Praxis und Theorie der Individualpsychologie

Praxis und Theorie der Individualpsychologie

Vorträge zur Einführung in die Psychotherapie für Ärzte, Psychologen und Lehrer

Alfred Adler

Hardcover

456 Seiten

ISBN-13: 9783947618644

Verlag: Boer

Erscheinungsdatum: 29.01.2019

Sprache: Deutsch

Farbe: Nein

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Adlers Grundlagenwerk zu seiner neu entwickelten Psychologie

Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
»Die individualpsychologische Forschung erstrebt eine Vertiefung der Menschenkenntnis, die nur zu holen ist aus dem Verständnis der Stellung des Individuums zu seiner sozial bestimmten Aufgabe. Nur die Bewegungslinie, in der sich die soziale Aktivität einer Persönlichkeit darstellen und empfinden läßt, gibt uns Aufschluß über den Grad der Verschmelzung eines Menschen mit den Forderungen des Lebens, der Mitmenschen, des Weltalls. Sie gibt uns auch Aufschluß über den Charakter, über den Elan, über sein körperlich-geistiges Wollen. Sie läßt sich zurückverfolgen bis zu ihren Ursprüngen in der Zeit der Ichfindung und zeigt uns dort, in der frühesten Position des Menschenkindes, die ersten Widerstände der Außenwelt und die Form und Kraft des Wollens und der Versuche, sie zu überwinden. In diesen frühesten Kindheitstagen schafft sich das Kind irrend und unverständig seine Schablone, sein Ziel und Vorbild und den Lebensplan, dem es wissend-unwissend folgt. Vorbildlich werden ihm dabei alle Erfolgsmöglichkeiten und die Beispiele anderer Überwinder. Den Rahmen gibt ihm die umgebende Kultur. ... Unsere Individualpsychologie hat aber auch den Nachweis erbracht, daß die Bewegungslinie des menschlichen Strebens zunächst einer Mischung von Gemeinschaftsgefühl und Streben nach persönlicher Überlegenheit entspringt. Beide Grundfaktoren zeigen sich als soziale Gebilde, die erste als angeboren, die menschliche Gemeinschaft festigend, der zweite als anerzogen, als naheliegende allgemeine Verführung, die unablässig die Gemeinschaft zum eigenen Prestige auszubeuten trachtet.«
Alfred Adler

Alfred Adler

Alfred Adler (1870-1937) war ein österreichischer Arzt und Psychotherapeut. Er entstammte einer jüdischen Familie und konvertierte im Jahr 1904 zum Protestantismus. Adler studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte 1895. Er arbeitete zunächst als Augenarzt und eröffnete kurz darauf eine Praxis für Allgemeinmedizin. Ab 1902 machte er sich mit der Psychoanalyse von Sigmund Freud vertraut, entwickelte jedoch schon bald eine eigenständige Lehre. Er sah den Menschen nicht von Trieben bestimmt, sondern als freies Wesen, das die kulturellen Aufgaben lösen muss, die ihm das Leben stellt. 1911 kam es zum Bruch mit Freud. 1913 gründete Adler eine eigene Gesellschaft für freie Psychoanalyse. Seine Lehre bezeichnete er als Individualpsychologie, weil er in seiner Arztpraxis feststellte, dass jeder Patient als Einmaliges, als Individuum und als Ganzheit zu verstehen sei. Adler formulierte die Grundzüge seiner Lehre in seinem theoretischen Hauptwerk »Über den nervösen Charakter« (1912). Mit diesem Buch schaffte die Individualpsychologie in der Fachliteratur den Durchbruch als Alternative zur Psychoanalyse. Im 1913 erschienenen Buch »Heilen und Bilden« stellten Adler und seine Schüler die Entwicklung der Individualpsychologie in der Erziehungsarbeit dar. 1914 kam es zur Gründung der »Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie«. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war eine Blütezeit der Individualpsychologie. Mit der Publikation »Praxis und Theorie der Individualpsychologie« (1920) begann Adler seine Theorie detaillierter darzustellen. Angesichts der bedrohlichen Zustände in Europa siedelte Adler 1934 in die USA über. Er hatte schon seit 1926 eine Gastprofessur an der Columbia University und seit 1932 am Long Island College inne. Er unternahm immer noch Vortragsreisen nach Europa. Auf einer solchen Reise starb Adler im Mai 1937 in Aberdeen, Schottland, im Alter von 67 Jahren an Herzversagen. Adler gilt als der Begründer der Individualpsychologie. Seine Lehre hatte eine große, eigenständige Wirkung auf die Entwicklung der Psychologie und Psychotherapie im 20. Jahrhundert. Sie beeinflußte die psychotherapeutischen Schulen von Rollo May, Viktor Frankl, Abraham Maslow und Albert Ellis. Seine Schriften nahmen viele Einsichten der Neopsychoanalyse vorweg, die sich in erstaunlichem Einklang mit der Individualpsychologie in den Werken von Karen Horney, Harry Stack Sullivan und Erich Fromm wiederfinden. [Wikipedia]

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