Wie du auf dein Buch aufmerksam machen kannst

Wie du auf dein Buch aufmerksam machen kannst

Hast du ein Buch für eine besondere Zielgruppe geschrieben? In unserem aktuellen Gastbeitrag verrät euch Susanne Fletemeyer, wie sie mit einer Outdoor-Aktion auf ihren Geocaching-Roman aufmerksam machte.

Allgemein, Autoren, Vermarktung | Jessica Halermöller

Susanne Fletemeyer

(*1967) erschafft sich mit dem Erfinden von Geschichten den perfekten Gegenpol zu ihrem Beruf als technische Redakteurin. Wenn sie also nicht gerade Bedienungsanleitungen schreibt, erweckt sie leidenschaftlich gern skurrile Charaktere zum Leben. Und zwar sowohl mit der Tastatur als auch mit dem Zeichenstift. 2012 schrieb und illustrierte sie ihr Advents-Kinderbuch »Jaskar und der Weihnachtsengel«. Ihr 2016er Romandebüt »Finde mich! – Glück in kleinen Dosen« hat sie 2019 bei BoD in Neuauflage herausgebracht. Zur Zeit arbeitet sie an einem Kriminalroman.
Mehr über Susanne Fletemeyer: www.fletemeyer.net

Bevor wir starten: Was bedeutet Geocaching?

Hinter dem Wort verbirgt sich eine moderne Art der Schnitzeljagd. Jemand versteckt irgendwo auf der Welt eine Art Behälter, der mindestens ein Logbuch enthält. Sobald man diesen Behälter mithilfe von vorgegebenen Koordinaten gefunden hat, trägt man sich in das Logbuch ein und meldet außerdem den Fund auf der offiziellen Geocaching-Website. Egal wo man sich befindet, es gibt vermutlich kaum einen Ort mehr, in dessen Nähe kein Geocache versteckt wurde.

Die Idee

Mein Roman “Finde mich! Glück in kleinen Dosen” ist aus Sicht eines Geocachers geschrieben, der über sein Hobby am Ende die Liebe findet. Neben den klassischen Liebesroman-Leserinnen und -Lesern werden also besonders Geocacher angesprochen. Aber wie das Buch unter Geocachern bekannt machen? Der Buchtitel schrie mir die Antwort förmlich entgegen: FINDE MICH!

Klar, dachte ich mir: Ich verstecke signierte Bücher in Dosen!

Planung der Aktion

Kaum war die Aktion “Finde mich! darf gefunden werden” geboren, begann ich auch schon mit der Planung. Da ich selbst Geocacherin bin, wusste ich, dass ich die Buchdosen nicht als offizielle Geocaches registrieren konnte, denn die Geocaching-Plattform darf nicht für Werbezwecke verwendet werden – und das ist auch gut so! Zudem sollten meine Buchdosen ja gefunden und behalten werden, wohingegen ein echter Geocache permanent an einem Ort bleiben muss, um immer wieder gefunden werden zu können. Aber die Suche wollte ich ähnlich wie bei der weltweiten Schnitzeljagd gestalten, denn natürlich sollten die Verstecke anhand von GPS-Koordinaten aufgespürt werden.

Nur wie konnte nicht nur meine begrenzte Homezone von der Aktion profitieren, und wie konnte ich außerdem einen Mehrwert generieren? Einfach nur die GPS-Koordinaten zu posten erschien mir zu wenig. Da kam mir die Idee, andere Autorinnen und Autoren quasi als Komplizen einzubeziehen. Diese sollten jeweils eine Dose an ihrem Wohnort verstecken, und ich würde sie während der Aktion auf meiner Website und in sozialen Netzwerken mit ihren Werken kurz vorstellen. Jede Autorin und jeder Autor konnte seine Dose außerdem mit einem eigenen Buch, mit Leseproben, Gutscheinen, Lesezeichen oder sonstigen Goodies aufwerten. Wo die Dosen versteckt wurden, was die Autorinnen und Autoren selbst dazugeben wollten und wie sie die Aktion präsentierten, wollte ich ihnen selbst überlassen.

Ich schrieb also befreundete Autorinnen und Autren an, erklärte die Aktion und fast alle wollten mitmachen! Sogar mein Lieblings-Comiczeichner Flix und die bekannte Kinderbuchautorin Alice Pantermüller waren trotz ihrer vollen Terminkalender sofort bereit, eine Dose zu verstecken. Ich machte mich also an die Arbeit …

Anfang September hatte ich 11 Dosen mit Büchern und einer sogenannten “Cachenote” bestückt, durch die auch unbeabsichtigte Finder von der Aktion erfahren sollten, und jedem Komplizen seine Dose zugeschickt. Dazu bekam jeder eine Anleitung, wie er auf einfache Weise GPS-Koordinaten bestimmen konnte, wie die Aktion im Detail ablaufen sollte und natürlich den Zeitplan. Die Dosen sollten nämlich im Abstand von 2 bis 3 Tagen versteckt werden, so dass die Aktion insgesamt über drei Wochen laufen würde.

Wie die Aktion ablief

Was dann folgte, war eine stressige aber auch lustige Zeit. Im Nachhinein kann ich mich nicht oft genug bei meinen Komplizen bedanken. Alle waren super verlässlich, was dafür sorgte, dass die Aktion nahezu reibungslos verlief! Der Zeitplan wurde eingehalten, und als eine Autorin krank wurde, erklärte sich ein Kollege sofort bereit, mit ihr zu tauschen. Nachdem ich die Aktion in sozialen Netzwerken und auf meiner Website angekündigt hatte, alle Vorstellungstexte und Bilder der Autorinnen und Autoren eingesammelt, zahlreiche Rückfragen beantwortet und darum gebangt hatte, ob die Post die Pakete mit den Dosen rechtzeitig liefern würde, ging’s am 9.9. endlich los:

  • Sobald mir der jeweilige Komplize die Koordinaten mit der Meldung „versteckt“ gesandt hatte, begann meine eigentliche Arbeit und damit der spannende Teil. Ich habe schnell den Blogbeitrag mit der Vorstellung der Autorin oder des Autors, den Koordinaten und den Hinweisen aktualisiert und danach einen Post auf Facebook und Instagram veröffentlicht. Dann hieß es abwarten und zwischendurch schon Mal Texte und Bilder für die nächste Dose vorbereiten.
  • Jeder Komplize präsentierte den Versteckvorgang auf seine und ihre eigene Art, und alle waren wirklich kreativ! Ich musste immer wieder herzlich über so manches lustige Bild oder Video lachen. Meistens wurde die Dose innerhalb eines Tages gefunden, und oft bekam ich super nette Rückmeldungen der Finder, die mir den “Fotobeweis” der Dose schickten. Ende September versteckte ich die elfte und damit letzte Dose und war fast schon wehmütig darüber, dass die Aktion nun enden sollte.
  • Bald darauf waren alle Dosen in den Händen glücklicher Finderinnen und Finder, und ich war erschöpft aber glücklich! Ich hatte die Aktion in zwei Geocaching-Podcasts sowie im Lokalradio vorstellen dürfen. Ich hatte nebenbei tolle Kolleginnen kennengelernt, neue Kontakte geknüpft und alte aufgefrischt. Und ich hatte jede Menge Spaß gehabt!

Fazit

Traut euch, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen, um euer Buchbaby bekannt zu machen. Ich würde es immer wieder tun!

Diese tollen Autorinnen und Autoren haben bei der Aktion mitgemacht:

  • Markus Gründel und Nicole Wunram: Markus ist der erste hauptberufliche Geocacher und Buchautor von dem deutschsprachigen Geocaching-Standardwerk. Nicole und Markus fuhren im Twingo zum Nordkap. Über das #NordkappProjekt haben die beiden ein gemeinsames Buch veröffentlicht.
  • Mary Cronos: Fantasy-Autorin und Künstlerin aus Berlin. ihr Verlagsdebüt “Houston Hall – Schatten der Vergangenheit” wurde für den Deutschen Phantastik-Preis in der Kategorie “Bester deutscher Roman” nominiert.
  • Alice Pantermüller: Bekannt durch ihre Kinderbuchreihe “Mein Lotta Leben”. Der erste Lotta-Film “Alles Bingo mit Flamingo” ist gerade in den Kinos!
  • Pia Herzog: Ihr Jugendbuch “Ihr mich auch” erschien im Februar im Südpolverlag
  • Anna Buchwinkel: Ihr Debüt “Nach dem Tod gleich links” erobert gerade die Buchwelt
  • Der Flix: Cartoonist, Comiczeichner und -autor aus Berlin; sein Comicstrip “Glückskind” erscheint wöchentlich in der FAZ
  • Frank Friedrichs: Seine Krimi-Reihe spielt in Vertikow, einem fiktiven Dorf in Mecklenburg
  • Lena Knodt: Autorin von Fantasy- und Jugendromanen aus Mainz
  • Maja Löwe: Schreibt Romane, Kurzgeschichten und Lyrik. Sie experimentiert mit Schnittstellen zu verschiedenen Künsten. Ihre Lyrik verfilmt sie in Poetry Clips
  • Heike Sonn: Ihr Liebesroman “Mit Lampenfieber und Musik” erscheint 2020 in der Edition Oberkassel

Wer mehr über die Geocaching-Aktion “Finde mich! darf gefunden werden” erfahren möchte, oder über die Komplizen und ihre Bücher, darf gerne auf meiner Website stöbern, Videomaterial zur Aktion findet ihr hier:

Alice Pantermüller
Maja Löwe
Markus Gründel
Frank Friedrichs

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