Wie gelingt Self-Publishing? (Teil 1/2)

Wie gelingt Self-Publishing? (Teil 1/2)

Immer mehr Autoren veröffentlichen ihre Bücher selbst, doch warum genau lohnen sich diese Veröffentlichungen und was muss man dabei berücksichtigen? Wir haben Ihnen hilfreiche Schritte zum Thema Self-Publishing zusammengefasst.

Autoren, Self-Publishing, Vermarktung, Wissen | Jessica Halermöller

Dank Self-Publishing hat heutzutage jeder die Möglichkeit sein eigenes Buch auf den Markt zu bringen und die Popularität von alternativen Veröffentlichungswegen im Vergleich zum klassischen Buchverlag hat immer mehr zugenommen.

Ein Grund dafür ist, dass Sie als Autor komplett frei entscheiden können, wann Ihr Buch erscheint und wie die gesamte Gestaltung aussehen soll. Sie behalten jederzeit die volle Kontrolle über Ihr Werk, dessen Erscheinungszeitpunkt und Vermarktung. Noch während Sie an Ihren Texten arbeiten, lohnt es sich bereits über die folgenden Schritte nachzudenken: Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign, Dateiaufbereitung für den Druck und der Verkaufspreis. Diese und weitere Themen werden im Zuge der Veröffentlichung eine große Rolle spielen.

Während man bei einem traditionellen Buchverlag die Marketingmaßnahmen oft über mehrere Wege absprechen muss, kann man beim Self-Publishing ganz alleine planen wann und wie man das eigene Projekt vermarkten möchte.

Grundsätzlich kann man sich als Self-Publishing-Autor aber auch als Projektmanager bezeichnen. Vom Schreiben über die Gestaltung bis hin zur Veröffentlichung und Vermarktung laufen die einzelnen Stationen bei einem selbst zusammen und hängen maßgeblich mit dem Erfolg des Buches zusammen.

Vier Phasen der Buchveröffentlichung

Natürlich bringt die Veröffentlichung als Self-Publisher auch einige Herausforderungen mit sich, wenn alle Phasen von Anfang an bis zum Ende vom Autor selbst bearbeitet werden müssen.
Insbesondere für Neuautoren kann es schwierig sein herauszufinden, was bei einer Veröffentlichung alles berücksichtig werden sollte. Für die meisten Verlagsautoren ist mit Abgabe des Manuskripts nach vielen Jahren der Arbeit der letzte Schritt getan – alles Weitere wird dann für sie übernommen.

Aus diesem Grunde haben wir die vier wichtigsten Phasen des Selbstverlagsprozesses zusammengefasst. Dies wird Ihnen als Autor helfen um die Umsetzung und die Veröffentlichung des eigenen Buches richtig planen zu können.

1. Schreiben

Vielleicht kennen Sie das selbst auch: man arbeitet teilweise über mehrere Wochen und Monate an einem Manuskript und es fällt schwer das Projekt abzuschließen. Obwohl eine der größten Vorteile des Self-Publishings die Eigenverantwortung ist, empfiehlt es sich Feedback von Anderen für den eigenen Text einzuholen – und das sowohl zum Inhalt als auch zur Sprache an sich.

Dies ist natürlich erst einmal mit etwas Arbeit verbunden, aber am Ende ist es wichtig, dass das fertige Skript einwandfrei, konsistent und leserfreundlich ist. Aus diesem Grunde lohnt sich der Aufwand dafür absolut.
Korrekturen selbst vorzunehmen kann für einen Autor wahnsinnig ermüdend sein und häufig stolpert man selbst nicht über seine eigenen Fehler, da man sich schon eine gewisse Zeit mit dem Text beschäftigt hat und sprichwörtlich „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht“.

Welche externen Stellen bei der Fertigstellung des Skriptes helfen können:
Inhaltsfeedback kann zum Beispiel von Freunden, Bekannten oder Testlesern erstellt werden, da es wichtig ist eine generelle Meinung zu dem eigenen Buch zu bekommen. Dort kann Rücksicht auf die Klarheit der Geschichte genommen werden, ob der Text die eigenen Erwartungen getroffen hat oder wie das Gefühl selbst beim Lesen war.
Leserfeedback ist wahnsinnig wichtig, denn diejenige sind es, die Sie am Ende mit Ihrem Buch überzeugen müssen.

Unterschätzen Sie daher nicht die Rückmeldungen, die Sie von Testlesern bekommen werden und nehmen Sie deren Meinung Ernst.

Was das sprachliche Feedback angeht, sollten Sie sich unbedingt an einen Profi wenden. Dieser wird sowohl die Grammatik und die Rechtschreibung überprüfen, als auch Feedback zur Struktur, Glaubwürdigkeit und Stil Ihres Textes geben. Wir bieten Ihnen hierzu unterschiedliche Autorenservices an, die Sie bei Ihrem Projekt unterstützen können – unter anderem haben Sie die Möglichkeit Ihr Werk über uns durch ein Lektorat überprüfen zu lassen.

2. Gestalten

Nachdem das Skript einer gründlichen Überprüfung unterzogen wurde, ist es an der Zeit mit der nächsten Phase fortzufahren: der Gestaltung des Buches.

Um dem Leser ein möglichst angenehmes Leseerlebnis zu garantieren und dafür zu sorgen, dass es in die Hand genommen wird, ist diese Phase unerlässlich und sehr wichtig.

Der Überbegriff Gestaltung lässt sich grob in den Buchsatz und das Coverdesign unterteilen.

Die wesentlichen Schritte für einen gelungenen Buchsatz sind:

  • Seiten einrichten: Schriftart/-größe wählen, Zeilenabstand bestimmen, Grafiken, Tabellen usw. einfügen
  • Titelei aufbauen (unter anderem Titel und ggf. Untertitel des Buches, Haupttitel, Impressum etc.)
  • Seiten- und Abschnittsumbrüche definieren
  • Seitenzahlen einfügen
  • Format bestimmen
  • Typografie verfeinern

Wenn Sie genauer erfahren möchten, wie Sie einen professionellen Buchsatz erstellen können, dann haben wir für Sie bereits in der Vergangenheit einen dreiteiligen Artikel dazu vorbereitet: Jetzt lesen

Bei dem Coverdesign gibt es wiederum drei Merkmale, die eine wesentliche Rolle spielen. Häufig liegt bei der Gestaltung der Schwerpunkt auf einem dieser Punkte, jedoch empfiehlt sich ein Zusammenspiel aus allen drei Merkmalen:

  • Inhalt: Die Geschichte oder ein Teil der Handlung wird in dem Buchcovermotiv aufgegriffen.
  • Ästhetik: Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird mithilfe eines kosmetischen Reizes, z.B. durch den Einsatz einer auffälligen Schrift oder Farbe geweckt.
  • Handwerk: Die fachliche Qualität und Umsetzung der Gestaltung ist eine wichtige Basis für ein professionelles Ergebnis und sorgt für Vertrauen beim Betrachter.

Je nachdem wie sich die einzelnen Punkt vereinen, wirkt sich dies auch auf die Wahrnehmung und Entscheidung des Betrachters aus. Denken Sie daran, dass das Cover immer das Erste ist, was der Leser von Ihrem Buch sieht und damit auch bestimmte Erwartungen und Vorstellungen hat. Daher sollte das Genre und die Hauptmerkmale des Inhaltes auf dem Cover schon angedeutet werden.

Das Layout eines Buchcovers ist dabei natürlich absolute Geschmackssache und es ist schwierig eine allgemeine Anleitung für ein „gutes Cover“ zu definieren. Wichtig ist dabei aber, dass das Cover auch zum Inhalt des Buches passt. Wenn wir beispielsweise eine romantische Geschichte haben, aber das Cover sehr düster gestaltet wurde, dann irritiert das den Käufer spätestens beim Lesen des Buches. Gut ist auch immer, sich an gegenwärtigen Genretrends zu orientieren und zu entscheiden, ob man sich daran anlehnt oder bewusst davon abweichen möchte.

Ein weiterer, wichtiger Faktor ist außerdem der Rest der äußeren „Hülle“ eines Buches, wie zum Beispiel der Klappentext. Sobald ein potentieller Leser aufgrund der Optik das Buch in die Hand genommen hat, muss diese Kurzbeschreibung auf der Rückseite überzeugen. Wenn auch dieser kurze Text neugierig auf den Inhalt macht, dann steht einem Kauf eigentlich nichts mehr im Wege.

Self Publishing bereichert den Buchmarkt

Die Veränderung der Publikationsform hat dazu geführt, dass heutzutage auch Leser selbst über den Erfolg eines Buches entscheiden können – und nicht die Verlage bestimmen was gedruckt wird und was nicht. Dadurch wird der Buchmarkt zusätzlich durch Inhalte bereichert, die sonst vielleicht ignoriert worden wären.

Unsere Autorin Monika Pfundmeier hat beispielsweise ihr Erstlingswerk im Self-Publishing veröffentlicht und mit ihrem Debütroman wurde sie sogar direkt mit dem Publikumspreis des Deutschen Selfpublishing Preises ausgezeichnet. Dies zeigt, dass man nicht auf einen Verlag angewiesen ist, um erfolgreich zu sein.

Im vergangenen Jahr haben wir mit ihr über die unterschiedlichen Punkte gesprochen, die beachtet werden sollten und wie wichtig es ist in Kontakt mit anderen Autoren und den eigenen Lesern zu bleiben. Hier gelangen sie zu dem bereits erschienen Artikel.


Fortsetzung

Lesen Sie auch unseren zweiten Teil dieser Self-Publishing-Reihe und erhalten Sie weitere Tipps zum Thema Veröffentlichung und Vermarktung.

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