Warum ist es deiner Meinung nach wichtig, auch diese Sparte zu berücksichtigen und beide Kategorien zu berücksichtigen?

Leserinnen und Leser wählen einen Roman, wenn sie Unterhaltung suchen, und einen Ratgeber/Sachbuch, um Fachwissen zu erweitern. Und auch wenn das Cover etc. ansprechender ist, werden sie sich nicht für einen Ratgeber entscheiden, wenn Unterhaltung gewünscht ist – vice versa. Üblicherweise unterscheidet der Buchhandel ebenfalls zwischen diesen Sparten. Dies beim Deutschen Selfpublishing-Preis separat zu berücksichtigen und an den Bedarf der Leserinnen und Leser und entsprechend des Buchhandels anzupassen ist konsequent.

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Was würdest du anderen Autorinnen und Autoren mit auf den Weg geben, die vor ihrer Buchveröffentlichung stehen?

Im Vorfeld natürlich das Manuskript auf Herz und Nieren prüfen – am besten mithilfe einer Lektorin oder eines Lektors, das Cover mit einer professionellen Buchcover-Designerin oder -Designer erstellen und die Tipps zur Buchveröffentlichung berücksichtigen, die z. B. auf dem hilfreichen Blog von BoD oder auch in der Selfpublisherbibel von Matthias Matting zu finden sind. Wichtig ist, als Selfpublisherin und Selfpublisher, mit professionellen Partnern zu arbeiten – wie z. B. mit euch als Distributor in Sachen gedruckter Bücher und als Schnittstelle zum stationären Buchhandel.

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Hast du Tipps für Autorinnen und Autoren, die ihr Buch in diesem Jahr beim Deutschen Selfpublishing-Preis einreichen möchten? Worauf sollten sie besonders achten?

Der Deutsche Selfpublishing-Preis zeichnet Werke aus, die Leserinnen und Lesern sowie Buchhändlerinnen und Buchhändlern Freude machen. Eine wichtige Frage – und entsprechend die Antwort – an sich selbst ist, ob man sein eigenes Buch in dieser Gestaltung im Buchhandel finden und auch selbst kaufen würde.

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Inwieweit vernetzt du dich mit anderen Autorinnen und Autoren? Gibt es bestimmte Veranstaltungen, an denen du regelmäßig teilnimmst?

Vernetzt bin ich mit vielen Autorinnen und Autoren, ein regelmäßiges Treffen – mehr oder weniger jedenfalls – gibt es aber nur in einem sehr kleinen Kreis. Ich finde wichtig, Kolleginnen und Kollegen zu haben, denen ich vertrauen kann und umgekehrt. Dann kann man sich auch mal ganz schnell und unkompliziert Fragen stellen, rumalbern, Frust und Dampf ablassen. Regelmäßig bin ich auf Buchmessen und genieße dann den persönlichen Austausch.

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Wie wichtig ist dir der Austausch mit deinen Leserinnen und Lesern?

Der Austausch ist mir sehr wichtig – vor allem auf einer persönlichen Ebene, d. h. auch eher in privaten Messages, als im öffentlichen Feed. Dafür nehme ich mir gerne Zeit und finde es unheimlich bereichernd.

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An welchen Projekten arbeitest du derzeit?

Im Moment an drei sehr unterschiedlichen Projekten und Zeitlinien – ein Ausflug in ein neues Genre ist auch dabei (und wird sehr cool, soweit ich von meinen Testlesern Feedback habe). Und Glück dich! erscheint demnächst als Hörbuch in Zusammenarbeit mit dem Audiolabel Miss Motte. Aber die vielen Themen machen meine Tage extrem kurz. Ich versuche aktuell, so viel „Schreibzeit“ wie möglich zu haben und das Organisatorische und auch das Marketing für meine bisherigen Bücher auf die Reihe zu kriegen. Da muss ich meine Zeit – auch in den Sozialen Netzwerken sehr viel gezielter einsetzen.

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Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Gibt es denn schon Termine für Veranstaltungen, an denen man dich dieses Jahr treffen kann?

Termine gibt es dieses Jahr noch einige. Folgende Termine sind bislang fix:

  • 01. Juni, Tolino-Sommerfest
  • 10. Juni, Lesung aus Löwenblut in der denkmalgeschützten Schlosskapelle in Scherneck (bei Augsburg) mit dem Ensemble Tandaradei
  • 26. Juni, Lesung aus Löwenblut in der Stadtbibliothek Neubeckum
  • 12. September, kulinarische Lesung aus Glück dich! (mit Dinner) in Hude auf dem Nordenholzer Hof
  • 24. Oktober, Lesung aus Löwenblut in Café Erika, München
  • 06. November, Lesung aus Glück dich! in der lit.box, München

  1. Wolfgang Meyer am 20.05.2019, 13:45 :

    Gut und einfach erklärt. Der Schreiber ist leicht in Gefahr (ich beziehe das auch auf mich) selbstverliebt Themen zu wählen ind dem Gefühl bzw. Gedanken das der andere es ja auch so sehen wird zu schreiben beginnt. Die Wahrheit ist oft ernüchternd und enthält die Gefahr dann zu resignieren. Auf der anderen Seite ist die Analyse was der Zeitgeist will vielleicht erfolgreich, aber… bin das noch ich?? Denn ich will der Welt ja etwas mitteilen (..teilen ist der Schwerpunkt) Ich teile mich für die Welt in der Erwartung etwas positives, die Menschen zur Freude oder zum Lachen führen zu können. Monika scheint das ja gelungen zu sein. Herzlichen Glückwunsch dazu

    • Jessica Halermöller am 20.05.2019, 15:17 :

      Hallo Wolfgang,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wichtig ist immer, dass man authentisch bleibt und sich nicht verbiegt. Wenn man also ein Buch schreibt, das sich für einen selbst “nicht richtig” anfühlt, dann sollte man vielleicht eher auf sich selbst hören und eine andere Geschichte verfassen.
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

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