Quer durch Japan mit Axel Schwab

Quer durch Japan mit Axel Schwab

Wer sind eigentlich unsere Autorinnen und Autoren? Wo schreiben sie? Und wie können sie dich inspirieren? In unserer Blogstory stellen wir Autorinnen und Autoren vor, um hinter die Kulissen ihres Schreiballtags zu blicken.

Autoren, Blogstory, Experteninterviews | Jessica Halermöller

Okay, okay – ehrlicherweise waren wir mit Axel Schwab nicht in Japan, sondern in München, aber wer seine Bücher kennt, der wird auf jeden Fall in die Kultur und in den kulinarischen Genuss von Japan kommen. Axel Schwab hat bereits mehr als zwölf Bücher veröffentlicht und ist vor allem für seine Reiseführer bekannt. Doch was genau treibt ihn an? Wie hat er sich in die landesspezifische Kultur verliebt und wie schafft er es, dass seine Bücher so erfolgreich sind?

Wir haben uns mit ihm auf einen Matcha-Tee nebst japanischen Leckereien getroffen und wollten wissen, wie er genau bei seinen Büchern vorgeht und warum er so eng mit der Buchhandlung seines Vertrauens zusammenarbeitet.

„Mir ist es wichtig, dass man vorher genau weiß, was einen erwartet.“

Location: Tushita Teehaus

Der Weg zum Sachbuch über die japanische Kultur

Wer Sach- und Fachbücher schreibt, der brennt in der Regel für das Thema. Bei Axel Schwab ist genau das der Fall, wenn er über die japanische Kultur spricht. Insgesamt hat er dort fünf Jahre lang nach dem Studium gelebt und fliegt seit über zehn Jahren mindestens zweimal im Jahr ins Land der aufgehenden Sonne.

Aktualität ist wichtig

Wenn Axel Schwab allerdings heute etwas schreibt, dann kann es morgen schon wieder veraltet sein. Das ist auch der Grund, warum er jedes Mal alle Orte dahingehend überprüft, ob sie noch aktuell sind oder sich etwas geändert hat. Niemand will sich vorstellen, wie man mit einem Reiseführer in der Hand durch eine fremde Stadt irrt und all die Informationen nicht mehr auf dem neusten Stand sind – das würde für unnötigen Unmut sorgen. Axel Schwab achtet daher sehr auf die Aktualität seiner Titel und bringt jedes Jahr eine Neuauflage auf den Markt.

„Ich möchte mein Wissen mit anderen teilen und über die Orte berichten, die eben nicht so bekannt sind. Orte, die man nicht in jedem Japan-Reiseführer findet, und die Einzigartigkeit der japanischen Kultur zeigen.“

Selbstbestimmung oder auch: Ich habe alles in einer Hand!

Wie bei vielen Hybrid-Autorinnen und -Autoren entscheidet Axel Schwab sich bewusst für das Selfpublishing bei bestimmten Buchprojekten. Während er unter anderem auch für Verlage schreibt, weiß er, dass manche Buchprojekte zu speziell sind, um sie über den „traditionellen“ Weg herauszubringen.

Autorinnen und Autoren die sowohl den Selfpublishing-Weg nutzen, als auch über einen Verlag, nennt man übrigens Hybride.

„Ich finde es gut, dass ich als Selfpublisher nicht über Monate oder Jahre planen muss, sondern kurzfristig reagieren kann.“

Als Selfpublishing-Autorin oder -Autor hast du die Möglichkeit, superschnell und flexibel auf Trends zu reagieren. Im Falle von Axel Schwab nutzt er Selfpublishing, um seine Nischenthemen eigenständig zu veröffentlichen und mit seiner sehr spitzen Zielgruppe, die sich für Themen rund um Japan interessieren, in Kontakt zu treten. Er erreicht sie vor allem online über die sozialen Netzwerke.

Auch kannst du Selfpublisherin und Selfpulisher ganz allein entscheiden, wann dein Buch „das Licht der Welt“ erblickt und im Handel verfügbar sein soll. Genauso hast du die freie Entscheidung bei der Gestaltung deines Covers und den Marketingaktionen rund um die Buchveröffentlichung. Aber genau diese Freiheit bedeutet natürlich auch, dass du selbst viel in die Hand nehmen musst und dich im besten Fall mit Menschen vernetzt, die bereits Bücher veröffentlicht haben, und mit denen du dich austauschen kannst.

„Wenn ich ein neues Buch schreibe, dann findet der größte Teil der Recherche an meinem Schreibtisch zu Hause statt. Ich überlege mir, welche Orte ich dafür besuchen muss, und schaue, welche Restaurants dazu passen.“

In Teamarbeit zum fertigen Buchprojekt

Axel Schwab teilt den Entstehungsprozess seines Buches in Dritteln ein. Zuerst recherchiert er von Deutschland aus, danach folgt die Recherche vor Ort in Japan. Er besucht pro Tag einen bestimmten Ort, schläft eine Nacht darüber und verfasst erst dann seine Eindrücke und Erlebnisse in einem Kapitel.

„Wenn ich alles direkt aufschreiben würde, dann wären es einfach viel zu viele Informationen. Mir ist es wichtig, dass ich nur das Wesentliche in meinen Büchern festhalte.“

Das abschließende Drittel bildet die Zusammenarbeit mit seinen Lektoren. Einer der Lektoren war selbst noch nie in Japan und kennt daher die fernöstliche Kultur nicht. Das ist perfekt, denn nur so können Unstimmigkeiten auffallen und Fragen aufkommen, die jemand nicht stellen würde, der sich in der japanischen Kultur bereits auskennt. Wenn also etwas im Manuskript unverständlich ist, weiß Axel Schwab, was er noch ändern muss.

„Mein zweiter Lektor hat schon Erfahrungen, was die japanische Kultur angeht, und er überprüft dann meine japanischen Schreibweisen oder generell die Übersetzungen von mir.“

Wie bei allen fachlichen Themen ist es wichtig, dass du einen Blick von außen bekommst; von einer unabhängigen Person, die Fragen stellt und die in die Rolle der potenziellen Leserinnen und Lesern schlüpft. Nur so bekommst du einen genauen Eindruck auf dein Manuskript und weißt, wo es vielleicht noch hapert.

Restaurant: Suzuki Nomnom Kitchen

Jedes Buch macht dich um eine Erfahrung reicher

Während Axel Schwab für sein erstes Buch mehrere Jahre gebraucht hat, arbeitete er an seinem aktuellen Projekt nur drei Monate. Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung waren es nur zwölf Wochen, in denen er an der Umsetzung gefeilt hat.

Wichtig ist, dass du dir die Zeit nimmst, um an deinem Projekt zu arbeiten. Axel Schwab hat früher alles neben seinem Vollzeitjob organisiert und sowohl nach Feierabend als auch an den Wochenenden an seinen Büchern geschrieben. Mittlerweile ist er an dem Punkt angekommen, an dem er nur noch drei Tage im Büro arbeitet und sich die restliche Zeit seinen Buchprojekten widmet.

„Der kreative Ausgleich, den ich habe, während ich Bücher schreibe, lässt mich auch Probleme auf der Arbeit als Ingenieur lösen, und manchmal kommen mir im Büro Ideen für neue Buchprojekte.“

Und auch wir würden dir empfehlen, dass du deine „Schreibzeit“ in deinen Alltag integrierst. Verabrede dich mit dir selbst und notiere dir Zeiten im Kalender, an denen du dir nur dafür Zeit nimmst. Wichtig ist aber, dass du diese Termine nicht einfach ignorierst, immerhin sagst du Verabredungen mit Freunden oder der Familie ja auch nicht einfach so ab.

Enge Zusammenarbeit mit Buchhandlungen

Schon bevor mit dem Schreiben begann, verbrachte er viel Zeit in der Buchhandlung Literatur Moths, um nach spannenden Büchern zu schauen.
Mittlerweile nutzt er diese Verbindung, um sich eine professionelle Meinung einzuholen, bevor eines seiner neuen Bücher veröffentlicht wird. Er erstellt noch zu Beginn einen Probedruck über unser Produkt BoD Fun. Hier bekommt Axel Schwab das erste Mal ein Gefühl für das neue Buch, ohne dass es schon komplett fertig umgesetzt ist.

Er legt Musterkapitel an, macht sich Gedanken über die Schriftart, die er verwenden möchte, und designt erste Coverentwürfe. Mit diesem Exemplar geht er dann zur Buchhändlerin seines Vertrauens und lässt sich ein erstes Feedback geben. Und wer könnte besser sagen, was den Leserinnen und Lesern aktuell gefällt, als eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in einer Buchhandlung?

„Ich erzähle ihr dann von meiner Buchidee, zeige ihr das Design, meine Coverentwürfe. Sie hat dann auch oft Vorschläge, was man noch mit aufnehmen könnte, oder Ideen für Änderungen im Layout.“

Hin und wieder schickt er auch Belegexemplare an Restaurants, die er in seinen Büchern erwähnt oder die auf dem Cover zu sehen sind. Die freuen sich natürlich, dass ihr Geschäft in einem Buch abgedruckt ist und legen es im besten Fall für die Besucherinnen und Besucher als Leseexemplar aus.

„Generell würde ich sagen, dass man immer schauen sollte, wo sich die eigene Zielgruppe aufhält. In meinem Fall zum Beispiel Manga-Geschäfte, Restaurants, Läden mit Japan-Artikeln.“

Social Media

Ein letzter wichtiger Punkt ist auch für Sach- und Fachbücher das Thema Social Media. Niemand weiß, dass du ein Buch veröffentlichst, wenn du es der Welt da draußen nicht sagst. Deshalb sind gerade die sozialen Medien der perfekte Ort, um sich mit den potenziellen Leserinnen und Lesern auszutauschen und dadurch Menschen zu erreichen, die sonst vielleicht nicht auf dein Buch aufmerksam geworden wären.
Axel Schwab nutzt zum Beispiel seine Social-Media-Kanäle, um über Japan zu sprechen, sich über die fernöstliche Kultur auszutauschen und seine Leserinnen und Leser mit auf Veranstaltungen zu nehmen.

Axels Social Media Kanäle

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  1. Gerhard Heuzontner am 10.07.2019, 17:07 :

    Mittlerweile darf ich mich auch zum Leser der Bücher von Herrn Schwab zählen und ich bin sehr froh deren Publikationen gefunden zu haben. Seine Schreibweise ist einfach genial, sie wirkt für mich freundlich, mehr als kompetent, lustig, informativ, aus dem Leben gegriffen und äusserst verständlich.
    Meine Lust an einer Reise nach Japan wird nächstes Jahr sicher nichts mehr im Wege stehen und das unter ist sicher ein grosser Verdienst von Herrn Schwab!

    • Jessica Halermöller am 11.07.2019, 15:50 :

      Hallo Gerhard,
      vielen Dank für deinen tollen Kommentar.
      Wir freuen uns sehr, dass dir die Bücher von Axel Schwab so sehr gefallen & wünschen dir schon jetzt eine spannende Reise nach Japan!
      Viele Grüße
      Jessy von BoD

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