Werbemittel für Ihre Marketingkampagne

Werbemittel für Ihre Marketingkampagne

Werbemittel sollten ein Bestandteil Ihrer Marketingkampagne sein. Warum? Das verraten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Allgemein, Tipps, Vermarktung, Wissen | Mark Lorenz

Haben Sie Ihr Marketing-Ziel definiert?
Ihre Zielgruppe gefunden?
Und den Marketingkanal gefunden, in der sich Ihre Zielgruppe befindet?

Super! Nachdem wir bislang analytisch arbeiten mussten, kommen wir nun zu einem kreativen Part: den Werbemitteln.

Werbemittel erzeugen Aufmerksamkeit und regen, im besten Fall, Ihre Zielgruppe zum Kauf Ihres Buches an.
Wichtig ist dabei, dass diese Werbemittel auch mit Ihrem Buch in Verbindung gebracht werden.

Wie oft haben Sie schon Werbeplakate gesehen, die zwar schön aussahen, bei denen Sie aber gar nicht wussten, welches Produkt überhaupt beworben wurde?

Wie Sinnesorgane und Werbemittel zusammenpassen

Das Ansprechen der verschiedenen Personen geschieht über ihre Sinne. Im Falle von optischen Werbemitteln wird Ihr Seh-Sinn angeregt: Dieser Sinn gehört zu den wichtigsten, da wir über ihn etwa 80% aller Informationen aus unserer Umwelt wahrnehmen.

Hierbei kann man noch zwischen bewegten und statischen Bildern unterschieden werden. Hierunter finden sich dann z.B. Videos, Banner oder auch die unterschiedliche Beleuchtungen in der Gemüseabteilung im Supermarkt, damit das Gemüse noch schöner aussieht.

Aber auch für unsere anderen Sinnesorgane gibt es Werbemittel, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen sind.

Für das Hören fällt einem vielleicht noch schnell die klassische Radiowerbung ein. Aber wussten Sie, dass Staubsaugerhersteller versuchen ihre Staubsauger nicht zu leise zu machen, da Nutzer die Lautstärke mit hoher Saugleistung assoziieren?

Wenn Sie irgendwann einmal für Ihr Buch eine Lesung halten, nehmen Sie beim Üben Ihre Stimme auf oder Fragen sie Freunde und Bekannte, ob Ihre Stimme angenehm zum Vorlesen klingt. Spielen Sie nach dem Feedback etwas mit Ihrer Stimmenlage bis Sie einen angenehmen Ton gefunden haben. Denn auch das ist ein Werbemittel für Ihr Buch.

Für die anderen 3 Sinne sind die Werbemittel meist genauso subtil wie die lauten Staubsauger.

Der Tastsinn wird z. B. durch Ausstellungsstücke bedient, die man unter anderem in Möbel- oder Elektronikmärkten sieht. Diese kann man ausprobieren und anfassen. Auch setzen einige Hersteller auf Verpackungen, die sich gut anfühlen, um ihr Produkt besser verkaufen zu können. So hat z. B. ein bekannter Softgetränkehersteller vor einigen Jahren eine dünnere, besser zu haltende, 0,33l Dose rausgebracht, obwohl diese mehr Blech benötigen als die Standard 0,33l Dosen und somit teurer zu produzieren sind. Es gibt sogar einige Hersteller die Ihre Produkte künstlich schwerer machen, da Gewicht oft mit Qualität assoziiert wird.

Auch Sie können Werbung über den Tastsinn machen indem Sie z. B. ein Hardcover oder dickere Seiten für Ihr Buch wählen.

Hierbei sollten Sie nicht auf Ihr persönliches empfinden achten, sondern auf die Eigenschaften Ihrer Zielgruppe. Sind diese eher wohlhabend, sind sie wahrscheinlich eher bereit für ein Buch mit Hardcover mehr Geld auszugeben. Der “arme Student” würde diesen Mehrpreis wohl nicht bezahlen.

Für den Geruchssinn fallen einem relativ schnell die unterschiedlichen Gerüche in den verschiedenen Abteilungen eines Supermarktes ein oder der Geruch eines neuen Wagens.

Der Geschmackssinn kann gut über Essensproben angesprochen werden. Haben Sie übrigens schon einmal unseren tollen Cappuccino auf den Buchmessen in Leipzig oder Frankfurt probiert?

Statische, visuelle Werbemittel

Nehmen wir zuerst die einfachen Bildwerbemittel. Diese sind meist statisch und haben nur selten bewegte Elemente, wie sie manchmal bei der Bannerwerbung im Onlinemarketing zu finden sind.

Statische Bilder sind am einfachsten herzustellen und können sehr umfangreich eingesetzt werden.

Hierbei sollten Sie als erstes an Ihr Buchcover denken, denn Ihr Cover ist das Werbemittel Nummer 1 für Ihr Buch.

Ein Buch sollte zwar nie (nur) nach seinem Einband bewertet werden, dennoch ist dies der erste Schlüsselreiz, der den potenziellen Leser zum Buch greifen lässt: Sie können das beste Buch der Welt geschrieben haben, wenn Ihr Cover nicht Ihre Zielgruppe anspricht, werden Sie das Buch nicht oder nur im geringen Umfang verkaufen.

Auch nachfolgende Werbemittel können dann beispielsweise Bezug auf Ihr Cover nehmen, damit Ihre potenziellen Kunden direkt Ihre Geschichte mit den Werbemitteln verknüpfen können.

Bewegte, visuelle Werbemittel

Zu den bewegten visuellen Werbemitteln gehören in erster Linie Videos. Aber auch Online-Bannerwerbung kann bewegte Elemente enthalten.

Kennen Sie noch den ersten Jurassic Park Film, wo der T-Rex nur auf Bewegungen reagiert?
Menschen sind da ähnlich: Bewegungen können wir besser wahrnehmen als statische Bilder. Diese wirken auf uns nicht nur interessanter, da sich das Bild ständig ändert, sondern wir beschäftigen uns auch eine längere Zeit damit, als wenn wir uns nur schnell von Bild zu Bild klicken.

Da bewegte Bilder jedoch in der Regel deutlich komplizierter herzustellen sind und dadurch auch deutlich teurer werden, sind diese oft nur für große Kampagnen zu empfehlen.

Psychologie der Werbemittel

Werbemittel sprechen die Leute meist auf der psychischen Ebene an. Wenn Sie z. B. durch Ihre Werbemittel starke Emotionen auslösen, können Sie eine Affekthandlung bei einigen Personen auslösen. Dies geschieht, wenn starke Gefühle das rationale Denken und Handeln unterdrücken. Eine dieser Affekthandlung kann der Kauf Ihres Buches sein.

Die Emotionen sollten in der Regel positiv sein, damit diese mit Ihrem Buch in Verbindung gebracht werden. Unterschätzen Sie aber auch negative Emotionen nicht. Negative Emotionen bleiben oft viel länger im Gedächtnis als positive Emotionen. Wenn Sie diese geschickt steuern, können Sie so langfristig in Erinnerung bleiben.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum Sie negative Emotionen auslösen sollten? Dies könnte Beispielweise gut im Zusammenhang mit dem Horrorgenre geschehen, bei dem die eigentlich negativen Emotionen wie Angst und Schrecken positiv interpretiert werden.

Wenn Sie ein Sach- oder Fachbuch haben, können Emotionen aber auch kontraproduktiv sein, da bei solchen Büchern die rationale Kaufentscheidung oft wichtiger ist als die emotionale.
Werbemittel für Fach- und Sachbücher sollten daher die wichtigsten Informationen Ihres Buches enthalten. Dies können Sie z. B. über Schlagworte oder statistischen Grafiken realisieren.

Nutzen Sie den Effekt der Einmalig- bzw. Erstmaligkeit aus. Dinge, die wir schon kennen, finden wir in der Regel langweiliger als Dinge, die wir noch nicht kennen.
Außerdem bleiben uns diese in Erinnerung: Wer kann sich nicht an seinen ersten Kuss erinnern? Aber erinnern Sie noch Ihren 2, 3 oder 100. Kuss?

5 Tipps zur Gestaltung Ihrer Werbemittel

1

Menschen nehmen Kontraste stark wahr. Dies gilt sowohl für Farb- als auch Formkontraste.

2

Menschen sind soziale Wesen und somit reagieren die meisten Menschen positiv auf Gesichter, insbesondere Augen. Mit dem Kindchenschema verstärken Sie die Emotionen noch zusätzlich. Tiere, die diesem Schema auch entsprechen, sind besonders effektiv.

3

Überladen Sie die Werbemittel nicht mit Informationen. In der Kürze liegt die Würze. Bilder wirken dabei besser als Text.

4

Bewegungen werden von Menschen besser wahrgenommen, als statische Bilder und das Involvement in das jeweilige Werbemittel ist größer.

5

Nutzen Sie einen Call-to-Action im Werbemittel. Dies ist ein Handlungsaufruf wie z.B. „Kaufen Sie jetzt“ oder „Informieren Sie sich hier“, der oft durch einen Rahmen oder einem dahinter liegenden geometrischen Objekt hervorgehoben wird. Dadurch wissen die angesprochenen Personen, wie sie weiter verfahren sollen, wenn das Produkt auf dem Werbemittel sie interessiert.

Holen Sie sich auch bei Ihren Werbemitteln das Feedback von Ihrer Zielgruppe. Nur dadurch können Sie das richtige Werbemittel produzieren.

Falls Sie die Werbemittel selber produzieren, vergleichen Sie diese mit ähnlichen Werbemitteln, vor allem in Bezug auf die Bild-Qualität. Bildbearbeitungstools sind heutzutage zwar sehr verbreitet, doch kann man oft sehr schnell erkennen, ob ein Anfänger oder ein Profi ein Bild bearbeitet hat.


Hinweis

Im nächsten Blogbeitrag gehen wir verstärkt auf die Analyse Ihrer Kampagnenergebnisse ein und definieren in diesem Zug noch einige sinnvolle KPIs.

  1. Peter Hakenjos am 13.10.2018, 14:22 :

    Zum Thema Buch-Marketing gehört für mich auch die in die Jahre gekommene AIDA-Formel. Auch wenn sie alt ist, das bin ich auch, ist sie noch immer ein guter Leitfaden:
    A – Atention: Widerspruch im Buchtitel, die erwähnten Augen auf dem Cover usw. Aufmerksamkeit wird erzeugt. Man nimmt das Buch in die Hand und will sehen, was es z. B. mit dem Titel auf sich hat.
    I – Interest: Der Klappentext gibt eine erste Antwort, weckt Interesse, er reißt die Handlung an und führt zum …
    D – Desire: Das ist der Wunsch, das Buch zu besitzen, denn es scheint »interessant« zu sein.
    A – Action: Das Buch wird gekauft! Ziel erreicht.

  2. Marie Loewe am 23.10.2018, 12:20 :

    Hallo liebe bod-Redaktion,

    danke für den ausführlichen und hilfreichen Artikel. Bevor ich meinen Kommentar schreibe, möchte ich gerne meinem Vorredner zustimmen. Die klassische AIDA Formel gehört dazu, sollte vielleicht auch schon als trivial angesehen werden.

    Das verschiedene Werbemittel unterschiedliche Wirkungen haben ist klar und logisch! Es ist vielleicht auch interessant, wie sich die Wirkung der einzelnen Werbemittel in den letzten Jahren verändert hat.
    Z.B. geht in meinen Augen der Trend zu immer kürzeren Aufmerksamkeitsspannen hinüber. Kurze Texte, kurze Videos etc.
    Wie seht Ihr das? Habt Ihr dazu wissenschaftliche Quellen die sowas belegen?

    Viele Grüße,
    Marie Loewe

    • Mark Lorenz am 23.10.2018, 17:26 :

      Hallo Marie Loewe,

      laut einem Report von Microsoft aus dem Jahr 2015, haben Menschen nur noch eine Aufmerksamkeitsspanne von durchschnittlich 8 Sekunden. Die Daten sind aber wohl sehr intransparent und werden von vielen angezweifelt. So steht dort z.B. auch drin, dass Goldfische mittlerweile eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Menschen besitzen. Dies basiert wohl auf dem Mythos, dass Goldfische eine sehr kurze Erinnerung haben. Leider sind mir ansonsten keine Untersuchungen bekannt, die belegen, dass Menschen heutzutage eine kürzere Aufmerksamkeitspanne haben als noch vor einigen Jahren. Was jedoch der Fall ist, dass die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit größer ist, so schwindet dann natürlich die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne pro Medium statistisch gesehen, selbst wenn das Individuum sich gleichlang mit dem jeweiligen Medium beschäftigt.

      Wir Menschen sind durchschnittlich sehr gut darin unnötige (und manchmal auch sinnvolle) Informationen herauszufiltern und haben auch eine lange Aufmerksamkeitsspanne. Ausnahmen sind hier einige Formen von Autismus und ADHS. Werbemittel gehören bei vielen Menschen oft in die Kategorie “unnötige Informationen” und werden entweder häufig gar nicht beachtet oder nur sehr kurz.

      Es gibt jedoch mittlerweile auch Möglichkeiten die Werbemittel so zu gestalten, dass man mit Ihnen interagieren kann, was die Dauer der Aufmerksamkeit stark erhöhen kann. Sie haben vllt schon HTML5-Werbemittel von einigen Spieleentwicklern gesehen, in denen ein kleines Minispiel integriert ist.

      Auch YouTube belohnt Videos durch seinen Algorithmus, die den User möglichst lange an die Plattform “fesseln”. YouTube belohnt also Videos, die bei Usern eine möglichst lange Aufmerksamkeit erzeugen.

      Man könnte das ganze auch ökonomisch betrachten. Um von dem User die Währung “Aufmerksamkeit” zu bekommen, muss man ihm hierfür einen Gegenwert geben. Der Gegenwert könnte z.B. Unterhaltung oder nützliches Wissen sein. Man muss den User also quasi für seine Aufmerksamkeit bezahlen. Das ist der Preis für eine gleichbleibende Nachfrage (Aufmerksamkeit) und ein sehr stark erhöhtes Angebot (Werbemittel und andere mit ihm konkurrierende Medien).

      Das sind jetzt aber sehr theoretische bzw. hypothetische Überlegungen, die keine starke wissenschaftliche Grundlage haben. Betrachten Sie das eben geschriebene also eher als einen Gedankenansatz, statt als Anleitung um Aufmerksamkeit von Usern bzw. Kunden zu bekommen.

      Die bisherigen Artikel richten sich auch eher an Beginner, die noch keinen oder nur sehr wenig Kontakt zur Marketingwelt hatten. Dieses Jahr wird vermutlich noch ein weiterer Artikel zu KPIs kommen und mit etwas Glück noch ein Artikel in dem ich Beispielhaft eine Marketingkampagne beschreibe. Artikel für Fortgeschrittene oder Profis kommen dann, je nach Erfolg der bisherigen Artikel, frühstens nächstes Jahr.

      Danke auch noch einmal an @Peter Hakenjos für den Hinweis auf die AIDA Formel. Diese kann ich vielleicht in einen weiteren Artikel einbauen.

      Viele Grüße

      Mark Lorenz

      https://de.scribd.com/document/265348695/Microsoft-Attention-Spans-Research-Report

      https://onlinemarketing.de/news/aufmerksamkeit-goldfisch-mythos

      https://www.openu.ac.il/innovation/chais2017/a2_3.pdf

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