Pseudonyme: Ein Autor, ein Name?

Pseudonyme: Ein Autor, ein Name?

Einige Autoren entscheiden sich bewusst dazu, ihr Buch nicht unter dem eigenen Namen, sondern einem oder mehreren Pseudonymen zu veröffentlichen. Aber profitiert jeder Autor von einem Künstlernamen und wie wählt man ihn aus? 7 Tipps, wie Sie Ihr perfektes Pseudonym kreieren.

Allgemein, Self-Publishing, Tipps | Lena Buttig

Was ist ein Pseudonym?

Ein Pseudonym ist in den meisten Fällen ein fiktiver Name, der die wahre Identität eines Autors verbergen soll.
Einige Autoren leben ihr Leben lang unter ihrem Pseudonym, andere verwenden ihn nur bei bestimmten Werken oder während eines speziellen Lebensabschnitts. Wieder andere beschränken sich nicht nur auf ein Pseudonym, sondern lassen verschiedene Identitäten zum Einsatz kommen – je nach Bedarf. Aber nicht immer verbirgt sich hinter einem Pseudonym nur ein einzelner Autor. Es kann sich durchaus auch um mehrere Autoren handeln, die ihr Werk gemeinschaftlich geschrieben haben, dies aber „verschleiern“ möchten.

WIESO NUTZEN AUTOREN PSEUDONYME?

Die Gründe für die Verwendung eines Pseudonyms sind unterschiedlich. Einige Autoren geben sich trotz Pseudonyms durchaus öffentlich zu erkennen. Die meisten Autoren jedoch bedienen sich eines Alter Egos, um ihre reale Identität zu schützen und würden diese auch bei Vermarktungsaktivitäten nie preisgeben. Grund dafür können heikle Themen sein, mit denen sie nicht persönlich in Zusammenhang gebracht werden möchten, beispielsweise eine politische Ausrichtung. Manche Autoren möchten aber auch einfach nur verhindern, dass sie oder ihre Familienangehörigen als „Kaffeeklatsch-Thema“ bei den Nachbarn enden. Es gibt auch Autoren, die hauptberuflich schreiben und Privates und Berufliches trennen möchten.

WAS GIBT ES BEI DER WAHL ZU BEACHTEN?

Pseudonyme können dank des deutschen Namensrechts rechtlich geschützt werden. Wenn der eigene gewählte Name noch nicht von jemand anderem gemeldet wurde, können Autoren ihn erfassen lassen, um eine spätere Verwendung durch andere zu verhindern. Allerdings sollten Autoren selbst genauso beachten, nicht das Pseudonym eines anderen Autors zu benutzen.
Wächst einem Autor sein Pseudonym ganz besonders ans Herz, kann er seinen Künstlernamen sogar im Personalausweis eintragen zu lassen. Genauere Informationen, was Autoren bezüglich des Namensrechts beachten sollten, finden sich beim Deutschem Patent- und Markenamt.

7 TIPPS ZUR WAHL IHRES PSEUDONYMS

Sie haben sich für eine anonyme Autorenkarriere entschieden? Dann wird es Zeit, kreativ zu werden!
Mit folgenden Tipps gelingt die Wahl des geeigneten Pseudonyms.

1

Inspiration – Lassen Sie sich durch andere Autoren und deren Pseudonyme inspirieren und einfach mal den Blick durch Ihr Buchregal oder Online-Buchshops schweifen. Dort sollten sich einige Anregungen finden lassen.

2

Genre – Ihr Autorenname sollte zu Ihrem Genre passen. Bei manchen Genres steht einem der eigene Name oder gar das Geschlecht bei einer Veröffentlichung im Weg, beispielsweise als männlicher Autor von Romantikromanen. Denn es gibt immer noch Genres, die von einem bestimmten Geschlecht dominiert sind. Einfacher wird es dann, wenn Sie zum Beispiel als Mann unter einem Frauennamen veröffentlichen oder umgekehrt.

3

Nostalgie – Das Gute liegt oft so nah. Bedienen Sie sich innerhalb Ihres familiären Namensrepertoires und prüfen Sie, ob sich Nachnamen von Familienangehörigen eignen, die aufgrund von Heirat abgelegt worden sind.

4

Spitznamen – Haben Freunde oder Familie für Sie einen Kosenamen? Dieser könnte sich als perfektes Pseudonym anbieten oder als gute Inspirationsquelle herausstellen!

5

Exotisch – Namen, die einen Hauch von Exotik versprühen, können zwar sehr spannend und ansprechend sein, doch bereiten sie eventuell schon bei der Aussprache Schwierigkeiten. Wählen Sie lieber einen Namen, der in Ihrer Landessprache geläufiger ist.

6

Einprägsamkeit – Insbesondere wenn Sie mehrere Buchveröffentlichungen planen, profitieren Sie von einem Pseudonym, das sich gut aussprechen und besonders leicht merken lässt.

7

Einfach – aber effektiv. Wenn Ihnen so gar kein Name einfallen will, würfeln Sie doch einmal die Buchstaben Ihres eigenen Namens durcheinander und erschaffen damit einen komplett neuen und doch persönlichen Namen.

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  1. Isabella Khazeesi am 20.09.2015, 18:08 :

    Interessant der Artikel und lehrreich!

    Erst gestern beschloss ich mein Pseudonym, das ich AUSSCHLIESSLICH deshalb benutze, weil mein echter Name einfach zu primitiv ist :-) …Nemec…wegen problematischer Aussprache zu ändern.
    Alle von Ihnen angesprochenen Punkte sind stimmig! :-)

    • Anja Meiners am 22.09.2015, 10:06 :

      Hallo Isabella,
      danke für dein Feedback! Klasse, dass unser Beitrag dir weitergeholfen hat.
      Viele Grüße
      Anja von BoD

  2. Sofia Velin am 22.09.2015, 17:26 :

    Hallo,
    ich denke, dass ein Autorename auch ein wenig “klingen” sollte.
    Mein normaler Name ist lang und umständlich, doch der Autorenname schliesst einiges ein, das zu mir passt.

    In einem Buch, in welchem sehr persönliche Dinge vorkommen, ist es ja auch gut wenn ein Pseudonym nicht gleich alle Beteiligten blosstellt, auch wenn sie ebenfalls Pseudonyme haben denn Pseudonmy hin oder her es ist besser wenn man sie dadurch ein wenig schützen kann.
    Freundlich grüsst
    Sonja-Eveline

  3. Otto Tausch am 24.03.2016, 05:28 :

    Hallo,
    der Artikel hat mir sehr geholfen. So bin ich unkompliziert zu einem Pseudonym gekommen. Ich schreibe autobiografisch und möchte damit meine Familie und mich schützen.
    Freundlichen Gruß
    Otto

    • Anja Meiners am 24.03.2016, 09:40 :

      Hallo Otto,
      vielen Dank für dein Feedback. Freut uns sehr! Viel Erfolg weiterhin mit deinem Buch und viele Grüße,
      Anja von BoD

  4. Günter Hammes am 14.02.2017, 23:07 :

    Hallo,
    ich habe mich bereits beim Schreiben meines Romans für ein Pseudonym entschieden, da ich ungern im Rampenlicht stehe.
    Wie verhält es sich im Impressum des Buches? Muss ich als Rechteinhaber dort meinen richtigen Namen angeben?
    Liebe Grüße
    Günter

    • Anja Meiners am 15.02.2017, 09:29 :

      Hallo Günter,
      viele Autoren entscheiden sich für die Verwendung eines Pseudonyms, weil sie ihre Identität nach außen nicht bekanntgeben möchten. Die Angabe des eigenen Namens im Impressum ist also nicht notwendig.
      Bitte beachte, dass im Autorenvertrag mit BoD dein echter Name angegeben werden muss, personenbezogene Daten werden bei uns selbstverständlich vertraulich behandelt.
      Viele Grüße,
      Anja von BoD

  5. Sabrina am 11.11.2017, 14:34 :

    Der Artikel ist sehr hilfreich, aber ich habe trotzdem noch Schwierigkeiten etwas zu finden :-(
    Meine Geschichten spielen im englischsprachigen Raum (Südafrika, London, Schottland etc.) ich denke deshalb, dass mein eigene Name dazu nicht wirklich passt. Ich brauche einen englisch klingenden einprägsamen Namen. Alle Formen und Varianten die ich probiere scheint es irgendwo auf der Welt schon zu geben …
    Hat noch jemand Tipps, wie ich etwas passendes finden kann?
    Würde mich freuen!

  6. Kirsten Seegmüller am 12.05.2018, 15:58 :

    Liebe Lena,

    als Journalistin schreibe ich unter meinem bürgerlichen Namen, aber für Belletristik klingt “Seegmüller” einfach zu trocken und umständlich. Da ich auch humoristische Bücher schreibe, suche ich nach einem passenden Pseudonym. Ihre Ratschläge klingen sehr interessant, allerdings hab ich noch ein paar Fragen:

    Ein schönes Pseudonym hätte ich zwar, aber es gibt eine Autorin (mit völlig anderen Themen), die genauso heißt. Sie hat ihren Namen nicht als Domain registriert. Ich habe dort angefragt, ob ich ihn auch nutzen darf oder ob wir uns in die Quere kommen, hab aber keine Antwort bekommen. Soll ich in dem Fall lieber die Finger davon lassen? Oder wo kann ich nachsehen, ob dieser Name geschützt ist?

    Besten Dank und viele Grüße aus dem sonnigen Stuttgart!
    Kirsten

  7. Lea am 07.08.2018, 23:21 :

    Toll,jetzt muss ich nur noch ein passendes finden.Da ich spâter mal Autorin werden môchte.Und mein Name zu kompliziert ist,da ich ihn ohnehin immer Buchstabieren muss.

  8. Kerstin Joost am 25.09.2018, 09:42 :

    Herzlichen Dank für die Infos. Darf ich dazu eine Frage stellen? Ich habe bisher meinen Erlebnisroman als BOD bei Amazon veröffentlicht. Habe damals ein Pseudonym gewählt weil das Thema pikant war. Nun stehe ich aber zu mir und würde meinen richtigen Namen wählen. Kann ich das ändern? Danke
    Kerstin Joost

    • Jessica Halermöller am 26.09.2018, 09:26 :

      Hallo Kerstin,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Das ist gar kein Problem: Im Rahmen einer Neuauflage kannst du auch deinen Autorennamen ändern.
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

  9. Natascha Birovljev am 10.01.2019, 01:33 :

    Hallo,
    bin Hin und Hergerissen ob Pseudonym oder nicht. Mein erstes Buch habe ich unter meinem richtigen Namen veröffentlicht, aber eine PR Agentur meint, er ist einfach zu schwierig auszusprechen und zu schreiben.
    Ich schreibe Kanada-Romane und lebe auch auf einer Ranch.
    Ist es gut, einen englisch klingenden Namen zu haben, auch wenn man auf dem deutschen Markt verkauft?
    Aus Natascha Birovljev wird Tasha Clearwater … ist das eine gute Idee??

    Liebe Grüße, Natascha

    • Jessica Halermöller am 10.01.2019, 15:57 :

      Halla Natascha,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Man kann defintiv auch für den deutschen Markt einen englisch klingenden Namen wählen!
      Wichtig ist ja, dass er auch leicht einprägsam und auszusprechen ist. In deinem Fall würde “Tasha Clearwater” ja auch zu dem Genre bzw. dem Setting (Kanada) deiner Romane passen.
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

  10. Cynthia am 15.04.2019, 18:03 :

    Salut

    Finde den Ansatz des Artikels schön, stimme dem zweiten Punkt aber nicht ganz zu.
    Generell finde ich, dass man sich dagegen wehren soll, wenn ein Bereich (sei es Beruf, Genre oder Branche) von einem Geschlecht dominiert wird. Natürlich ist es einfacher, ein Pseudonym zu wählen, welches das andere, dominierende Geschlecht trägt. Jedoch unterstützt dies die Diskriminierung des anderen Geschlechts in diesem Bereich und hilft nicht, eine Gleichberechtigung herzustellen. So wird man stets über das Geschlecht definiert.

    “Denn es gibt immer noch Genres, die von einem bestimmten Geschlecht dominiert sind. ” – wäre es da nicht hilfreicher, Personen zu ermutigen? Stattdessen ratet ihr, sich dem anderen Geschlecht zu “unterwerfen”, weil das eigene eine Minderheit ist.

    Wie gesagt, ansonsten finde ich den Artikel super und finde es auch lobenswert, dass ihr alle, die kommentieren, unterstützt und beratet.

    Liebe Grüsse!

  11. Lisa am 14.05.2019, 17:45 :

    Hallo zusammen,
    sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank dafür!
    Ich bin Self Publisher und lasse Ghostwriter in Themen schreiben zu dem mein Geschlecht nicht wirklich passt… und auch mein Nachname ist auch Exotisch… Ich glaube ich weiß jetzt wie ich vorgehen muss, dank dieser Tipps :)

    Liebe Grüße
    Lisa

  12. Nico am 18.05.2019, 21:43 :

    Hallo Leute,

    zum Thema Pseudonyme: Ich suche gerade vier Stück davon! Es geht mir dabei jedoch nicht um Geheimhaltung, sondern um Markenbildung. Ich schreibe gerade einen Fantasy-Roman, einen Liebesroman, einen Psychothriller und einen technisch ins Detail gehenden Sci-Fi-Roman. Für jeden werde ich ein anderes Pseudonym! Und wo habe ich dieses gefunden? Es gibt viele Namenplattformen und Wörterbücher im Internet. Für Familiennamen greife ich gerne zum Weltaltlas und suche mir die Namen irgendwelcher Mini-Orte heraus, bzw nutze Google-Maps.

    Nico

    • Jessica Halermöller am 20.05.2019, 15:12 :

      Hallo Nico,
      vielen Dank, dass du deine Vorgehensweise mit uns und anderen Autorinnen und Autoren teilst, die noch auf der Suche nach einem passenden Pseudonym sind.
      Es ist super hilfreich, wenn man sich gegenseitig unterstützt!
      Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinen Buchprojekten
      Jessy von BoD

  13. Karina heider am 18.10.2019, 14:14 :

    Guten Tag,

    wie sieht das mit der Haftung für den Inhalt und dem Impressum aus? Muss man das nicht angeben? Auf Webseiten ist das ja auch notwendig, wenn man nicht abgemahnt werden will. Ich finde nirgendwo Informationen dazu, wie das ohne einen echten Verlag funktioniert, wenn nur das Pseudonym auf und in dem Buch erscheint.

    MfG
    K. Heider

    • Jessica Halermöller am 22.10.2019, 10:03 :

      Hallo Karina,
      auch in einem Buch muss selbstverständlich immer ein Impressum angegeben werden.
      Wenn du ein Buch über uns veröffentlichst, steht dort unser Firmensitz.
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

  14. Sunny am 18.12.2019, 17:22 :

    Hallo,

    mich würde interessieren, ob man als Nachnamen fürs Pseudonym einen Namen nehmen darf, der bereits existiert.

    LG Sunny

    • Jessica Halermöller am 19.12.2019, 12:45 :

      Hallo Sunny,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Hast du dafür ein Beispiel?
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

  15. Sunny am 19.12.2019, 18:38 :

    Hallo Jessy,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Ein Beispiel wäre “Liebers”. Da gibt es einige, die so mit Nachnamen heißen.

    LG Sunny

    • Jessica Halermöller am 20.12.2019, 10:22 :

      Hallo Sunny,
      wichtig ist, dass du beim Markenamt prüfen lässt, ob dieser Name – in Kombination mit dem gewählten Vornamen – bereits geschützt und eingetragen ist. Dadurch erhält die Person das alleinige Nutzungsrecht.
      Nur weil es viele Menschen mit dem Namen “Liebers” gibt, heißt es nicht, dass dieses Pseudonym bereits geschützt ist und nicht mehr verwendet werden darf.
      Genauere Informationen, was Autorinnen und Autoren bezüglich des Namensrechts beachten sollten, findest du beim Deutschem Patent- und Markenamt.
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

  16. Sunny am 21.12.2019, 19:52 :

    Hallo Jessy,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Dann weiß ich Bescheid.

    Liebe Grüße
    Sunny

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