Autorin mit Auszeichnung

Autorin mit Auszeichnung

Mit dem Historischen Roman „Blutföhre“ veröffentlichte Monika Pfundmeier nicht nur ihr Erstlingswerk, es brachte ihr sogar den begehrten Deutschen Self-Publishing-Publikumspreis ein. Qualität und die Arbeit mit Profis hält die Autorin für maßgeblich mit entscheidend.

Autoren, Portraits | Anja Meiners

Ihre Leser aus dem Alltag in andere Welten und Zeiten zu entführen ist Monika Pfundmeiers Ziel beim Schreiben. Dass das der Autorin offenbar gut gelingt, belegt die Auszeichnung ihres Debütromans Blutföhre mit dem Deutschen Self-Publishing-Publikumspreis. Historische Romane haben es Monika Pfundmeier besonders angetan – was sie an dem Genre so fasziniert und wieso sie glaubt, mit ihren Geschichten viele Leser zu begeistern, verrät die Autorin im spannenden Interview.

Im vergangenen Jahr haben Sie sich nicht nur dazu entschieden, Ihren lang gehegten Traum von der eigenen Buchveröffentlichung in die Tat umzusetzen, sondern sogar Ihren Vollzeit-Beruf als Unternehmensberaterin aufgegeben, um sich dem Autorendasein zu widmen. Gab es einen bestimmten Auslöser?

Als Unternehmensberater habe ich interessante Themen begleitet. Doch ich habe in den Projekten damals bemerkt, der Beruf verändert mich, führt mich weg von den Menschen und den Werten, die mir wichtig sind, weg vom Schreiben und wirkt sich negativ auf meine Gesundheit aus.

Die Erkrankung war 2015 der Auslöser. Die Fragen „was will ich in meinem Leben erreichen?“, „wo und mit wem will ich in meinem Leben Zeit verbringen?“ wurden immer lauter und ich musste und wollte eine Antwort finden.

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„Ein Lektorat ist in meinen Augen Pflicht.“

Wie sind Sie Ihr erstes Buchprojekt als Self-Publisherin angegangen? Haben Sie Unterstützung in Anspruch genommen?

Am Anfang stand ganz viel Recherche in Sachen: wie setze ich technisch, inhaltlich und in welchen Formaten mein Buch um. Gott sei Dank bietet das Internet hier eine gute Hilfestellung, insbesondere in Form verschiedener Foren. Die „Selfpublisher Bibel“ von Matthias Matting war insbesondere am Anfang für mich eine hilfreiche Orientierung und ist nach wie vor eine super Hilfestellung.

Bei der inhaltlichen Umsetzung zählt für mich Qualität. Ein Lektorat ist in meinen Augen Pflicht und hier habe ich Glück, mit einer ganz großartigen und wertschätzenden, erfahrenen Lektorin arbeiten zu können. Gleiches gilt für Korrektorat und Grafik-Design. Bei Blutföhre habe ich zunächst mit Grafikstudenten gearbeitet. Grundelemente der Gestaltung sind im aktuellen Design erhalten. Letztlich ist aber auch hier von Vorteil, mit Profis zu arbeiten. Und mit Laura Newman habe ich eine tolle Grafikerin gefunden. Sie entwirft tolle Cover, kennt sich aus mit den Anforderungen der Genres, und außerdem ist selbst Autorin. Somit versteht sie sehr gut, „wo der Schuh drückt“. Dass die Arbeit mit Profis sich auszahlt, beweist ja letztlich auch die Auszeichnung mit dem Deutschen Selfpublishing Preis.

Der Preis hebt Bücher von Self-Publishing-Autoren hervor, die der Qualität von Verlagsbüchern in Nichts nachstehen und dadurch ebenso attraktiv für den Buchhandel sind.

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Ihr Debütoman wurde erst kürzlich im Rahmen des Deutschen Selfpublishing-Preises mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um die Aufmerksamkeit Ihrer Leser und letztlich ihre Stimmen zu gewinnen?

Als Basis muss natürlich die Qualität des Buches passen. Ich weiß von vielen Lesern, denen mein Roman außergewöhnlich gut gefallen hat. Eine Herausforderung ist dann aber, insbesondere Leser Historischer Romane dazu zu motivieren, in einer Online-Plattform für BLUTFÖHRE zu stimmen.

Über Facebook habe ich versucht, auf meinen Roman und den Deutschen Selfpublishing Preis aufmerksam zu machen. Außerdem hatte ich im Vorfeld der Auszeichnung eine Leserunde auf Lovelybooks gestartet. In diesem Zeitraum konnte ich auch mit einigen tollen Bloggern zusammenarbeiten. Als Autorin liegt meine Kompetenz im Schreiben von Büchern, für das Marketing habe ich mich an die großartige Tanja Rörsch von Mainwunder gewandt.

BLUTFÖHRE erschien 2016, beschreibt auch das Schicksal einer alten Adelsfamilie. Ihr zweiter Roman LÖWENBLUT ist quasi „druckfrisch“ und greift Personen aus BLUTFÖHRE und deren Schicksal auf, allerdings ohne eine klassische Fortsetzung zu sein. Hatten Sie die Geschichte bereits beim Schreiben des ersten Teils im Kopf und wo erhalten Sie die Inspiration für Ihre Geschichten?

Nein. Tatsächlich war ich froh, BLUTFÖHRE abschließen zu können. Die Geschichte hat mich sehr, sehr lange begleitet. Mir war unheimlich wichtig, von Graf Ulrich von Mering und seiner Agnes zu erzählen, von dem Baum – der BLUTFÖHRE – die sich gegen Ungerechtigkeit erhebt. Einen weiteren Historischen Roman hatte ich nicht geplant, sondern nur grundsätzlich, weiterhin schreiben zu wollen. Das positive Feedback und der Erfolg von BLUTFÖHRE hat meine Entscheidung beeinflusst, Personen daraus aufzugreifen und dem Genre treu zu bleiben.

Inspiration passiert ständig, besonders wenn ich unterwegs bin. Mir fallen viele Kleinigkeiten auf, und ich habe ständig den Gedanken im Kopf: daraus könnte man eine Geschichte erzählen.

Was fasziniert Sie besonders an dem Genre Historische Romane und wieso glauben Sie, treffen Sie damit den Nerv Ihrer Leser?

Ich finde spannend, zu entdecken, mit wie viel Leidenschaft auch vor unserer Zeit die Menschen „Mensch“ waren und ihr Leben bestritten haben. In der Geschichte finden sich so viele Spuren, wie oft das „allzu Menschliche“ – Stolz, Eitelkeit, Gier – verhindert hat, die großen Ziele und Gutes zu erreichen.

Ich denke, aus der Geschichte können wir so viel lernen – wir tun das leider nur noch zu wenig. In meinen Geschichten will ich die Parallelen zu unserer heutigen Zeit aufzeigen. Manchmal ist es so leicht, „das Richtige“ zu tun, wenn wir Eitelkeit und Stolz überwinden. Wir müssen es nur tun.

Monika Pfundmeier

Monika Pfundmeier

folgt seit 2016 ihrem Herzen und ihrer Berufung als Autorin - nach Jahren in der Unternehmensberatung und in der Finanzbranche. Ihr erster Roman BLUTFÖHRE erschien im September 2016 und ist der Auftakt der Geschichte rund um das Adelshaus der Wittelsbacher. Sie schreibt in München an weiteren Romanen – auch genreübergreifend. Ihre Texte erscheinen auf ihrem Blog und in verschiedenen Münchner Stadtmagazinen. Als Stadtführerin stellt sie gelegentlich und für besondere Menschen die schönsten Ecken der Stadt ihres Herzens vor. Weitere Informationen finden Sie unter: www.monika-pfundmeier.com

„Ich schreibe, um meine Leser aus dem Alltag zu entführen.“

Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt zu Ihren Lesern und deren Feedback?

Sehr wichtig. Ich schreibe, um meine Leser aus dem Alltag in andere Welten und Zeiten zu entführen, um sie zu inspirieren und zum Nachdenken zu bringen. Im Dialog mit meinen Lesern erfahre ich, was diese beschäftigt und ob und wie meine Geschichten ankommen bei ihnen.

Dürfen wir uns auf weitere Folgeromane freuen – haben Sie schon konkrete Pläne für die kommenden Monate oder Jahre?

Ja, auf jeden Fall gibt es weitere Romane. Zum einen werde ich die schicksalsreiche Geschichte des Adelshauses der Wittelsbacher fortschreiben. Hier will ich mich der Herausforderung stellen, dass jeder neue Roman auch unabhängig von den Vorgängern gelesen werden kann. Spätestens im Herbst 2018 soll es dann den dritten Historischen Roman aus meiner Feder geben.

Ich plane außerdem, auch in anderen Genres zu schreiben. Das ist im Moment aber noch eine Überraschung, wie das genau aussieht.

Wir danken für das spannende Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg!

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Impressionen von der Frankfurter Buchmesse & Lesungstermine


Lesungstermine 2017

9.12. Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt, München, Wittelsbacher Platz 12.45 - 13.15 Uhr & 15 - 15.30
23.12. Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt, München, Wittelsbacher Platz 12.30 - 13.00 Uhr & 15 - 15.30

2018 - voraussichtlich im Februar 2018, Aachen, Buchhandlung Hennen
2018 - Herbst - Buchhandlung Reuffel, Koblenz

Aktualisierungen auf www.monika-pfundmeier.com

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