Mit viel Herzblut zum Erfolg – 6 Fragen an Florian Wildgruber

Mit viel Herzblut zum Erfolg – 6 Fragen an Florian Wildgruber

Aufgeben ist für Florian Wildgruber keine Option. In unserem Interview verrät er, wie man es schafft neben dem Beruf ein Buch zu veröffentlichen und warum es sich immer lohnt weiter zu kämpfen.

Autoren, Experteninterviews, Spotlight, Vermarktung | Jessica Halermöller

Florian Wildgruber

„Fitness-Ökonomie, Master Sport-Psychologie und Coaching, Deutscher Meister und Europa-Meister im Triathlon, Ironman-Hawaii-Finisher, dreimal Sportler des Jahres, Gewinner und Juror von Speaker Slams, Buchautor, Hochschul-Lehrbeauftragter: Nein, Florian ist nicht Mitte 50 – sondern gerade einmal 27.“

Florian Wildgruber ist ein Mensch, der nicht so schnell aufgibt und sich durchbeisst. Der Start in sein Leben war alles andere als einfach, denn die Diagnosen lauteten: halbeseitige Lähmung, Hüftdysplasie, Schulunfähigkeit. Gerade das nahm er zum Anlass, um seinen ganz eigenen Weg zu finden und sich vor allem nicht unterkriegen zu lassen.

In diesem Monat hat er, nach seinem ersten Buch “Stärke – Warum wir mehr können, als wir glauben“, nun sein sein zweites Buch “Stopp mimimi – Warum aufgeben keine Option ist” veröffentlicht.

Wir haben uns gefragt, wie man all das unter einen Hut bekommt und gleichzeitig erfolgreiche Bücher verfasst. In unserem Interview und auf seiner Website gibt er hilfreiche Tipps für Autoren und verrät, was ihn selbst antreibt.

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Wie hast Du Deine eigenen Stärken erkannt, nachdem Deine „Ausgangslage“ nicht gerade perfekt war? Und gibt es Tipps, wie man selbst das eigene Potenzial erkennen kann?

Es gab eine Menge Leute in meinem Leben, die mir immer nur gesagt haben, was ich nicht kann. Aber zum Glück hatte ich ein paar Menschen um mich herum, die mich einfach machen ließen und an mich geglaubt haben. Nach und nach hat sich somit vor allem durch Ausprobieren herauskristallisiert, was mir liegt. Ich denke nicht, dass es den einen Moment gibt, in dem man erkennt, was man gut kann. Es ist vielmehr ein Prozess, der niemals enden wird. Man wird immer wieder neue Fähigkeiten an sich entdecken. Aber um seine Basis-Stärken zu erkennen, sind aus meiner Sicht drei Dinge notwendig:

  • Umgib Dich mit Menschen, die das Positive an Dir sehen und nicht immer nur die Fehler. Menschen, die fordern und fördern.
  • Hab den Mut, viel öfter neue Sachen auszuprobieren, auch auf die Gefahr hin, dass es nicht funktioniert. Erst durch das Ausprobieren wirst Du herausfinden, was Dir liegt und was nicht.
  • Trainiere Deine Disziplin und Willensstärke (ja das kann man trainieren). Aus meiner Sicht machen diese beiden Fähigkeiten mindestens 80 % des Erfolgs aus. Langfristig schlägt Fleiß immer Talent.

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Was treibt Dich an, mit so viel Herzblut an Deinen unterschiedlichen Projekten zu arbeiten?

Ehrlich gesagt, fühlt es sich in vielen Momenten für mich nicht wie Arbeit an. Es bereitet mir einfach unglaublich viel Freude, wenn ich mit meinen Büchern und Vorträgen anderen Menschen helfen kann. Wenn mir dann Menschen, die meine Texte gelesen oder bei meinen Vorträgen zugehört haben, schreiben oder mir erzählen, dass sie wegen mir dies oder jenes erreicht haben, dann machen sie mich damit zu zufriedensten Menschen, der ich sein kann.

Selbstverständlich gibt es auch Phasen, in denen es nicht so läuft. Phasen, in denen man sich denkt „Warum mache ich das alles eigentlich?“ Aber genau hier helfen mir meine Erfahrungen aus dem Leistungssport. Es gibt immer Phasen, in denen es nicht so angenehm ist. Je größer das Ziel, desto mehr von diesen Phasen gibt es. Aber es sind eben nicht die Momente, in denen alles perfekt läuft, sondern die, in denen man kämpft und sich überwindet, die das Ergebnis am Ende erst so richtig wertvoll machen.

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Wie sieht Dein Alltag aus? Gibt es einen bestimmten Ablauf in Deinen Leben?

Als Leistungssportler war mein Alltag früher sehr strukturiert und durchgeplant. Mittlerweile habe ich keine konkrete Alltagsstruktur mehr, die sich jeden Tag wiederholt. Neben meinen Vortragsreisen verbringe ich viel Zeit mit der Planung und Umsetzung verschiedener Projekte, wie zum Beispiel den Büchern o.ä. Eine Konstante in meinem Leben ist jedoch immer noch der fast tägliche Sport. Es geht hier aber nicht mehr um Leistungssport, sondern viel mehr um den Spaß an der Bewegung und vor allem auch um den kreativen Schaffensprozess für meine Projekte. Die meisten Ideen bekomme ich tatsächlich beim Sport.

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Wie planst Du Deine Buchveröffentlichungen? Hast Du z. B. ein Team (Lektorat, Korrektorat, Coverdesign) mit dem Du immer fest zusammenarbeitest?

Mittlerweile habe ich tatsächlich ein richtiges Team, das mich bei der Bucherstellung- und veröffentlichung unterstützt. Neben einer Lektorin und einer Grafikerin ist auch noch eine Werbeagentur und meine Mitarbeiterin in den Prozess integriert. Ich verstehe mich mit allen Beteiligten sehr gut, was zum Vorteil hat, dass sie mich mittlerweile ziemlich gut kennen und wissen, was ich haben möchte und wie das Endresultat aussehen soll. Hin und wieder kann es aber auch vorkommen, dass manche Leute aus dem Team in meiner Verzweiflung, die bei einem Buchprozess schon mal auftreten kann, als Mimimi-Puffer herhalten müssen ;-)

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Welche Marketingmaßnahmen hast Du für Dein aktuelles Buch geplant?

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, versuche ich mehrere Werbekanäle zu bespielen. Das fängt bei klassischen Zeitungsartikeln an, geht über Socialmedia-Werbung bis hin zu Guerillamarketing. Natürlich liegt der Fokus darauf, dass ein Großteil der Marketingmaßnahmen gerade in der ersten Veröffentlichungswoche umgesetzt werden. Denn ist das Buch einmal in den Bestseller-Listen weiter oben angelangt, so wird es automatisch ohne zusätzliche Werbung von vielen Personen wahrgenommen. Unabhängig von der Art der Werbung, die ich veröffentliche, gibt es jedoch immer eine Grundregel: Don’t bore the people! Touch them. Menschen wollen nicht mit billiger Werbung gelangweilt, sondern mit außergewöhnlichen Aktionen zum Stauen, Lachen oder Weinen gebracht werden.

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Ein Buch, neben dem Beruf zu schreiben, ist nicht gerade einfach. Gibt es Tipps für andere Autoren, die Du gerne weitergeben würdest?

Mittlerweile gehört das Buchschreiben bzw. veröffentlichen für mich schon zum Beruf dazu. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Tipps, von denen ich glaube, dass sie generell helfen:

  • Führe ein Gespräch (am besten bei einem Spaziergang/Bergwanderung) mit einer Person, die Dir gute Fragen stellt. Zeichne das Gespräch auf einem Diktiergerät auf.
  • Hol Dir Personen mit ins Boot, die in den Buchprozess involviert werden (Lektoren, Grafiker usw.). Dadurch entsteht der Druck, dass Du abliefern musst.
  • Mach Dir einen Zeitplan, wann Du wie viele Stunden schreibst. Ausnahmen gibt es nicht. Wenn Schreiben auf dem Plan steht, wird geschrieben.
  • Beginne mit dem Schreiben, ohne es gleich von Anfang an perfekt machen zu wollen. Lieber unvollständig beginnen, als perfekt zögern.
  • Zieh es bis zum Ende durch! Die letzten 20-30 % sind am anstrengendsten. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt. Die meisten werden an diesem Punkt aufgeben. Du nicht!

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