Instagram für Autoren

Instagram für Autoren

Selbstporträts, Alltagssituationen, Buchkompositionen, sogar Speisen und Getränke: Kann man durch Posten solcher Bilder Leser gewinnen? Durchaus. Dass eine erfolgreiche Vermarktung mit Instagram möglich ist, belegt BoD-Autorin Laura Newman – wenn man einige Tipps beherzigt.

Tipps, Wissen | Anja Meiners

Während sich die Social Media-Aktivitäten vieler Autoren noch vor wenigen Jahren häufig auf Facebook oder Twitter beschränkten, schwören immer mehr inzwischen auch auf Online-Plattformen wie Pinterest oder Instagram, deren Fokus auf dem Posten und Teilen von Bildern liegt. So auch BoD-Autorin Laura Newman, deren Instagram-Bildwelt bereits über 1.700 Abonnenten begeistert.

Laura Newman ist auf verschiedenen Portalen aktiv und überzeugt davon, dass sich erst mit dem Mix sozialer Netzwerke effektiv eine Leserschaft aufbauen und binden lässt. Portale wie Instagram hält sie für eine wertvolle Ergänzung zur Buchvermarktung und Markenbildung. Im Interview gibt die Autorin Einblicke, wie sie Instagram in ihren Alltag integriert und verrät hilfreiche Tipps zur Auswahl und Bearbeitung aufmerksamkeitsstarker Bilder.

Instagram zur Markenbildung

Deine Instagram-Bildwelt zeigt eine Mischung aus deinen Büchern und deinem Arbeits- und Schreibumfeld, du lässt deine Follower aber auch an externen Aktivitäten sowie deinem Privatleben teilhaben. Wie ist das Verhältnis zwischen beruflichen und privaten Posts?

Tatsächlich setze ich den Instagram-Account vorwiegend für private oder einfach nicht buchbezogene Posts ein. Bilder transportieren für jeden eine ganz eigene Botschaft. Deswegen kann es durchaus vorkommen, dass jemand ein Bild von mir und meinem aktuellen Buch auf Instagram entdeckt, jedoch nur auf meine Frisur, oder das Shirt, das ich auf dem Foto trage, oder gar auf die Tapete im Hintergrund achtet. Dieser jemand fühlt sich vielleicht durch die Ästhetik der Aufnahme angesprochen und liest den Text darunter, in dem ich freudig verkünde, dass es den ersten Band meiner Trilogie gerade günstiger gibt, möglicherweise nicht.

Das Instagram-Profil von Laura Newman

Instagram-Bilder sind Momentaufnahmen eines Lebens. Wer schon länger mit dem Medium arbeitet, weiß, was ich meine. Scrollt man einfach mal zwei Jahre in seiner Chronik zurück, entdeckt man Schnappschüsse von Schuhen, die man längst nicht mehr trägt. Man stolpert über Menschen, die nicht mehr leben und Reisen, die man schon beinahe vergessen hatte. Instagram ist deswegen so spannend, weil es privat ist. Ein Insta-Channel, der rein marketingwirksame Posts absetzt, obwohl er einer einzelnen Person und keinem großen Unternehmen zugeordnet werden kann, wäre lieblos und vollkommen ineffektiv.
Ich poste nur selten zu 100% als Werbung zu bezeichnende Bilder. Höchstens mal, wenn ein neues Buch da ist, eine besondere Aktion ansteht oder ich mit jemandem aus der Branche kooperiere.

Instagram soll mich bewerben. Mich als Person, als Marke. Es zeigt die Person hinter den Büchern, nicht ausschließlich die Bücher. Was ich esse, wo ich esse, wen ich treffe, welches Equipment ich mir angeschafft habe, was ich im Alltag erlebe und sogar mein Haustier. Ob nun das Foto vom versehentlich fallengelassenen iPhone oder Selfies von der letzten Buchmesse. Meine Leser, Follower und Freunde sehen die Welt dank Instagram durch meine Augen. Es macht mich menschlich und zeigt, was hinter den Kulissen so abläuft.

„Mindestens ein Bild am Tag“

Deine Posts erfolgen in regelmäßigem Rhythmus. Welche Posting-Frequenz würdest du Autoren empfehlen, um ihre Follower bei Laune zu halten?

Um mir selbst den Druck zu nehmen und gestellte Posts zu vermeiden, setze ich auf Tools, wie zum Beispiel »Buffer«. Onlinedienste, mit denen man seine unterschiedlichen Social-Media-Accounts pflegen und regelmäßig automatisiert posten lassen kann. Hier bereite ich Meldungen über das neue Buch, meine Autoren-Webseite, Leseproben, Video-Rezensionen zu meinen Büchern oder zu Fanartikeln vor. Das Programm erledigt anschließend das Posten für mich, zu einem Zeitpunkt, welchen ich im Vorfeld festlege. Somit sind die »Must have« Posts schon mal unter Dach und Fach und ich kann ganz entspannt immer mal wieder Meldungen absetzen, die völlig spontan und dann in der Regel auch eher privater, lustiger oder emotionaler Natur sind.

Ich teile meine Bilder via Instagram immer auch auf Facebook und Twitter. Während Buffer an sieben Tagen in der Woche meinen Facebook- und Twitter-Account mit relevanten Inhalten zu meinen Büchern und Projekten befüllt, kann ich mich ganz auf hübsche Bilder, aus der Situation entstandene Posts, und authentische Echtzeit-Meldungen konzentrieren und lockere meine Chronik damit ein wenig auf.

Auf meinen sozialen Kanälen poste ich, bzw. Buffer, jeden Tag etwa ein- bis zweimal. Auf Instagram (und damit ebenfalls auf Facebook und Twitter) versuche ich mindestens ein Bild am Tag zu posten. Optimierungsbedarf herrscht noch beim Hashtaggen. Hier müsste ich viel sorgfältiger sein, bin aber oft zu faul. Wohlüberlegt gekennzeichnete Fotos können die Follower-Zahl enorm beeinflussen.

Ein Blick auf deinen Instagram-Feed verrät, dass Ästhetik und Professionalität deiner Bilder einen hohen Stellwert für dich haben. Planst du deine Posts und Bildkompositionen von langer Hand oder agierst du eher spontan?

Es kommt wohl ganz auf die Situation an. Bin ich gerade unterwegs und mache einen schnellen Schnappschuss, so steckt sicher keine großartige Planung dahinter. Allerdings mache ich immer gleich fünf oder sechs Bilder, um auch wirklich das schönste auswählen zu können und ist keines dabei, lasse ich es lieber ganz bleiben.

Handelt es sich beim Motiv um ein Objekt, ein Accessoire etwa, oder etwas, das ich selber hergestellt habe, dann versuche ich stets ein ansprechendes Setup zu gestalten. Teller immer von oben und mittig fotografieren, bei Dekorationsgegenständigen gerne den goldenen Schnitt beachten und Bücher immer schön pur in die Kamera halten – möglichst ohne das zugemüllte Arbeitszimmer im Hintergrund.

Das Spiel mit der Tiefenschärfe ist ebenfalls immer sehr aufregend und verleiht dem Bild mehr Professionalität. Oftmals mache ich Fotos, bearbeite sie, ohne sie jedoch gleich zu posten. Ich plane sie für einen passenden Tag oder Moment ein und behalte sie sozusagen in der Hinterhand.

Laura Newman

Laura Newman

Laura Newman wurde 1983 in Berlin geboren und schrieb bereits als Kind gerne bunte, spannende und fantasievolle Geschichten. Im Laufe ihres Lebens beschäftigte sie sich mit Videoschnitt, Fotografie Mode- und Grafikdesign bis sie schließlich den Beruf des Mediengestalters erlernte und diese Tätigkeit etwa 10 Jahre lang ausübte. 2013 ließ sie ihre Leidenschaft zum Schreiben erneut aufleben und veröffentlichte ihren ersten Roman.

Die Bildbearbeitung

Wie bearbeitest du deine Bilder, bevor du sie postest?

Wenn es schnell gehen muss und das Bild die entsprechenden Voraussetzungen bietet, nutze ich schlicht die Instagram-Filter. Gewöhnlich erzielt man damit schon einen wunderbaren Effekt. Meist jedoch benutze ich zuvor entweder eine, oder gar zwei Apps, um die gemachten Bilder zu optimieren.

Für das reine Color Grading eignet sich VSCO sehr gut. Man kann fertige Filter anwenden aber auch selber nachjustieren. Nicht selten ist es bei meinen Bildern eine Mischung aus beidem.

Auch empfehlenswert ist Enlight. Die App bietet eine riesige Auswahl an analogen Filtern, Pinseleffekten, Textintegration und Formatierungsmöglichkeiten. Sozusagen Photoshop On-The-Go.

Die Resonanz

Deine Bilder werden fleißig kommentiert. Auf welche Art von Posts reagieren deine Follower besonders?

Bilder von Büchern sind sehr beliebt. Nicht zwingend meine eigenen Bücher, sondern auch die, die ich gerade lese oder gekauft habe. Auch Schmuck und Accessoires sind ungemein beliebt. Doch zu meinem Erstaunen kommen besonders Bilder von mir, ohne irgendwen dabei oder einen besonderen Anlass, gut an. Ob nun mit Kaffeetasse, beim Gärtnern, mit einer neuen Frisur oder wenn ich meinem Kaninchen »Schnuff« einen Kuss aufdrücke – Fotos von mir, in egal welcher Situation, kommt besser an als Foodpics, Landschaften oder Selfies mit Freunden und Kollegen.

Oft ist es aber auch eine Frage, die ich unter dem Bild stelle, welche zum Kommentieren anregt. »Was macht ihr heute so?«, »Kennt ihr das auch …?« oder »Ratet, was ich entdeckt habe!« motivieren zur fröhlichen Diskussion.

Instagram vs. Facebook: Für wie wichtig hältst du die Interaktion mit deinen Followern?

Auf Instagram agiert man anders, als auf Facebook. In meinen Augen ist es weniger viral, weniger kommunikativ. Man kann sich wohl unter den Bildern austauschen aber ab einem gewissen Punkt wird es unübersichtlich. Instagram-Follower sind meist eher stille Beobachter, die ihre Wertschätzung lieber durch ein Herz (Like) zum Ausdruck bringen, als viel zu kommentieren.

Auf Facebook kommen einem die vielfältigen Funktionen der Plattform entgegen. Antworten können besser zugeordnet werden, man kann mühelos auf die Nachrichtenfunktion ausweichen, um privat in Kontakt zu treten, und die Posts rutschen immer wieder nach oben, wenn neue Kommentare oder andere soziale Aktionen gepostet werden.
Ich würde auf keines der beiden Werkzeuge verzichten wollen, und bin der Meinung, dass sie ein perfektes Zusammenspiel ergeben.

Würdest du sagen, dass die meisten deiner Follower auch deine Leser sind oder werden und sich Instagram somit deutlich auf deinen Bucherfolg auswirkt?

Ich bin auf YouTube, Facebook, Instagram, Twitter und gelegentlich auch auf Pinterest aktiv. Die meisten Klicks auf meine Links werden via YouTube erzielt. Gefolgt von meinem Facebook-Profil und dem Blog. Da es auf allen drei Kanälen schwerpunktmäßig um meine Arbeit als Self Publisherin und Hybridautorin geht, liegt die Vermutung nahe, dass YouTube-Zuschauer zu Lesern, Leser zu Zuschauern, Instagram-Follower zu Facebook-Freunden und Facebook-Freude zu Blog-Followern werden. Und so weiter …

In meinen Augen ist es ein fruchtbarer Kreislauf. Jedes dieser Social-Media-Tools ist wichtig und seine regelmäßige Pflege wert. In jedem Fall bin ich mir sicher, dass viele meiner Leser über Bilder auf Instagram auf mich aufmerksam geworden sind. Vielleicht, weil wir ähnliche Interessen teilen, oder weil sie zufällig über mich gestolpert sind. Wenn von hundert Followern dreißig gerne lesen und zehn davon in die Zielgruppe meiner Bücher fallen, man außerdem die Schnittmenge der Facebook- und YouTube-Follower abzieht und bereits interessierte Newman-Leser rausnimmt, dann habe ich in den letzten zwei Jahren über Instagram sicher bereits etwa 100-150 Leser dazugewonnen. Das ist alles rein theoretisch und ich kann es nicht belegen. Doch bin ich mir sicher, dass Instagram, als Teil meines Marketinguniversums, unentbehrlich geworden ist.

Bilder: Laura Newman

Laura Newman war unsere Spotlight-Autorin im Februar. Erfahren Sie im Spotlight-Interview, mit welchen weiteren Maßnahmen sie ihre Bücher erfolgreich vermarktet.

  1. Andrea Voss am 07.01.2017, 00:37 :

    Liebe Laura, vielen Dank für diese interessanten Tipps. Ich stehe noch so ziemlich am Anfang. Im April 2016 habe ich mein erstes eigenes Buch herausgegeben. Ich bin sehr stolz darauf. Ich werde das auf alle Fälle wieder machen und noch einen 2.Teil schreiben. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg. LG Andrea

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