Einfach drauflosschreiben – oder lieber planen?

Einfach drauflosschreiben – oder lieber planen?

Ein funktionierender Plot macht eine gute Idee erst zu einer gut erzählten Geschichte. Bereits im Schreibprozess lohnt es deshalb, sich mit der Dramaturgie der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Wie genau dir ein Plotgutachten dabei helfen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist eigentlich ein Plot?

Der Plot ist die Struktur der Handlung. Ein Großteil der Geschichten, die wir kennen und lieben, haben Plots, die nach einem bestimmten, immer sehr ähnlichen Schema funktionieren. Dabei handelt es sich nicht um ein Schema, das sich Literaturwissenschaftler oder andere schlaue Leute ausgedacht haben, sondern um ein Muster, das sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt hat, und das wahrscheinlich schon an den Lagerfeuern unserer Vorfahren perfektioniert wurde – denn auch hier hat man sich schon Geschichten erzählt, und mit Sicherheit fand man es auch schon damals toll, wenn diese Geschichten besonders gut erzählt wurden, besonders spannend, besonders mitreißend.

Und was ist ein Plot-Modell?

Eines der ersten und bis heute bekanntesten Plot-Modelle ist das Drei-Akt-Modell – das kennen wir alle aus der Schule: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Diese drei Akte hat bereits Aristoteles in seiner Poetik beschrieben, aber man findet sie natürlich nicht nur in Dramen. Auch heute funktionieren fast alle Geschichten, die wir uns erzählen, die wir lesen oder die wir uns als Film anschauen, am besten mit drei Akten: In einer Exposition wird uns gezeigt, mit wem wir es zu tun haben, in welcher Welt wir uns befinden und was das Kern-Problem ist. Ein – manchmal überraschendes – Ereignis treibt die Handlung voran und veranlasst z. B. den Protagonisten zum Handeln. Damit beginnt der Hauptteil, in dem er versucht, den zentralen Konflikt zu lösen. Am Ende des Hauptteils tritt ein Ereignis ein, das eine Entscheidung herbeiführt: Der Konflikt wird gelöst – auf die eine oder andere Weise. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf den Protagonisten und alle anderen handelnden Figuren und auf die Welt, in der sie leben – davon erzählt der Schluss.

Einfach drauflosschreiben – oder lieber planen?

Viele Autorinnen und Autoren schreiben einfach drauf los – und das ist auch völlig in Ordnung. Aber die meisten kommen beim Schreiben eines Romans irgendwann an den Punkt, an dem sie sich auf einer strukturellen Ebene mit der Handlung ihrer Geschichte beschäftigen oder beschäftigen müssen – z. B. weil sie selber merken, dass ein Handlungsstrang nicht gut funktioniert, weil Spannung fehlt oder weil sie irgendwo „feststecken“ und nicht weiterkommen.

Erfahrene Autorinnen und Autoren beginnen ein neues Buch meistens mit dem Plot. Sie nutzen dafür häufig ein Plot-Modell, das sich vielleicht schon in vorigen Büchern bewährt hat oder das gut zu ihrem Thema passt. Der Vorteil eines fertigen Plots liegt auf der Hand: Man weiß genau, wie die Handlung sich entwickeln soll und muss das Gerüst „nur noch“ mit Leben füllen.

Worauf sollte man beim Plotten besonders achten?

Es hilft, sich ein paar Bestandteile des Plots herauszugreifen und sich ein paar Fragen über die eigene Geschichte zu stellen. Wichtige Aspekte sind z. B. die Prämisse, die Plotpoints und der zentrale Konflikt.

Eine Prämisse ist so etwas, was man früher auch gerne mal die „Moral einer Geschichte“ genannt hat, also eine Aussage, die die Geschichte „beweisen“ soll. Wenn man sich also Autor oder Autorin eine solche Prämisse zurechtlegt, sollte man diese wirklich auf den Punkt bringen – ein Satz sollte genügen – und das Handeln aller Figuren danach ausrichten.

Plotpoints sind die zentralen Wendepunkte einer Geschichte. Die zwei allerwichtigsten Plotpoints sind dabei das initiale Ereignis, das die Handlung ins Rollen bringt, und natürlich die Wendung, die den Schluss, die Lösung herbeiführt.

Der zentrale Konflikt entsteht zumeist zwischen Protagonist und Antagonist. Sie wollen etwas Entgegengesetztes, das sich gegenseitig ausschließt. Dadurch entsteht Spannung und es treibt die Handlung voran. Auch Umstände können antagonistisch sein.

Tipps zum Plotten

1

Ein Exposé schreiben (weitere Infos findest du in unserem Vortrag zum Thema Exposé schreiben)

2

Story stichwortartig aufschreiben und vor sich ausbreiten: Was passiert in welcher Szene?

3

Alle Figuren und Szenen auf die Prämisse hin überprüfen

4

Feedback einholen und gezielt danach fragen, an welchen Stellen etwas unverständlich war oder wo es langweilig wurde. Das sind die Passagen, an der der Plot nicht funktioniert!

Professionelle Unterstützung

Feedback zum Plot, zu Handlungsaufbau, Spannungsbogen und Figurenentwicklung gehört neben der sprachlichen Überarbeitung zum Lektorat.
Wer fokussiert den eigenen Plot überarbeiten oder weiterentwickeln möchte, dem hilft ein Plotgutachten, das sich auf die Handlung, Wendepunkte und Figuren fokussiert.

Besonders Autorinnen und Autoren, die sich weiter professionalisieren möchten, erhalten hier die Gelegenheit, Grundlegendes über den Aufbau von Geschichten anhand des eigenen Manuskripts zu lernen und das eigene Schreiben nachhaltig zu verbessern.

Das Plotgutachten ist aber auch dann besonders hilfreich, wenn das Manuskript noch nicht vollständig fertig ist und man an einem Punkt „feststecken“ oder sich zum Beispiel das Ende noch nicht wirklich stimmig anfühlt.

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