Vernetzen zahlt sich aus

Vernetzen zahlt sich aus

Wir präsentieren die Ergebnisse unserer Europäischen Self-Publishing-Umfrage 2019.

Self-Publishing ist eine der einflussreichsten Entwicklungen im Buchmarkt der letzten Jahre. Um mehr über die handelnden Akteurinnen und Akteure sowie Trends im Self-Publishing zu erfahren, führt BoD als europäischer Vorreiter im Self-Publishing seit 2013 regelmäßig Umfragen in Kooperation mit der Hochschule für angewandtes Management, Erding, durch. Nach 2013, 2014 und 2016 hat BoD 2019 nun erneut eine europaweite Umfrage umgesetzt. Insgesamt nahmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark, Frankreich, Finnland, Spanien und Schweden 3.230 Self-Publisherinnen und Self-Publisher teil.

Im Mittelpunkt der Umfrage stehen die Schreibmotive sowohl die aktive Vernetzung der Autorinnen und Autoren mit ihren Zielgruppen als auch die Professionalisierung bei der Buchveröffentlichung und -vermarktung.

Starkes Community Building

Ein zentrales Ergebnis der Europäischen Self-Publishing-Umfrage 2019: Self-Publisherinnen und Self-Publisher zeichnen sich durch intensives Networking und Community Building aus. Im Self-Publishing sind Autorinnen und Autoren selbst für die Vermarktung ihrer Titel verantwortlich. Diese Herausforderung nehmen sie aktiv an, indem sie sich intensiv mit ihren Zielgruppen vernetzen und ein starkes Community Building über soziale Netzwerke betreiben.

So hat die Umfrage ergeben, dass 41 Prozent der Self-Publisherinnen und Self-Publisher sich mit anderen Autorinnen und Autoren zum Erfahrungsaustausch vernetzen. 32 Prozent binden die eigenen Leserinnen und Leser aktiv in die Buchentstehung, beispielsweise bei der Entwicklung des Inhalts oder der Coverauswahl, ein und arbeiten in der Buchvermarktung mit Bloggerinnen und Blogger zusammen.

24 Prozent der Self-Publishing-Autorinnen und Autoren haben sogar bereits vor der ersten Buchveröffentlichung eine Community zu einem bestimmten Thema aufgebaut. Bei 68 Prozent der Befragten hat das Thema anschließend auch Einzug in ihr Erstlingswerk gehalten.

Die Mühe wird belohnt. Vernetzte Autorinnen und Autoren sind insgesamt zufriedener mit ihren Buchverkäufen und erzielen höhere Einnahmen.

Zwei Autorentypen im Self-Publishing

Schaut man sich die Motivation der Autorinnen und Autoren genauer an, ergeben sich mithilfe einer Clusteranalyse zwei Gruppen im Self-Publishing: „Aufklärer*innen und Vermittler*innen“ (57 Prozent) und „Unterhalter*innen“ (43 Prozent).

„Aufklärer*innen und Vermittler*innen“ sind zumeist älter und männlich und haben mit ihren Büchern vor allem zum Ziel, Aufklärung zu leisten sowie Wissen und persönliche Erfahrung zu vermitteln. Die Autoren haben zumeist schon vor ihrer Erstveröffentlichung eine Community aufgebaut und können so bei ihrem Debüt auf eine große potenzielle Leserschaft setzen.

„Unterhalter*innen“ sind hingegen meist jünger und weiblich und wollen sich beim Schreiben insbesondere persönlich entfalten und ihre Leserinnen und Leser unterhalten. Sie haben zumeist vor ihrem Erstlingswerk noch keine Community aufgebaut, vernetzen sich dafür aber im Anschluss stärker mit ihren Zielgruppen. „Unterhalter*innen“ stehen vermehrt im Austausch mit anderen Autorinnen und autoren, arbeiten bei der Bucherstellung häufiger mit Dienstleisterinnen und Dienstleistern zusammen und nutzen eher die Zusammenarbeit mit Bloggerinnen und Bloggern in der Buchvermarktung.

Tendenziell veröffentlichen „Aufklärer*innen und Vermittler*innen“ mehr Fach- und Sachbücher, Ratgeber und Erfahrungsberichte, Kochbücher und Reiseliteratur, während „Unterhalter*inen“ eher Liebesromane, Science-Fiction, Fantasy, Jugendbücher sowie Krimis und Thriller schreiben. Es finden sich aber auch „Aufklärer*innen und Vermittler*innen“, die in Unterhaltungsliteratur Wissen vermitteln oder aufklären wollen. Beispielhaft hierfür ist die Bürgerrechtlerin Noah Sow, die mit „Die Schwarze Madonna“ einen Regionalkrimi über BoD veröffentlicht hat, der Afrodeutsche kulturell repräsentiert.

Professionalisierung setzt sich fort

Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Professionalisierung im Self-Publishing fortsetzt. 49 Prozent der befragten Self-Publisherinnen und Self-Publisher nutzen heute bereits die Unterstützung Dritter bei der Erstellung und Gestaltung ihrer Werke. 2016 lag der Anteil bei nur 36 Prozent. 19 Prozent der Autorinnen und Autoren investieren mehr als 1.000€ in Leistungen wie Covererstellung, Lektorat und Korrektorat. 2016 waren es nur 11 Prozent.

Gleichzeitig intensivieren Self-Publisherinnen und Self-Publisher ihre Aktivitäten in der Buchvermarktung. 11 Prozent geben pro Neuerscheinung mehr als 500€ für die Buchvermarktung aus. Das höhere Investment in die Bucherstellung und der verstärke Einsatz im Marketing zahlt sich aus und führt zu mehr Buchverkäufen. Insgesamt haben 14 Prozent der befragten Autorinnen und Autoren im Self-Publishing bisher mehr als 5.000€ an Einnahmen erzielt.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für ihre Beteiligung. Die gesamte Europäischen Self-Publishing-Umfrage 2019 mit allen weiteren Ergebnissen gibt es auch hier zum freien Download.

  1. Peter Wedtrat am 05.12.2019, 16:00 :

    Die Statistik “Genre” ist hilfreich bei der Entscheidungsfindung, welchen Bereich ich abdecken möchte. Sehr schön wäre jetzt noch eine gleichartige Aufstellung mit den verkauften Büchern. Sie würde die Beziehung zwischen Wunschgenre und tatsächlicher Nachfrage aufzeigen.
    Viele Grüsse und ein schönes Weihnachtsfest mit viel Zeit zum Schreiben.

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