Ausgewählte Gedichte, übersetzt in Münsterländer Mundart

Ausgewählte Gedichte, übersetzt in Münsterländer Mundart

Christine Koch , Paul Baumann (Hrsg.)

Paperback

132 Seiten

ISBN-13: 9783752879780

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 01.06.2018

Sprache: Deutsch

Farbe: Ja

Bewertung::
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Die sauerländische Mundartdichterin Christine Koch (1869-1951) wurde von Augustin Wibbelt als Lyrikerin sehr geschätzt und zählt zu den wenigen bekannten Frauen in der niederdeutschen Literaturgeschichte. Durch den hier vorgelegten Band wird erstmalig eine repräsentative Auswahl ihrer Gedichte für münsterländische Leserinnen und Leser erschlossen.
Die Mundart des Sauerlandes wirkt aufgrund der zahlreichen Doppelselbstlaute und anderer Eigentümlichkeiten auf viele Liebhaber des Plattdeutschen fremd. Über die münsterländischen Fassungen kann Christine Kochs Werk heute auch in anderen niederdeutschen Sprachlandschaften viel leichter vermittelt werden.
Die Übertragungen in das sogenannte "Klaiplatt" des Kernmünsterlandes stammen von Paul Baumann aus Greven. Er ist Mitglied der Augustin Wibbelt-Gesellschaft und hat seit 2008 schon sechszehn Werke mit Mundarttexten herausgegeben (u.a. eigene plattdeutsche Übersetzungen der Psalmen und des Neuen Testaments). Die Edition wird vorgelegt in Kooperation mit dem Christine Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe (www.sauerlandmundart.de) und enthält ein ideologiekritisches Nachwort wider das leere "Heimat-Gerede" der Rechten.
Christine Koch

Christine Koch

Christine Koch (1869-1951) ist die bekannteste Mundartlyrikerin des Sauerlandes (www.sauerlandmundart.de). Geboren wurde sie im kleinen Dorf Herhagen (heute: Gemeinde Eslohe) als fünftes von sieben Kindern des Bauern Caspar Wüllner. Ihre Eltern gehörten keineswegs zum Kreis einer bildungsfernen Landbevölkerung. Die Mutter Louise stammte aus der Familie des Reister Lehrers und Organisten Johann Friedrich Nolte. Nach der Volksschulzeit in Reiste wurde Christine 1885-1887 an der kath. höheren Töchterschule in Duderstadt zur Lehrerin ausgebildet. Es folgten eine dreizehnjährige Tätigkeit an der Volksschule im sauerländischen Padberg und 1902 die Übernahme der Leitung einer kath. Mädchenschule in Vogelheim bei Essen-Borbeck. 1905 schied Christine Koch aufgrund anhaltender Lungenerkrankungen freiwillig aus dem Schuldienst aus. Am 3. Mai 1905 heiratete sie einen Vetter, den Land- und Gastwirt Wilhelm Koch (1873-1943) in Bracht bei Schmallenberg. Die Beziehung der beiden war lange heimlich geblieben und dann in der Verwandtschaft auf Widerspruch gestoßen. Das Paar bekam vier Kinder. (Im Juli 1935 wurde der einzige Sohn, der Bracht aus ungeklärtem Anlass über Nacht verlassen hatte, in der Nähe von Berlin tot aufgefunden.)
Christine Koch musste, im sechsten Lebensjahrzehnt stehend, zum großen Schritt in die Öffentlichkeit von außen gedrängt werden. Die heimatbewegten Ambitionen des Ehemannes und offenbar auch entmutigende Belehrungen ihres Schwagers Franz Joseph Koch ließen bei ihr lange Zeit kein künstlerisches Selbstbewusstsein entstehen. Am Eschenschrank, einem Erbstück aus dem Herhagener Elternhaus, schrieb sie gleichwohl in freien Stunden hoch- und plattdeutsche Texte. Ihr erster Band mit Mundartlyrik trägt den Titel "Wille Räusen" (1924).

Paul Baumann

Paul Baumann (Hrsg.)

ÜBERSETZER DER AUSWAHL: Paul Baumann, Mitglied der Augustin Wibbelt-Gesellschaft und Herausgeber zahlreicher Bücher in münsterländischer Mundart, wurde am 18. März 1944 in Greven geboren. Seit einem Jahrzehnt verwirklicht er Buchprojekte mit regionalen Sprachzeugnissen (die meisten Veröffentlichungen bislang unter dem Pseudonym Gerhard Schütte).
Zur "plattdeutschen Bibliographie" der von ihm herausgegebenen Werke gehören folgende Titel (www.niederdeutsche-literatur.de): Vetällsels und Riemsels uut Olt Graiwen (2008); 1000 Jaore Plattdüütsk (2008, neu 2013); Ne Muul vull Platt (2009, neu 2015); Rund üm dän Martinikiärktaon (2009); Twiärs düör'n Gaorn (2010); Mönsterlänsk Sammelsurium (2011); Schnurrige Geschichten in plattdeutschen Gedichten (4. Ausgabe, 2013); Geschichten un Gedichte in Mönsterlannsk Platt (2. Auflage, 2013); Plattdeutsches Liederbuch (2013); Plattdütske Rieme (2014); Plattdeutsche Kriegsgedichte aus Westfalen 1914-1918 (2016); Een bunten Blomenstruuk (2017).
Neben diesen Neu-Editionen und Sammlungen sind aus der Bücherwerkstatt von Paul Baumann auch folgende Übertragungen in die kernmünsterländische Mundart hervorgegangen: De Psalmen (2010); Dat Nie Testament, üöwersett't in mönsterlänsk Platt (2015); Till Ulenspaigel - 50 Vetälsels up Mönsterlänsk Platt (2011); Mönkhusen (2016). - Zuletzt 2018: Christine Koch: Ausgewählte Gedichte. Übertragen in Münsterländer Mundart (ediert in Kooperation mit dem Christine Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe).
Paul Baumanns frühe Lebensjahre fallen bereits in eine Zeit des Sprechsprachen-Wechsels am Geburtsort Greven. Ein solcher sprachbiographischer Hintergrund ist nicht untypisch für Männer und Frauen, die sich in den letzten Jahrzehnten für ein plattdeutsches Kulturgedächtnis engagiert haben.

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