Inspirationsquelle Pinterest

Inspirationsquelle Pinterest

Immer mehr Menschen nutzen die Bildwelt von Pinterest zur Inspiration, darunter viele Autoren. Sie profitieren von einem weiteren Vorteil: Eigene Pinnwände zu bestimmten Themen oder Interessensgebieten bringen Aufmerksamkeit anderer Nutzer – und die sind potenzielle Leser.

Autoren, Tipps, Wissen | Anja Meiners

Pinterest ist vergleichbar mit Instagram und zählt mit etwa 100 Millionen Nutzern weltweit inzwischen zu den größten sozialen Netzwerken. Dabei handelt es sich anders als bei Facebook oder Twitter nicht nur um ein soziales Netzwerk, sondern um eine visuelle Suchmaschine. Die Idee dahinter: Nutzer können Bilderkollektionen sowie Videos zu Hobbies, Interessen und konkreten Themen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften und Themenwelten erschaffen.

Zunehmend setzen Autoren darauf, mithilfe der virtuellen Pinnwände Interesse auf sich und ihre Werke zu ziehen, so auch BoD-Autorin Felicity Green, deren Geschichten und Hexen-Krimis größtenteils in Schottland spielen. Im Interview verrät sie, wie sie Pinterest zur Inspiration nutzt, welche Themen und Motive sie „pinnt“ und wieso sie glaubt, dass Pinterest für Autoren als Marketingkanal enorm an Bedeutung gewinnen wird.

„Man sollte auch bei Pinterest am Ball bleiben.“

Neben Twitter und Facebook hast du auch einen Pinterest-Account. Nutzt du ihn vordergründig zur Vermarktung oder um dich für die Geschichten und Gestaltung deiner Bücher zu inspirieren?
Vordergründig benutze ich die Bilder auf Pinterest als Inspirationsquelle. Besonders Schauplätze – meine Bücher spielen in Irland und Schottland und die Landschaftsbeschreibungen spielen eine wichtige Rolle. Ich finde Pinterest als eine Art Bilder-Bibliothek sehr praktisch. Ich plane die einzelnen Szenen in meinem Schreibprogramm Scrivener und recherchiere, bevor ich mit dem Schreiben anfange. Auch die Bilder, die ich auf Pinterest finde, lege ich in meinem Recherche-Ordner in Scrivener ab. So muss ich während des Schreibens nicht ins Internet und erliege nicht der Versuchung, mich ablenken zu lassen.

Auf Pinterest pinne ich die Bilder, die mir zur Inspiration gedient haben, auf eine private Pinnwand. Später, wenn das Buch erschienen ist, verschiebe ich diese Bilder auf die relevanten öffentlichen Pinnwände und nutze Pinterest somit als Marketing-Instrument. Ich habe es so eingerichtet, dass Twitter meine Pins automatisch tweetet. Auf Facebook teile ich sie manuell – ich schreibe gerne noch etwas dazu, wie beispielsweise einen aktuellen Bezug. An einem grauen, regnerischen Tag habe ich ein sonniges Bild vom Loch Lomond – Schauplatz von Der Teufel im Detail – gepinnt, um meine Leser etwas aufzuheitern.

Deine Posts erfolgen in regelmäßigem Rhythmus. Welche Posting-Frequenz würdest du Autoren empfehlen, um ihre Follower bei Laune zu halten?
Ja. Aber ich habe zum Beispiel separate Pinnwände Schottische Highlands und Irland, statt die Landschaftsbilder auf meine Bücher-Pinnwände zu pinnen. So stolpern vielleicht Leser, die diese allgemeinen Interessen haben, über meine Pinnwände und somit meine Bücher. Dazu fällt mir ein, ich sollte eine neue Pinnwand zum Thema Hexen anlegen, für meine neuen Highland-Hexen-Krimis.

Felicity Green

Felicity Green

lebt in Deutschland und ist als freie Lektorin und Übersetzerin tätig sowie Autorin der Romantic-Fantasy-Serie „Das Geheimnis von Connemara“ und der „Highland-Hexen-Krimi“-Serie. Sie wurde in der Nähe von Hannover geboren und zog nach dem Abitur nach England, um in Canterbury Literatur und Schauspiel zu studieren. Später tingelte Felicity mit diversen Theatergruppen durch England, Irland und Schottland, besuchte eine Schauspielschule in L. A. und trat in Indie-Filmen auf. Nachdem sie ihre eigene One-Woman-Show für das Brighton Festival geschrieben hatte, packte sie die Schreibwut. An der University of Sussex schloss sie einen MA in Kreativem Schreiben ab.

Pinst du viele selbst aufgenommene Bilder oder teilst du vorwiegend Bilder aus anderen Quellen oder über Pinterest?
Ich teile vorwiegend Bilder, die ich selber auf Pinterest finde. Ab und zu pinne ich auch mal ein privates Foto oder gar eine Grafik. Das würde ich gerne öfter machen, aber häufig fehlt mir die Zeit. Meine Marketing-To-Do-Liste ist immer sehr lang und oft muss ich da Abstriche machen, denn das Schreiben hat bei mir immer oberste Priorität. Die Bilder, die mir zur Inspiration dienen, habe ich ja sozusagen auf der privaten Pinnwand zur Hand – die eben auf den anderen sozialen Netzwerken zu teilen geht schnell.

Setzt du bei deinen Bildbeschreibungen auf bestimmte Schlagwörter und verlinkst du immer auf deine Website oder in Buchshops?
Ich benutze schon Schlagwörter und verlinke ab und zu zur Website oder Buchshops, sollte das aber wahrscheinlich öfter und konsequenter machen.


TIPP FÜR AUTOREN

Bei Pinterest können die Bilder von anderen Nutzern „repinned“, d.h. geteilt, werden. Außerdem können Nutzer ihren Gefallen an den Bildern zum Ausdruck bringen und sie kommentieren. Viele Repins sind ein guter Start, doch es gilt, die Aufmerksamkeit zu nutzen, um neue Leser zu gewinnen. Dafür ist es wichtig, die Bilder mit Schlagwörtern, Beschreibungen und Links zur Autorenwebsite oder in Buchshops zu versehen.

Würdest du sagen, dass deine Pins sich messbar auf die Anzahl deiner Website-Besucher und Buchverkäufe auswirken oder hältst du Pinterest eher für eine wichtige Ergänzung, um als Autorin Sichtbarkeit zu erlangen?
Tatsächliche sogenannte „conversions“ lassen sich schwer messen und dafür müsste ich wahrscheinlich methodischer vorgehen. Zum Beispiel mehr Schlagwörter testen und prüfen, wie viele Besucher von Pinterest aus auf meine Website gelangen, was theoretisch natürlich möglich wäre. Bei direkten Links zu Buchshops wäre das nicht machbar. Ich glaube aber nicht, dass es sich lohnt, Zeit darin zu investieren, weil Pinterest meines Erachtens für den deutschen Markt aktuell (noch) nicht so relevant ist, wenn es darum geht, über Pinterest neue Leser zu gewinnen. Das kann sich aber schnell ändern, wie man bei Instagram gesehen hat, deswegen finde ich, man sollte auch bei Pinterest am Ball bleiben. Davon abgesehen möchte ich Pinterest als Plattform nicht missen – für das Image Marketing in meinen anderen sozialen Netzwerken, wo ich schon Fans habe, und als Inspirationsquelle für meine Bücher.


3 Vorteile von Pinterest

1. Menschen, Kulinarisches, Moodbilder: Immer mehr Menschen suchen gezielt bei Pinterest mit Schlagwörtern nach bestimmten Motiven. Mit guten Bildern und Schlagwörtern kann man als Autor neue Interessenten und Websitebesucher über diesen „Umweg“ gewinnen.

2. Pinterest erfordert verglichen mit beispielsweise Facebook wenig Interaktion und ist daher ideal für Autoren, die berufstätig sind und weniger Zeit in soziale Netzwerke investieren können.

3. Doppelt hält besser: Eine Anwendereinstellung bei Pinterest ermöglicht es, Inhalte parallel auch zu twittern, ohne Twitter separat aufzurufen.


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