Vier Typen seriellen Erzählens im Fernsehen

Vier Typen seriellen Erzählens im Fernsehen

Eine illustrative Einführung in Theorie, Geschichte und Diskurs

Jonas Nesselhauf, Markus Schleich, Julien Bobineau, Paul-Vincent Mayr , Sönke Hahn (Hrsg.)

Paperback

244 Seiten

ISBN-13: 9783732287789

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 28.12.2017

Sprache: Deutsch

Farbe: Ja

Bewertung::
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Das serielle Erzählen ist in aller Munde - assoziiert mit Serien wie "Breaking Bad", "Mad Men", "Game of Thrones" oder "The Walking Dead". In der Kritik finden diese täglich Würdigung: Sie sind voller graustufiger, anspruchsvoller und unbequemer Welten mit ebensolchen Charakteren. Sie weisen eine dem Kino anverwandte Ästhetik auf, sie werden zum audiovisuellen Pendant des Gesellschaftsromans. Wie nun genau sind diese Serien aufgebaut? Verkürzt: Besagte Serien erzählen horizontal, über die Episodengrenzen hinweg. Sie nehmen sich mehr Zeit, vielschichtige Kosmen zu zeichnen, als es der Film je könnte. Wenn sich solche Serien dem progressiven Erzählen und damit einem Pol im Feld serieller Narrative zuordnen lassen, wie ist der gegenüberliegende Pol beschaffen? Findet sich an ihm das Fließbandartige/das Minderwertige? Diese Debatte ist zu untersuchen ... Die Qualitätsfernsehserien können mit ihrer multiperspektivischen Erzählweise als künstlerisch-kritische Spiegel unserer Welt(en) betrachtet werden. Doch wie ist dieses "bessere" Fernsehen zu definieren, ist eine solche Definition überhaupt sinnvoll? Welche kommerziellen Facetten besitzt es? Die in der Sitcom präsentierten Wohnzimmer jedenfalls stellen zur Diskussion, ob sie unseren nachempfunden wurden oder ihnen vorhergehen ...
Das Publikum ist dem TV keinesfalls ausgeliefert - wie die im Band vorgestellten Krisen des Fernsehens und die historischen Entwicklungen der Serialität vom Fortsetzungsroman bis zum Kino, Radio und zum TV zeigen. Die Zuschauer sind wählerisch: Im Zeitalter konvergierender Medien haben die Rezipienten die Wahl - via App auf zahlreichen Endgeräten können sie sich ein individuelles Programm zusammenstellen. Und dennoch existiert das Fernsehen in seiner "unbeeinflussbaren" Form auf dem "Flimmerkasten" weiter. Selbst die Video-on-Demand-Anbieter formen einen Fluss von Sequenzen aus, der dem traditionellen TV ähnlich ist. Welchen Nutzen birgt diese totgesagte Struktur, welchen das On-Demand-TV? Apropos Pole: Was befindet sich zwischen beiden Extremen? Zwei weitere Typen des seriellen Erzählens werden wir im Band erkunden - zudem grundlegende Theorien des Seriellen. Es werden Elemente wie Outro, Intro, Previously on und Ciffhanger erklärt.
Zur Veranschaulichung dieses Feldes wählt der Band einen besonderen Weg: "Text-Serien" von fünf Autoren bilden das Fernsehen ab, spiegeln es in der Typografie wider, sodass die Leser das Serielle sowohl inhaltlich erkunden als auch "erleben" können.
Jonas Nesselhauf

Jonas Nesselhauf

Dr. phil., M.A., B.A., Jahrgang 1987, studierte von 2008 bis 2013 Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes. 2016 folgte seine Promotion mit einer komparatistischen Arbeit zur Figur des Kriegsheimkehrers in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Derzeit ist er Post-Doc in den Fächern Kulturwissenschaften und Germanistik an der Fakultät III der Universität Vechta. Nesselhaufs Forschungsschwerpunkte sind: Serielles Erzählen (besonders in Fernsehserien), Literatur und Ökonomie (besonders Wirtschaftskrisen), literarische und künstlerische Darstellungen des menschlichen Körpers (besonders Tätowierungen). Veröffentlichungen u. a. "Fernsehserien. Geschichte, Theorie, Narration" (Tübingen: Narr Francke Attempto, mit Markus Schleich).

Markus Schleich

Markus Schleich

M.A., wurde 1985 in Oldenburg geboren, studierte Komparatistik, Psychologie und Anglistik an der Universität des Saarlandes, der Nationalen Universität Athens und der Sorbonne in Paris. Er erlangte seinen Magister Artium 2012 an der Universität des Saarlandes, wo er seit 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu dem Verhältnis von Mythen und Popularmusik promoviert. Seit 2013 leitet er zusammen mit Jonas Nesselhauf das Projekt "Living Handbook of Serial Narration on Television" aus dem unter anderem 2016 der UTB-Band "Fernsehserien. Geschichte, Theorie, Narration" (im Frank/Narr/Attempo in Tübingen) hervorgegangen ist. Neben der Fernsehserie widmet er sich auch anderen popkulturellen Phänomenen: Im Jahr 2017 erscheint (herausgegeben mit Jonas Nesselhauf) ein Sammelband zum Thema Trash: "Banal, trivial, phänomenal: Spielarten des Trash" im Darmstädter Büchner Verlag. Ein weiterer Sammelband zu neuen Tendenzen in der Literaturwissenschaft ist ebenfalls für 2017 geplant (zusammen mit Caroline Frank und Daniel Kazmaier): "An den Grenzen der Disziplinen. Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Literaturwissenschaft" (im Hannoveraner Wehrhahn Verlag). 2018 steht im Zeichen der dritten Staffel von "Twin Peaks" (zusammen mit Caroline Frank): "The Owls Are Not What They Seem: Twin Peaks aus interdisziplinärer Perspektive". Seine Forschungsschwerpunkte sind: serielles Erzählen, Inter- und Transmedialität, Populärkultur, Popularmusik, Europäische Serienkultur(en) und Interdisziplinarität.

Julien Bobineau

Julien Bobineau

Dr. phil., M.A., Jahrgang 1986, hat von 2007 bis 2012 Galloromanische Philologie, Öffentliches Recht und Philosophie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert. Sein Magisterstudium schloss er in Französischer Literaturwissenschaft mit einer vergleichenden Arbeit zum Dokumentarischen Drama (Aimé Césaire) und zum japanischen No-Theater (Anita van Belle) im Jahre 2012 ab. Hiernach wurde der Literatur- und Kulturwissenschaftler mithilfe einer Promotionsförderung des Bayerischen Elitenetzwerks (BayEFG) und einer Arbeit unter dem Titel "Kolonialdiskurse im Vergleich. Die Repräsentation von Patrice Lumumba in der kongolesischen Lyrik und im belgischen Drama" im Jahre 2017 an der JMU Würzburg promoviert. In seiner Dissertation untersuchte er den Zusammenhang von Postkolonialen Literaturen und geschichtsverklärenden Kolonialdiskursen am Beispiel der literarischen Repräsentation des ersten kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba. Derzeit ist Bobineau als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Neuphilologischen Institut/Romanistik der JMU Würzburg angestellt und überdies in der Verwaltung derselben tätig. Darüber hinaus fungiert Bobineau als Herausgeber von "promptus - Würzburger Beiträge zur Romanistik" und der Schriftenreihe "Junges Afrikazentrum".

Paul-Vincent Mayr

Paul-Vincent Mayr

M.F.A., M.A., B.A., 1988 in Bonn geboren, studierte Betriebswirtschaftslehre (B.A., 2013) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie Medienmanagement (M.A., 2017) und Medienkunst und Mediengestaltung (M.F.A., 2017) an der ­Bauhaus-Universität Weimar. In diesem interdisziplinären Ansatz zwischen Wirtschaft und Kunst konzentrierte er sich - wissenschaftlich und künstlerisch - auf die Medienformate Film und Serie. Im Künstlerischen fokussiert Mayr sich konkret auf die Produktion dokumentarischer sowie fiktiver Kurzfilme. In seinem aktuellen Projekt experimentiert er mit der habitualisierten Seherfahrung und -erwartung des Rezipienten im Horror-Genre. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt auf Medien-Marketing liegend, forschte er zu Film- und Serienmarken und betrat in seiner Abschlussarbeit im Medienmanagement mit der empirischen Untersuchung zur Adaption von Markenstrategien aus dem "Movie Branding" im Bereich der neuen TV-Serie das wissenschaftlich bisher noch unberührte Feld des "TV Series Branding".

Sönke Hahn

Sönke Hahn (Hrsg.)

Ph.D., M.F.A., B.A., Jahrgang 1984, studierte Media Design (B.A. - 2009), ein interdisziplinärer Studiengang zw. Praxis, Theorie und Wirtschaft, an der Rheinischen Fachhochschule Köln und Medienkunst und Mediengestaltung mit Fokus auf verschiedenen Bewegtbild-Medien an der Bauhaus-Universität Weimar (M.F.A - 2012). Zwischen Bachelor- und Masterstudium arbeitete er selbstständig in einer gemeinsam mit einem Kommilitonen initiierten Werbeagentur im Großraum Köln. Von 2012 bis 2017 promovierte Hahn am Bauhaus (Doctor of Philosophy). Im Mittelpunkt seiner Dissertation steht eine intensive Auseinandersetzung mit virtuellen und real-räumlichen Denkmustern: "Bunker-TV, TV-Bunker: Heterotope Mechanismen am Beispiel von Schutzbauwerken und (Fernseh-)Serien". Neben der Untersuchung des Seriellen - auch abseits des Fernsehens - zielt Hahns Forschungsinteresse auf immersive Formen ab: "Fulldome vs. 16:9. Zu den Differenzen in Konzeption, Gestaltung und Produktion eines Spielfilms in der Kuppel und im klassischen Bildformat. ..." In: "Jahrbuch immersiver Medien 2013". Des Weiteren bemüht sich Hahn um eine edukative u. interdisziplinäre (u. damit ebenfalls ästhetisch ansprechende, die Grenzen von Theorie u. Praxis überschreitende) Medienvermittlung und -aufbereitung. In letztgenanntes Feld zählt auch der vorliegende Band. Hahn ist Medienwissenschaftler, Designer und Filmemacher. Basierend auf seinen Drehbüchern und unter seiner Regie sind zahlreiche - auch prämierte - Kurzfilme entstanden. Ausgewählte Beispiele: "breakFAST" (2011/12), "Eine deutsche Jagdgeschichte." (2012); "The Flowerpot" (2014); "Habitat 2" (2016/17).

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